Archiv des Jahres 2008


best of 2008

Mittwoch, 31. Dezember, 2008

Wir haben den letzten Tag im Dezember und das bedeutet nichts anderes als höchste Zeit für die im Popkultur-Blogger-Codex wohl fest vorgeschriebenen Jahresendlisten. Hier ist meine. Bunt gemischt.

Beste TV-Serien
Da ich immer noch nicht Zeit für „The Shield“ oder „The Wire“ hatte, gibt’s hier keine großen Überraschungen:
Mad Men, Chuck, Battlestar Galactica, Friday Night Lights, Lost, The Middleman, Life

Eine Liste der „besten Episoden“ spare ich mir — lest euch stattdessen den „Mad Men“-Episoden-Guide durch ;).

Bester Serien-Soundtrack
Life, Life on Mars, Chuck

Bester Original Score
„Blood Theme“ von Daniel Licht (Dexter)

Beste neue Serie
Da ich mich mit „Fringe“ immer noch nicht richtig anfreunden konnte, nenne ich hier „Life on Mars“. Aber es wäre auch nicht verkehrt, diese Rubrik 2008 leer zu lassen. „The Middleman“ ist ja leider schon wieder zu Ende.

Beste deutsche Serien
Mord mit Aussicht, Switch Reloaded

Größte TV-Enttäuschung
Die komplette neue US-Fall-Season.

Beste TV-Serien-Randgruppe
Vampire, Cylons, Serienmörder (Ich warte aber noch auf die Serie, die alle drei in einer Show vereint.)

Beste Online-Events
– „Dr. Horrible“
– „The Guild“ Season 1 („The Guild Season 2“ ist nur über MSN abrufbar, das dann auch prompt nie richtig funktioniert. Wahrscheinlich weil ich einen „pöhsen“ Browser verwende.)

Beste neue Alben
Dieses Jahr mal ganz durch und durch auf dem Indie-Trip:
– „Furr“ von Blitzen Trapper (wie oft habe ich mir gedacht, dass der Titelsong „Furr“ perfekt in einen TV-/Film-Soundtrack passen würde und dann läuft das Ding ausgerechnet in „Chuck“ … marvelous)
„Volume One“ von She & Him (Wann kommt „Volume Two“?)
– „Oracular Spectacular“ von MGMT (Auch über „Kids“ und „Time to Pretend“ hinaus ein klasse Album)
– „Acid Tongue“ von Jenny Lewis („The Next Messiah“ ist ein großartiger, epischer 9-Minuten-Track)

Beste Musik-DVD
HAARP live von MUSE (der DTS-Sound raubt mir immer noch jedes Mal den Verstand 😉

Beste Filme
Wall-E, Dark Knight, Juno

Populärstes Posting im sablog (nach Zugriffen)
10. März 2008: The Sarah Connor Chronicles
Die „Sarah Connor Chronicles“ haben übrigens auch den ersten Platz in der diesjährigen „Huch, da wurde ja noch ‚was draus“-Kategorie ergattert. Nachdem große Teile der ersten und zweiten Staffel eher einer billigen 1980-Jahre Action-Serie Konkurrenz machten und die Serie schon so gut wie von meiner Watchlist verschwand, hat die Show in den letzten Wochen erstaunlich oft überzeugt. Meist stand dann aber auch ein gewisses weibliches Terminator-Modell im Mittelpunkt.

best of „great expectations“ for 2009

– Die 13 Episoden (oder weniger) von „Dollhouse“
– Die „Dr. Horrible“-DVD in meinem Briefkasten
– Die „Dr. Horrible“-DVD in meinem DVD-Player 😉
– Das „Battlestar Galactica“-Finale
– Der traurige Untergang von NBC ohne Pauken und Trompeten (aber mit Jay Leno)
Die neue BBC-Serie „Being Human“
– Die neue FOX-Serie „Lie to Me“
– Der „Dead Like Me“-Spielfilm
– Mein neues Sofa 🙂

So, und mit diesem Posting beschließe ich auch das Jahr 2008 im sablog. Im diesem Sinne: Guten Rutsch allerseits!

