Archiv der Kategorie 'Entertainment'


Sneak Preview: Lost (ABC, Herbst 2004)

Montag, 5. Juli, 2004

Aus der Feder von Erfolgsautor J.J. Abrams („Felicity“, „Alias“, „Superman“) stammt das Konzept für die neue ABC-Serie „Lost“. Da er mit Alias und dem Superman-Feature aber schon beide Hände voll zu tun hat, suchte er sich für dieses neue von Buena Vista produzierte Projekt Unterstützung von Damon Lindelof, zuvor Chef-Autor bei „Crossing Jordan“ und dem Twen-Flop „Wasteland“.

Evangeline Lilly aus Lost (Copyright ABC)Worum geht’s? „Survivor“ meets „Gilligan’s Island“ and „Jurassic Parc“. Die Ausgangslage ist simpel: Ein Flugzeug stürzt aus zunächst unbekannter Ursache irgendwo auf einer scheinbar einsamen Insel in der Karibik ab. Ein paar Dutzend Überlebende können sich aus dem Wrack retten und rechnen mit dem baldigen Eintreffen der Rettungstruppen — bis sich herausstellt, dass die Chancen für eine zeitnahe Rettung sehr gering sind. Glücklicherweise befand sich ein Arzt an Bord (Matthew Fox), der unerschrocken die Führung der kleinen Truppe übernimmt. Doch nicht nur die Gestrandeten verbergen zahlreiche Gehemnisse und Konflikte – auch die nur auf den ersten Blick so friedliche Trauminsel birgt einige mysteriöse Überraschungen.

Wie isses? Wirklich gut. Ich muss zugeben, als ich zum ersten Mal von dem Plot hörte, war ich nicht sonderlich begeistert. Es hörte sich alles zu sehr nach einer platten „Jetzt bringen wir ‚Survivor‘ mal als Drama“-Hauruck-Aktion an. Aber die zweistündige Pilotepisode kommt nach einem zähen und schwachen Beginn beeindruckend in Fahrt. Auf den ersten Blick scheint es unwahrscheinlich, dass mit dem limitierten Cast (Guest-Stars kann es logischerweise nicht viele geben) wirklich die Handlung für eine komplette Staffel gefüllt werden kann und dabei merklich über das debile Niveau einer „Big Brother“ Episode hinausgehen kann. Die ersten zwanzig Minuten in denen die Grundzüge der Charaktere vorgestellt werden sollen, sind auch etwas hakelig, Matthew Fox als der furchtlose „Überretter“ sorgt zunächst eher für unfreiwillige Lacher. Aber J.J. Abrams hat sich einige Trümpfe ausgedacht, die er langsam und genussvoll ausspielt. Zu den erwarteten Reibereien zwischen den Gestrandeten kommt recht überraschend ein Mystery-Element rund um das Geheimnis der Insel. Das Storytelling-Prinzip des Spiels mit den ungewissen Backgrounds der einzelnen Charaktere (die natürlich alle irgendeine dunkle Schattenseite haben) kann nur mit einem guten Cast funktionieren. Und Matthew Fox („Party of Five“) als furchtloser Arzt, Evangeline Lilly als undurchsichtige weibliche Hauptdarstellerin sowie ein gut ausgesuchter Strauss aus Nebendarstellern (u.a. Terry O’Quinn aus „Alias“, Emily de Ravin („Roswell“) als Gaststar) erfüllen diese Voraussetzung zumindest im zweiten Teil des Piloten zu voller Zufriedenheit. Abrams zeigt, dass er sein Handwerk beherrscht und seine bereits aus „Alias“ bekannten Überraschungseffekte und Storywendungen mit einem kleinen Touch Humor machen auch an „Lost“ den größten Reiz aus.

Nach und nach füllt er die vermeintlichen Storylücken, die sich in der ersten Hälfte des Pilots aufgetan haben und am Ende der zweistündigen Episode ist ein solides Fundament für die restliche Serie gelegt. Interessant ist auch die Frage, wie das Problem der hohen Produktionskosten gelöst wird — eine solche Serie, die stark von „on-location“ Drehs abhängt, kann ganz schön ins Geld gehen. Früher oder später wird man also wohl eine hübsche Menge Sand in irgendein Studio kippen müssen…

Wird’s was? Die Serie hat großes Hitpotenzial (und durchaus einen gewissen Suchtfaktor), wenn es gelingt, den Schwung und die Überraschungen aus der ersten Episode (und in gewissem Sinne auch aus „Alias“) möglichst weit in die Staffel hineinzuretten. Wie lange das Konzept der Serie tragen mag, darüber will und kann ich hier gar nicht spekulieren. Zuviele Rätsel sind noch offen im Bezug auf diese seltsame Insel, auf der die Gruppe gestrandet ist. Neben „Desperate Housewives“ hat ABC hier sicherlich ein gutes zweites Drama-Standbein.

