Review: Popular

Popular (WB)

Zugegeben, auch ich habe mal Beverly Hills 90210 gesehen. „Damals“, in den Ur-Zeiten der ersten beiden Staffeln, als Teenager-TV gerade die ersten Gehversuche machte und „the WB“ noch Utopie war. Und worum ging es in BH90210? Genau, es ging um die Probleme der Schönen, die Reichen, die Erfolgsverwöhnten Yuppie-Kinder aus dem High-Society Stadtteil Beverly Hills – aber zunächst mal nur um die Schwierigkeiten der beiden hinzugezogenen Geschwister Brandon und Brenda, sich in dem neuen Luxus-Life-Umfeld zurechtzufinden. Aaron Spelling wusste, wie man eine solche Serie an den Zuschauer bringt…

Fast 10 Jahre später, wir schreiben das Jahr 2000, gilt BH90210 als Musterbeispiel für eine vollkommen realitätsfremde und schnöde TV-Show, bei der die Darsteller beinahe doppelt so alt sind wie die Charaktere, die sie darstellen sollen. So ändern sich die Zeiten. Serien wie „My So-Called Life“, „Dawson’s Creek“ und „Felicity“ haben neue Masstäbe in Sachen Teen-TV gesetzt und sich geradezu eine eigene Zielgruppe geschaffen.

„Popular“, die neue WB-Teen Serie, die im Herbst 1999 startete, lässt nun diese beiden Welten in einer Show aufeinandertreffen. „Beverly Hills“ meets „Angela Chase“. Und das kann eigentlich gar nicht gut gehen.

Kann es wohl.

An der kleinen High-School Kennedy High im sonnigen Süden der USA existieren zwei Welten: Die der populären, reichen Luxus-Teens und die der unpopulären, armen „Normalo“-Teens – beide in allen Belangen so grundsätzlich verschieden wie nur denkbar. Ebenso gegensätzlich sind auch Sam McPherson (Carly Pope) und Brooke McQueen (Leslie Bib). Während Brooke als Cheerleader-Chefin den Inbegriff der attraktiven Schul-Königin darstellt inklusive Quarterback-Freund, ist Sam das absolutes Gegenteil: Keine Schönheit, mässige Noten, ohne Boyfriend, eine geringe Portion Selbstvertrauen und einfach nur eine von vielen Durchschnitt-Teens wie es sie an jeder Schule gibt. Beide leben in ihren eigenen Welten, haben festabgesteckte Freundeskreise und auch wenn sie die gleichen Klassen besuchen, so scheint doch zu jeder Zeit der Grundsatz zu herrschen: Kontakt mit „den anderen“ vermeiden, wo es nur geht.

Doch eines Tages kommt es zum Super-GAU: Brookes alleinerziehender Vater und Sams Mutter (seit zwei Jahren Witwe) lernen sich durch einen Zufall lernen und lieben. Und plötzlich müssen sich die beiden Erzrivalen und Gegenpole Sam und Brooke damit abfinden, gemeinsam in einer Familie und unter einem Dach zu leben. Nun ist es nicht mehr möglich, dem jeweils anderen auszuweichen, zwangsweise müssen die beiden Welten aufeinandertreffen und miteinander verschmelzen. Und dass dies ein schwieriger Prozess ist, dürfte klar sein. Wer gibt wohl als erster nach?

Wer von diesem recht trockenen gesellschaftskritischen Thema schon gelangweilt ist, der wird von „Popular“ überrascht sein. Die Serie sprüht vor Esprit, Humor à la Ally McBeal und einer gewaltigen Portion Selbstironie. Alles in allem eine (auch dank dem Soundtrack) sehr unkonventionelle Teen/Twen-Serie, die sich selbst nicht ganz ernst nimmt und wiedermal das Teen-/Twen-Genre um einen neuen Touch erweitert hat.

Die Schauspieler können allesamt überzeugen, auch wenn die angeblich so hässliche Sam natürlich alles andere als hässlich ist – ganz im Gegenteil. Unkonventionell auch die Nebendarsteller: Zwei Dicke, Minderheiten aller Couleur und eine Lehrerfakultät, wie sie schriller und schräger nicht sein kann. Und alle sind offensichtlich mit einem Heidenspass bei der Arbeit, sie sind wahrhaft eine Wonne, ebenso wie die zum Teil sehr ernsten, aber auch sehr verrückten Drehbücher.

sab meint: Die Serie läuft in Deutschland ab dem Herbst 2001 auf RTL auf dem alten Beverly Hills 90210 Sendeplatz. Dann haben auch alle BH-Hasser wieder einen Grund, Samstags RTL einzuschalten – und man sollte gleich dranbleiben, denn anschliessend wird „Felicity“ laufen. Anschauen!

September 2001, samstags um 16:00 auf RTL

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