The Daily Show with Harald Schmidt?

Samstag, 27. Dezember, 2008

Endlich ist das Ende des „Schmidt & Pocher“-Experiments beschlossene Sache: Laut Spiegel wird das Duo die gemeinsame ARD-Sendung ab April 2009 aufgeben. Schmidt scheint aber dennoch weitermachen zu wollen (was sich in den letzten Monaten auch schon anders angehört hatte). Über das neue Konzept der Schmidt-Show gibt es noch keine konkreten Angaben, aber Ko-Produzent Fred Kogel hat mal wieder das Vorbild Jon Stewart hervorgehoben:

Zu den Plänen für Schmidts Zukunft sagte Kogel gegenüber dem SPIEGEL: „Wir haben ganz klare Vorstellungen, wo wir hinwollen. In einem Wahljahr „will man Schmidt auf einem Level sehen, das sonst im deutschen Fernsehen niemand liefert“. Es gehe darum, „die Comedy-Latte wieder höher zu legen in Richtung Anspruch und Intellekt, vergleichbar mit dem US-Polit-Komiker Jon Stewart – aber eben Harald Schmidt.“

Immerhin hat man wohl bei Kogel&Schmidt erkannt, dass die aktuelle Show einfach nur noch über weite Strecken ein billiger Comedy-Müll ist, eine Verschwendung von Schmidts Möglichkeiten. Pocher konnte Schmidt nie aus der Reserve locken und die beiden produzieren mittlerweile eher eine unansehnliche Klamauk-Sendung, die zuweilen nicht mal an alte „Sat.1-Wochenshow“-Kalauer herankommt.

Und nun also wieder ein „Neustart“. Ob das noch irgendwann ‚was wird? Wie oft wurde nun schon das Vorbild „Jon Stewart“ vor einem Relaunch der Schmidt-Show bemüht? Stattdessen hat man sich in den letzten Jahren eher von dem „Vorbild“ weiter entfernt. Politische Comedy (oder politisches Kabarett) fand dort ja gar nicht mehr statt — wohl quasi unter dem Motto „Dazu gibt es ja den Scheibenwischer“.

Für eine 1:1-Kopie der „Daily Show“ wäre Schmidt sicherlich auch der Falsche und die deutsche Polit- und TV-Landschaft ist deutlich anders als die amerikanische. Diese Art Show ist nicht Schmidts Stil, aber dennoch ist er wohl zur Zeit noch der Top-Kandidat für eine anspruchsvollere Comedy-Sendung im deutschen Fernsehen, die mal von den nervigen Oliver-Kahn- und Podolski-Sketchen wegkommt. Wahrscheinlich wird auch dieses Mal nix aus dieser Hoffnung und am Ende kommt steht wieder mal nur ein gelangweilter Schmidt vor den Kameras, der die Sprüche seines uninspirierten Autoren-Teams herunternudelt und dann in naher Zukunft in eine endgültige „Kreativpause“ verschwindet.

Britisches Pfund im Tiefflug

Montag, 22. Dezember, 2008

Kleiner Hinweis am Rande: Es lohnt sich beim Online-DVD-Shopping zur Zeit auch einen Blick nach Großbritannien zu werfen. Seit ein paar Wochen hat die britische Währung gegenüber dem Euro stark an Wert verloren, ein Euro ist statt 80 Pence Anfang November heute schon 94 Pence wert. Ob das nur eine kurzfristige Auswirkung der Wirtschaftskrise(n) ist oder ein langfristiger Trend, weiß wohl keiner, aber für ein DVD-Schnäppchen innerhalb der EU könnte das eine gute Gelegenheit sein. Auch der Euro-/Dollarkurs hat sich wieder etwas „erholt“: Ein Euro ist derzeit 1,40 Dollar wert.

Lauren Graham kehrt zu ABC zurück (und sonstiger Kleinkram)

Freitag, 12. Dezember, 2008

Zugegeben, normalerweise würde ich zu Lauren Grahams neuem ABC-Projekt nicht unbedingt ein eigenes Posting verfassen, aber ich möchte mal das neue Admin-Interface von WordPress 2.7 ausprobieren (sehr hübsch übrigens).