Andere Meinung? Diskutiert über „Lost“ im Forum.

Fleet Street Boston Legal

Montag, 5. Juli, 2004

Da war ABC der Name „Fleet Street“ wohl nicht aussagekräftig genug — wenige Wochen nach der ersten Präsentation der „The Practice“-Spin Off Serie bei den Upfronts hat sich das Network dazu entschieden, die Serie umzubenennen. „Boston Legal“ ist nun der neue Titel der Show — vermutlich soll dem TV Guide Leser schon gleich auf Anhieb klargemacht werden, dass es sich hierbei um eine Serie rund um Anwälte und Richter handelt – und das ohne den alten Bezug zu „The Practice“ im Titel. Und eine gewisse begriffliche Nähe zu David E. Kelley’s ehemaliger Serie „Boston Public“ lässt sich auch nicht leugnen…

Ebenfalls sicher ist die Mitwirkung von William Shatner als Chef der neuen Kanzlei.

Die Serie startet am Sonntag, 26. September 2004 auf ABC.

Trotz schlechter Quoten: FOX will Sommerprogramm beibehalten

Donnerstag, 1. Juli, 2004

In einem Interview mit Mediaweek hat FOX Entertainment Chefin Gail Berman beteuert, dass der Sender trotz der recht schwachen Quoten an den „Sommer-Dramen“ „North Shore“ und „The Jury“ festhalten will. Dies gelte auch für die neuen Sitcoms „Method & Red“ und „Quintuplets“, die quotentechnisch zwar besser gestartet sind, aber wohl auch nur dank Lead-In und Lead-Out Effekten von „The Simple Life 2“.

Zitat:

„[…] we are trying to change the system, to do something overwhelmingly different, and we realize it will take time to get people to change their summer viewing habits.“

Hm, okay, ich schätze mal in drei Wochen sind die Serien abgesetzt 😉

[BTW: „Quintuplets“ ist wirklich schwache Comedy. Eine junge Familie mit Fünflingen und natürlich sind alle fünf Kinder *absolut* unterschiedliche (aber gleichaltrige) Typen. Die Teenager-Charaktere sind derart überzeichnet, dass es schon weh tut — lustig ist das bei weitem nicht mehr. Andy Richter ist noch das einzig einigermassen Sehenswerte in dieser billigen Sitcom, die sich ansonsten höchstens durch sinnlose und nicht im entferntesten amüsante Scripte und hölzerne Darsteller auszeichnet.]

RTL: "Monk" Pilotepisode wird wiederholt

Mittwoch, 30. Juni, 2004

Auch in der deutschen Fassung war die gestern auf RTL ausgestrahlte Pilotdoppelepisode von „Monk“ ein köstliches Highlight. Obwohl ich die Episode schon kannte, bin ich „hängengeblieben“ und dankenswerterweise platzierte RTL die Werbepausen ja auch recht sparsam. Mit knapp 13% Marktanteil und etwas über 2 Millionen Zuschauer (ab 3) waren die Quoten aber bestenfalls auf VOX-Niveau. Interessanterweise will RTL nächste Woche aber wohl mehr vom „defective detective“ zeigen als nur die erwartete zweite Episode, denn zusätzlich zu der Ausstrahlung am Dienstag wird am Donnerstag (8. Juli) die zweitstündige Doppelepisode „Mr. Monk and the Candidate“ erneut gezeigt — und zwar auch um 22:15. In der Woche darauf geht es wieder wie gewohnt mit „Gerichtsmedizinerin Samantha Ryan“ weiter. Das kann aber durchaus auch ein Fehler in der (Flash-verseuchten) Online-Programmvorschau von RTL sein – man weiss ja nie.