Jedenfalls befindet sich derzeit laut Variety ein neues Comedy-Projekt mit dem ehemaligen „Gilmore Girl“ bei ABC in Entwicklung. Die Inhaltsangabe liest sich wenig spektakulär:

[she will] play a self-help guru who teaches women how to live a stress-free life — but struggles to follow her own advice when her boyfriend dumps her.

Lauren Graham hatte ihren erste großen TV-Rolle seinerzeit ebenfalls in einem ABC-Projekt: Die kurzlebige Comedy „Townies“ mit Molly Ringwald und Jenna Elfman war allerdings nur durchschnittliche Unterhaltung (soweit ich das noch in Erinnerung habe). Deutlicher in Erinnerung könnte da ihre Gastrolle in „NewsRadio“ sein, unter anderem in der legendären Episode „Super Karate Monkey Death Car„, auf die auch Alan Sepinwall gerade hinwies. Und wie ich soeben merke: hulu hat endlich eine Buffer-Funktion! Einfach auf „Pause“ drücken und dann speichert hulu bis zu fünf Minuten des Videos im Voraus. Sehr nützlich für bandbreiten-schwache Verbindungen.

Und um dieses Posting inhaltlich noch bunter zu gestalten: Die diesjährige „Black Listist veröffentlicht. Darin werden die Drehbücher aufgelistet, die zur Zeit am meisten „Buzz“ in Hollywood generieren. Die Zusammenfassung der Top-Position klingt schon mal herrlich: “A depressed man finds hope in a beaver puppet that he wears on his hand.”

Achja und noch einen Knoten ins Taschentuch: Es lohnt sich wieder CSI zu schauen, Laurence Fishburne übernimmt zur Zeit die Hauptrolle.

Zu den „Golden Globes“-Nominierungen habe ich irgendwie gar nix zu sagen, außer: Keine großen Überraschungen.

Two Eggs.

NBC resigniert: Leno schon ab 22 Uhr

Dienstag, 9. Dezember, 2008

Das könnte eine fundamentale Programmentscheidung und Weichenstellung für die Zukunft des Broadcast-TV darstellen: NBC will den 22-Uhr-Sendeplatz ab der kommenden Season nicht mehr für Serien zur Verfügung stellen, sondern an deren Stelle fünf Tage in der Woche eine neue „alte“ Talk-Show mit Jay Leno platzieren.

Leno, dessen Vertrag mit NBC eigentlich Ende 2009 ausgelaufen wäre und der Ende Mai 2009 seine „Tonight Show“ an Nachfolger Conan O’Brien abgeben wird, bleibt damit dem Network erhalten und wechselt nicht wie im Vorfeld spekuliert zu ABC oder FOX. Im Grunde soll er wohl um 22 Uhr die gleiche Show machen wie derzeit um 23:35 Uhr.

Doch massive Auswirkungen hat diese Entscheidung (die erst im Laufe des Tages offiziell angekündigt werden soll) vor allem auf die weitere Serienentwicklung bei NBC Universal. Indem man gleich fünf Sendeplätze in der PrimeTime an eine Talkshow freigibt, benötigt man logischerweise auch deutlich weniger neues Serienmaterial für eben jene Zeitschiene. Allerdings hatte NBC in den letzten Jahren um 22 Uhr auch so gut wie keinen Serienhit mehr, „Law & Order“ dümpelt so in den Quoten dahin, „ER“ wird zum Seasonfinale eingestellt und das diesjährige „My Own Worst Enemy“ mit Christian Slater floppte spektakulär. Für NBC deutet sich also im Prinzip ein Win-Win-Szenario an: Einerseits haben sie das Risiko abgewendet, dass Zuschauer-Liebling und NBC-Inventar Jay Leno zur Konkurrenz wechseln könnte. Andererseits ist eine Talkshow um mehrere Größenordnungen günstiger zu produzieren als fünf anspruchsvolle und erfolglose Dramaserien (Berichte gehen von Kosten von $3 Millionen vs. $15 Millionen pro Woche aus). Außerdem wird Leno an 46 Wochen pro Jahr neue Sendungen produzieren, also reduziert dies deutlich den Bedarf für quotenschwache Wiederholungen.