Angenehmer wäre ein dauerhafter Donnerstags-Sendeplatz mit Sicherheit – denn dienstags um 22:15 macht sich die RTL Gruppe selbst Konkurrenz: „Six Feet Under“ läuft zeitgleich auf VOX — beide Serien dürften aber etwa die gleiche Zielgruppe ansprechen. Auf der anderen Seite gibt es kein besseres Lead-In für „Monk“ als „Columbo“ und schon seit Ex-RTL Chef Thoma ist „Audience Flow“ eines der wichtigsten Programmgestaltungswerte bei dem Kölner Sender. Kniffelige Entscheidung also für die nächsten 28 Episoden von „Monk“, die RTL im ersten „Durchlauf“ ausstrahlen will.

Wer diesem ganzen Sendeplatz-Stress aus dem Weg gehen will, der sollte sich entweder einen digitalen Videorecorder zusammenbauen/kaufen oder SFU/Monk auf DVD kaufen 😉 Zumindest SFU S1 ist bereits in Deutschland erhältlich, Monk S1 nur in Nordamerika.

Diskutiert über Monk im Forum.

Warum "Enterprise" verlängert wurde

Montag, 28. Juni, 2004

Via TrekToday:

TV Guide, dated June 20th – 26th, has printed that according to sources, the real reason UPN renewed Enterprise was that Paramount offered to drop the price of each episode of the series from $1.7 million to $800,000. Reporter Stephen Battaglio called it „an offer [UPN] couldn’t refuse.“

Na, das war wirklich ein Angebot, das UPN schlecht ausschlagen konnte. Da war es Paramount wohl mehr wert, das Star Trek Franchise irgendwie für ein weiteres Jahr am Leben zu erhalten als den Preis um die Hälfte zu reduzieren und somit eventuell bei der Produktion kräftig draufzuzahlen. Immerhin macht das einen Unterschied von rund $20 Millionen US-Dollar in der vierten Staffel. Die Auswirkungen auf die Show dürften interessant sein: Wie billig kann man eine Science Fiction Serie produzieren?

Law and Order: Criminal Intent auf VOX

Montag, 28. Juni, 2004

Wie Bjoern im Forum berichtete, zeigt VOX ab 2. August jeden Montag um 21:10 (auf dem ehemaligen „Third Watch“) Sendeplatz den Law&Order Ableger „Criminal Intent“. In Deutschland kommen wir um einen nichtssagenden Beititel natürlich nicht herum, er lautet „Verbrechen im Visier“.

Im Mittelpunkt dieser IMHO recht spannenden und unterhaltsamen Krimiserie stehen der exzentrische Detective Robert Goren (Vincent D’Onofrio), „der Sherlock Holmes des 21. Jahrhunderts“ (VOX), und seine toughe Kollegin Alexandra Eames (Kathryn Erbe), die teilweise etwas unorthodox den Mördern in New York auf die Schliche kommen.

VOX will erstmal die erste Staffel mit 22 Episoden zeigen.

Die „Mutterserie“ „Law & Order“ läuft derzeit auf 13th Street (Premiere), die zweite Spin-Off „Special Victims Unit“ (die sich hauptsächlich um Sexualverbrechen kümmert) wurde noch nicht in Deutschland ausgestrahlt. Im Herbst startet in den USA eine weitere Spin-Off: „L&O: Trial by Jury“.

Viacom: Wie nutzen wir den VIVAplus Kabelplatz sinnvoll?

Montag, 28. Juni, 2004

Letzte Woche hatte US-Mediengigant Viacom (zu dem unter anderem CBS, UPN, MTV, VH-1, Nickelodeon, Paramount und Showtime gehören) ja die erfolgreiche Übernahme der VIVA AG (samt Brainpool) bekantgegeben. Doch dies solle nicht der letzte Schritt in einer langfristigen Expansionspolitik sein, so Viacom’s Co-Präsident Tom Freston.

Wenn Viacom auch offiziell angibt, ein Hauptgrund für das Interesse an der defizitären VIVA AG sei die ebenso rote Zahlen schreibende Produktionsfirma Brainpool (Anke, Raab) gewesen, so glaube ich eher dass ein anderes Schätzchen im VIVA-Portfolio Viacom mehr als 350 Millionen Euro wert war: Und zwar die sicheren Kabelplätze von VIVA und VIVA plus. Will man heutzutage einen neuen Sender in Deutschland starten, ist trotz DVB-T und Satellit ein Platz im Kabel immer noch unverzichtbar. Und letztere sind begrenzt und sehr schwer zu bekommen. Mit der VIVA-Übernahme hat Viacom jetzt aber gleich zwei weitere dieser begehrten „Slots“ ergattert. Und auf Dauer wird Viacom sicherlich nicht vier Musik-Abspielstationen (MTV, MTV2, VIVA, VIVA plus) weiterführen – wie der taufrische Vicaom Co-Präsident Tom Freston laut Spiegel auch schon verlauten liess.