Variety rechnet vor, dass NBC in der nächsten Season nur noch knapp 10 Stunden pro Woche mit Serienmaterial füllen will — ein Großteil davon könnten wiederum Reality-Serien oder Quizshows sein. Schon vor einiger Zeit wurde angekündigt, im 20-Uhr-Sendeplatz nur noch Reality-Formate zu senden (was aber dann doch nicht konsequent eingehalten wurde). Zumindest auf NBC dürften also schwere Zeiten für „scripted shows“ anbrechen. Im Gegenzug sieht man aber viele vermeintlich „kleine“ Cable-Networks „aufrüsten“, die diese Angebots-Lücke bei den Broadcast-Networks schließen wollen. Dieser Schritt von NBC dürfte also wohl zugleich ein weiterer Indikator für das Ende des klassischen Broadcast-Zeitalters darstellen. Es bleibt vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis die anderen Networks mit ähnlichen Sendezeitverkürzungen nachziehen.

Aber spannend wird auch die Frage, wie der Zuschauer auf fast drei Stunden Talk pro Abend reagieren wird (Unterbrochen lediglich um 23 Uhr durch die Local News). Conan, der sich eigentlich als König auf dem „Tonight“-Thron fühlen durfte, ist nun quasi wieder auf der gleichen Position wie zuvor, nur besser bezahlt: Er spielt weiterhin zweite Geige hinter Leno. Noch düsterer sieht es dann aber eventuell für die neue dritte Geige aus: Wer schaut dann eigentlich noch spät in der Nacht „Late Night with Jimmy Fallon„?

"Dr. Horrible" auf DVD

Sonntag, 7. Dezember, 2008

„Dr. Horrible’s Sing-Along Blog“ ist endlich auf amazon.com als Pre-Order bestellbar. Für aktuell $9.99 (plus ca $6 Versand nach Europa) soll die DVD mit Joss Whedons Web-Miniserie angeblich ab dem 19. Dezember verschickt werden (möglicherweise auch schon ein paar Tage früher, wird aber dennoch nicht mehr rechtzeitig zum Fest ankommen). Enthalten ist unter anderem ein Audio Commentary in Musical-Form und weiteres Bonus-Material. Auch der offizielle Soundtrack ist bereits vorbestellbar. Ohne Frage ein Pflichtkauf für Whedon-Fans.

Interessant ist übrigens das Herstellungsverfahren: „This product is manufactured on demand using DVD-R recordable media.“ Macht auch Sinn, denn eine normale DVD-Großserienproduktion für solch eine kleine Independent-Produktion wäre nicht nur Overkill sondern auch ein finanzielles Risiko. Es sieht so aus, als würde amazon einen großen Teil der Distributionskette (inkl. DVD-Produktion?) in diesem Fall übernehmen und darf das Produkt im Gegenzug erstmal „exklusiv“ vertreiben.

Und wenn wir schon bei Joss Whedon sind: Eines der bizarrsten und dennoch besten Interviews mit Whedon gibt es momentan ausgerechnet auf einer Website für Freunde des Strickens und Häkelns zu lesen (und zu hören): Joss Whedon on Crafts and Craftiness: Interview Transcript.

Making of "Drive", "The Inside", "Strange World"

Sonntag, 7. Dezember, 2008

Da es wohl niemals eine DVD-Veröffentlichung der beiden kurzlebigen Serien „Drive“ und „The Inside“ geben wird, hat Show-Runner/Produzent Tim Minear die Sache einfach in die eigene Hand genommen und umfangreiches „Bonus-Material“ auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Darunter findet sich viel interessantes Material, unter anderem Ausschnitte aus den ursprünglichen Pilot-Folgen von „The Inside“ und „Drive“, ein ausführliches „Making Of“ der erstaunlichen CGI-Szenen in „Drive“ und allerhand Promo-Materialien sowie Bloopers und deleted scenes.

Besonders bei „Drive“ ärgert sich Minear darüber, dass er den Forderungen des Networks seinerzeit nachgegeben und die Pilotepisode derart umgestellt hätte, dass vor allem die ersten beiden Akte eigentlich gar nicht mehr richtig funktionieren würden. Gerade die ursprüngliche Pilot-Fassung mit deutlich längerem Intro finde auch tatsächlich besser als die ausgestrahlte Variante.

Auch zu der lang vergessenen FOX-Mystery-Serie „Strange World“ findet man auf Minears Seite einiges an interessantem Material.

Um die Videos zu sehen, muss man wohl bei Facebook angemeldet sein (oder die Direktlinks bei den Buffistas suchen). Nach der Anmeldung bei Facebook am besten hier anfangen und dann mit dem „Zurück“-Button durchklicken (jau, „zurück“ ist eigentlich „vor“…). Viel Zeit mitbringen. 🙂

P.S.: Wenn ich schon beim Thema „Making Of“ bin, hier noch ein Link zu einem (Werbe-)Artikel auf Apple.com, in dem der rein digitale Produktionsprozess der neuen TNT-Serie „Leverage“ beschrieben wird. Abgesehen von einem fetten Fileserver (34 Terabyte) und einer „Red One“-Profikamera wurden dort (angeblich) vor allem „Alltagsprodukte“ wie Final Cut Pro und diverse Macs eingesetzt, wodurch der Produktionsaufwand und damit die Kosten reduziert werden konnten.

„Not having to shuttle our material between an editing house, a laboratory, a sound editing/mixing house, and a digital effects house, that alone saves us time and money,” he says. “And doing it all in house gives us great security, because we’re so nervous about things leaking out on the Internet or on floating DVDs.”

Dann lief aber wohl irgendwas fundamental schief: „Leverage“ war einer der ersten „leaked“ Pilot-Episoden im Frühsommer 😉

Das Video zum Advent

Sonntag, 7. Dezember, 2008

„Please don’t bomb nobody this holiday“ by The Dan Band.

Flashforward

Samstag, 6. Dezember, 2008

Seitdem ich die Prämisse der neuen SF-Serie „Flashforward“ kenne, juckt es mir in den Fingern, die Buchvorlage anzuschaffen. Ausgangspunkt des Romans „Flashforward“ des kanadischen Autors Robert J. Sawyer ist ein seltsames Ereignis, bei dem die gesamte Erdbevölkerung für zwei Minuten und 17 Sekunden einen „Black-Out“ erleidet und in dieser Zeit von ihrer Zukunft im Jahre 2030 „träumt“. Eigentlich ist das eine ideale Vorlage für eine prozedurale Serie mit einem übergreifenden Arc: Das ausgelöste Chaos und die persönlichen Zukunfts-Visionen jedes einzelnen Erdenbürgers würden das „Topic of the week“ bilden und die Suche nach dem größeren Gesamtzusammenhang der Visionen liefert Material für das „big mystery“.

ABC hat wohl gerade eine Pilot-Episode bestellt und will die Serie dann eventuell im Herbst 2009 im Lead-Out von „Lost“ platzieren. Ursprünglich war dies angeblich mal ein HBO-Projekt. Verantwortlich für die TV-Fassung sind Brannon Braga („Star Trek“) und David S. Goyer („The Dark Knight“), die auch bereits den SciFi-Flop „Threshold“ auf der Kappe haben.

Das klingt mal wieder nach einem SciFi-Konzept mit Potential, auch wenn es erneut eine „Zeitsprung“-Story ist, die in den letzten Jahren nicht recht beim Zuschauer ankamen (abgesehen von der ersten Staffel „Heroes“). Insbesondere die Beteiligung von Brannon Braga lässt mich nicht gerade in Freudensprünge ausbrechen (er war verantwortlich für weite Teile des „Enterprise“-Debakels). Aber vielleicht wird’s ja dennoch etwas.