Nickelodeon wurde gestern von Freston selbst als heisser Kandidat für einen dieser Kabelplätze und somit für eine Wiedergeburt in Deutschland ins Spiel gebracht – auch wenn die SuperRTL im deutschsprachigen Raum bereits einige langfristige Output-Verträge für amerikanische Nickelodeon Produktionen in der Tasche hat. Allerdings fragt sich, ob neben KiKa, SuperRTL und dem RTL2-Vormittagsprogramm wirklich noch Platz in Deutschland für einen weiteren Kindersender ist — die Nickelodeon-Fans sollten sich also nicht zu früh freuen. VIVA als Marke einzustellen würde sicherlich nicht viel Sinn machen, daher dürfte der Sender VIVA wohl auch in Zukunft weiterexistieren — fragt sich nur, in welcher Form und mit welchem Programminhalt — nur eines dürfte sicher sein: jugendlich wirds bleiben.

Aber vielleicht gibt es jetzt ja auch wieder Hoffnung für das ältere Publikum (jenseits der 25) — der Verlust des deutschen VH-1 in den 90ern hat bis heute eine (Markt?-)Lücke hinterlassen und MTV2 hat bis heute auch nicht wirklich eine Daseinsberechtigung. Und dann wäre da noch der gigantische Sendematerialvorrat von Paramount, CBS, UPN und Showtime. Ein Comedy-Spartenkanal (sinnigerweise einfach „Paramount“ genannt), wie man ihn in UK kennt, ist jedoch eher auf einer digitalen PayTV-Plattform vorstellbar. Aber vielleicht ist ja gerade solch ein Ausflug in PayTV-Bereiche ein Teil der Expansionspläne von Viacom, unabhängig von dem VIVA-Erwerb.

Dan Futterman kommt zurück zu "Amy"

Montag, 28. Juni, 2004

Bis 2001 spielte Dan Futterman den jüngeren Bruder Vincent von Richterin Amy Gray (Amy Brenneman) in den ersten Staffeln der Serie „Judging Amy“ (CBS, VOX). Dann nahm er sich eine mehrjährige Auszeit um sich um seine jüngste Tochter zu kümmern. Ab Herbst ist er laut einem Yahoo-Bericht nun wieder als Regular in der sechsten Staffel der Serie dabei.

Um die Serie gab es im April/Mai einige Aufregung, als eine Autorin der Serie über ihr Webblog bekanntgab, dass die Verträge des gesamten „Judging Amy“-Autorenteams zum Ende der fünften Staffel gekündigt wurden.

IMDb Serien Umfrage

Donnerstag, 24. Juni, 2004

Die Internet Movie Database fokussiert sich derzeit in ihrer täglichen Umfrage auf Serien. Gestern ging es um bereits abgesetzte Serien, heute steht die Frage im Mittelpunkt, welche Serie denn dringend abgesetzt werden sollte.

Momentan liegen zwei WB-Serien ganz vorne auf der „Abschussliste“: „7th Heaven“ und „Charmed“.

http://www.imdb.com/poll/

Sneak Preview: Jack and Bobby (Herbst 2004, WB)

Mittwoch, 23. Juni, 2004

Sonntags um 9 — nach „Charmed“ — startet im Herbst auf dem WB die neue Drama-Serie „Jack & Bobby“ aus der Feder von „Everwood“ Creator Greg Berlanti und „West Wing“ Alumni Thomas Schlamme. Hier eine Review der Pilot-Episode, die während der Upfronts in Umlauf kam.

Worum geht’s? Guido Knopp meets Teenage-Angst. Willkommen im Leben der beiden McCallister-Brüder, Jack und Bobby. Jack ist etwa 16, sportlich und gutaussehend, und hat soeben seine erste große Liebe getroffen: Courtney. Bobby ist etwa 10, ein schlauer Geek mit Asthma, der weiss was er will und ohne Zögern für seine Ziele kämpft, aber Probleme damit hat, dass er kaum Freunde findet. Sie leben beide allein mit ihrer etwas exzentrischen Mutter, der Vater ist kurz nach Bobbys Geburt verschwunden. So muss Jack zwangsweise die Vaterrolle übernehmen, aber gleichzeitig lernt auch er von seinem aufgeweckten, jüngeren Bruder. Doch was die Show von anderen Teen-Soaps unterscheidet, ist das Wissen der Zuschauer um die Zukunft der Brüder: Bobby wird einst einer der angesehensten Präsidenten der Vereinigten Staaten und Jack bis zu seinem Tod ebenfalls eine wichtige Persönlichkeit. Und die Serie ist getarnt als eine Art Dokumentation über den Präsidenten Robert (Bobby) McCallister aus der fernen Zukunft des Jahres 2046. Wie man es aus Dokumentationen kennt, werden Geschehnisse immer wieder durch Kommentare von Weggefährten der beiden Brüder unterbrochen, als Rückblick aus der Zukunft.