Mal sehen, ob ich mir den Roman unter den Weihnachtsbaum lege. Aber es war ja schon ein großer Fehler, die „Sookie Stackhouse“-Romane vor der Ausstrahlung der „True Blood“-Serie zu lesen. Das wirkte wie ein gigantischer Spoiler (der dann zu allem Überfluss auch nur halbkorrekt war und dadurch zu noch mehr Irritationen führte).

Once (2006)

Samstag, 6. Dezember, 2008

Im letztjährigen Hype um „Juno“ ging ein anderer Indie-Kritikerliebling fast etwas unter: Die Low-Budget-Produktion „once“ aus Irland gewann immerhin einen Oscar (für die beste Filmmusik — mit einer emotionalen Dankesrede der 19jährigen Hauptdarstellerin Marketa Irglova).

„Once“ erzählt die kurze Geschichte einer intensiven Freundschaft zwischen einem „guy“ und einem „girl“ (selbst im Abspann gibt’s keine Namen), die sich in einer Fußgängerzone kennenlernen. Er (Glen Hansard) ist Straßenmusiker und eigentlich auch noch Staubsauger-Mechaniker, sie (Marketa Irglova) kommt aus Tschechien und hält sich mit Gegenheitsjobs wie dem Verkauf von Rosen über Wasser. Aber sie ist auch eine begeisterte und begabte Klavierspielerin und über die Musik kommen sich die beiden innerhalb kürzester Zeit sehr nahe. Das Paar ist sich auf Anhieb sympathisch und gemeinsam beginnen sie, seine Eigenkompositionen zu spielen und wagen sich schließlich sogar an die kostspielige Aufnahme einer Demo-CD. Doch was sich vielleicht nach einer simplen romantischen Love-Story im Stil von „Music and Lyrics“ anhört, entwickelt sich doch rasch zu einer etwas komplizierteren Angelegenheit und einer etwas ungewöhnlichen Liebesgeschichte.

Der Titel „Once“ soll dabei eine Anspielung an viele Hobby-Musiker sein, die sich schon vielmals schworen, dass sie eines Tages aus ihrem Arbeitsalltag ausbrechen und dann all ihre Energie in ihren eigentlichen Lebenstraum, ihre Musikkarriere stecken wollen („once I’ve done with this thing, I’ll get back to music“). Doch dann tun sie es doch nie. Und die Geschichte von „guy“ und „girl“ ist genau diese Geschichte eines Künstlers, der zumindest den ersten Schritt tut, dieses „once“ endlich mal zu verwirklichen und eigentlich nur einen Anstoß brauchte, um diesen Prozess in Gang zu setzen.

Musik spielt in diesem Film nicht nur thematisch eine wichtige Rolle. Es wird viel gesungen in dieser Produktion und eigentlich ist „once“ fast schon eine Art Musical. Die Songs und deren Lyrics (geschrieben und aufgeführt von den beiden Hauptdarstellern) sind ein wesentlicher Teil der Story und bedürfen beim Zuschauer einiges an Aufmerksamkeit, insbesondere natürlich wenn man kein „native Speaker“ ist und den Film ohne Untertitel anschauen will.

Meine Meinung zu „once“ ist immer noch etwas zwiespältig. Der Film hat ohne Zweifel einen besonderen Charme und die beiden Laien-Darsteller (die auch im „echten Leben“ mittlerweile ein Paar sind) sind trotz des Altersunterschieds eine immens glaubhafte Besetzung für die Hauptfiguren. Doch ich hatte ein paar Probleme mich mit dem Soundtrack zu arrangieren, der nicht so recht meinen Geschmack treffen wollte und das beeinflusst natürlich automatisch die Wahrnehmung eines solchen Musik-Films als Ganzen. Dennoch sind viele Szenen trotz (oder gerade wegen des) minimalen Budgets außergewöhnlich persönlich und „echt“ und vermitteln eine authentische Atmosphäre, von denen viele Multi-Millionen-Dollar-Produktionen Welten entfernt sind. „once“ ist ein kleiner Film mit einem großen Herz, aber sicherlich nix für Leute mit einer Abneigung gegen romantische Musik-Filme. DVD gibt’s hier.