Wie isses? Naja. Ich konnte mich mit der Serie nicht sonderlich anfreunden. Die Episode ist sehr ruhig inszeniert und arm an Highlights — für eine Pilot-Episode recht ungewöhnlich, aber nicht zwangsweise etwas schlechtes. Die Regie und Kameraarbeit ist gewohnt routiniert, auch hier keine Highlights. Die Charaktere werden lehrbuchmässig gut vorgestellt, aber man baut als Zuschauer kaum eine Verbindung zu den Geschehnissen auf, die Personen wirken größtenteils uninteressant. Immer wenn man gerade beginnt, sich in die Story zu vertiefen, wird man durch einen Zwischenschnitt mit einem Interview aus der Zukunft wieder herausgerissen. Diese Zwischenschnitte sind zu zahlreich, passen nicht wirklich immer zu den Geschehnissen in der Episode, sondern öffnen dünne Handlungsstränge in der weit entfernten Zukunft, die den Zuschauer im Moment eigentlich gar nicht interessieren.

Meiner Meinung nach wäre es attraktiver gewesen, Jack und Bobby jeweils auf zwei Zeitebenen handeln zu lassen. Das heisst, nicht nur diese „HistoryChannel“-mässigen „Rückblenden“, sondern eben Jack und Bobby in der Zukunft zu zeigen und den Eregnissen in ihrer Kindheit gegenüber zu stellen.

Ebenfalls recht überraschend ist, wie die Pilotepisode jeden Hauch eines serienweiten Spannungsbogen schon gleich in Ansätzen zerstört. So erfahren wir gleich in der ersten Episode, dass [Spoiler]Bobby 2041-2046 Präsident sein wird, dass Jack einige Jahre vorher stirbt und dass Courtney sich zuerst in den jugendlichen Jack verliebt, aber dann Jahre später Bobby heiratet und „First Woman“ im Staate wird[/Spoiler]. Damit sind aber auch schon alle wesentlichen Fragen der Zuschauer am Ende der Episode geklärt und ein echtes Interesse, weitere Episoden zu sehen, stellt sich nicht unbedingt ein. Einzig die Charakterstudie von Jack und Bobby soll wohl in den Vordergrund gestellt werden – meiner Ansicht nach nicht genug, um Zuschauer dauerhaft an die Serie zu binden. Greg Berlanti verlässt sich sehr auf den Erfolg, den er mit „Everwood“ hat. Auch dort inszeniert er ein eher ruhiges Drama, aber eben mit interessanteren Charakteren – doch auch hier brauchte es mehr als 15 Episoden, bis die Serie insgesamt interessant wurde.

Das Casting ist okay, Matt Long und Logan Lerman als Jack und Bobby machen ihre Sache gut, Christine Lahti als Mutter mit festen Grundsätzen passt perfekt in die Show. Jessica Pare als künftige First Woman wirkt teilweise reichlich deplaziert und eindimensional, aber das kann auch am dürftigen Drehbuch liegen. Denn dort ist wirklich der Hund begraben. Die Show ist nicht „rund“, überstürzt entwickelt und mit einigen derart vorhersehbaren Szenen gespickt, dass man sich echt fragt, wofür die Autoren da Geld bekommen. Die Konflikte scheinen konstruiert und unwirklich, die romantischen Szenen teilweise mit dem Vorschlaghammer eingefädelt.

Wird’s was? Nicht in dieser Form. Vielleicht können sie ein ganz klein wenig von dem „Schmacht“-Faktor der weiblichen Zielgruppe profitieren, die nach „Charmed“ dranbleibt und die beiden Jungs süss finden — aber wenn nicht noch einiges an dieser Show gedreht wird, kann das eigentlich nur floppen.

Diskutiert über „Jack & Bobby“ im Forum.

 

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