Archiv der Kategorie 'Entertainment'


Nip/Tuck auf Premiere

Freitag, 28. Mai, 2004

Und Premiere fährt fort, sich die Rosinen aus dem Serien-Kuchen zu picken. Mit dem Drama rund um zwei Schönheitschirurgen leistet sich der Pay-TV Sender nun erstmals eine Serie vom amerikanischen FX Cable Network. Wie Premiere heute in einer Presseerklärung angekündigt hat, beginnt die Erstausstrahlung im September auf Premiere 1. Bereits seit längerem war ja bekannt, dass auch die Sopranos zu Premiere wechseln – auch dies wurde in der Pressemeldung erneut bestätigt.

Meine Meinung zu „Nip/Tuck“: Dass diese Serie in einem Atemzug mit „Sopranos“ genannt wird, ist gar nicht so verkehrt. Auch „Nip/Tuck“ überzeugt durch recht düstere, teilweise sarkastischen Drehbüchern und überzeugenden Darstellern. Julian McMahon als Lebemann Christian Troy, der niemals zweimal mit derselben schläft, ist ja als „Cole“ aus „Charmed“ bekannt – und obwohl ich nicht dachte, dass ich jemals eine Serie mit McMahon interessant finden könnte – „Nip/Tuck“ hat mir das Gegenteil beweisen. Diese Show ist ihm auf den Leib geschrieben. Er kommt so richtig schon fies und oberflächlich ‚rüber. Dylan Walsh als Sean McNamara ist der absolute Gegenpol: der aufrichtige und nette Familienmensch, der aber in dem Business immer mehr unter die Räder kommt und im Laufe der Serie den Halt verliert.

Aber auch schon gleich eine Vorwarnung: Diese Serie ist nichts für schwache Gemüter, die sich schon bei der puren Erwähnung des Wortes „Operation“ die Hände vor die Augen halten. Hier wird teilweise richtig lustvoll geschnippelt, Organe verschoben, Nasen gebrochen und Implantate rigoros eingesetzt, dass das Blut nur so spritzt — Freunde des „Gore“-Genres dürfte das zwar nur ein müdes Lächeln abringen, aber Otto Normalzuschauer dürfte schon angesichts der zahlreichen „Oben-Ohne“ Szenen ins Schwitzen geraten ;-). Diese Show zeigt das „dreckige“ und gleichzeitig nach aussen so elitäre Schicki-Micki-Business der Schonheitschirugie in den USA mit wortwörtlich schonungsloser Offenheit.

Die erste Staffel (13 Episoden) ist in den USA auf DVD erhältlich, die zweite Staffel startet im Juni.

Weg von den "Gilmore Girls": Jane Espenson wechselt zu "Tru Calling"

Donnerstag, 27. Mai, 2004

Große Enttäuschung heute für alle „Gilmore Girls“ Fans: Drehbuchautorin Jane Espenson (bekannt als (Co-)Autorin zahlreicher exzellenter „Buffy“ und „Firefly“-Episoden) hat laut einem Bericht im Hollywood Reporter die Warner Brothers Show verlassen und einen 2-Jahres-Vertrag mit 20th Century Fox geschlossen. Ihre erste Aufgabe wird der Job als neue Co-Executive Producerin von „Tru Calling“ sein – und diese Show hat eine/n gute/n Autoren/in wirklich mehr als dringend nötig. Die Grundidee der Serie ist ja ganz nett („Und täglich grüßt das Murmeltier“-Prinzip) – aber die Stories sind desöfteren haarsträubend abstrus. Eliza Dushku („Faith“, „Tru“) und Jane kennen sich auch noch aus der gemeinsamen „Buffy“-Zeit.

Espenson war erst im letzten Jahr zum kreativen „Gilmore Girls“ Team (angeführt von Amy und Daniel Palladino) hinzugekommen und sollte eigentlich die „Jess“-Spin-Off Serie mitbetreuen. Als die Show jedoch noch vor der ersten Episode gecancelled wurde, fielen diese Pläne in sich zusammen und stattdessen steuerte sie nun Drehbücher zu „Gilmore Girls“ bei. Jedoch dürfte dort ein deutlicher „Autoren-Überschuss“ in der gerade beendeten Season geherrscht haben, so dass Jane Espenson offen für neue Aufgaben war.

Im Rahmen ihres neuen Vertrages mit 20th Century soll sie zukünftig auch eigene Projekte entwickeln können.

Six Feet Under

Donnerstag, 27. Mai, 2004

Wir unterbrechen diesen Blog für eine wichtige Mitteilung:

Normalerweise regen mich Rechtschreibfehler auf anderen Websites kaum auf – mir passieren sie ja auch ständig, aber nachdem ich das jetzt schon *mehrfach* auf diversen deutschen Sites gelesen habe, muss ich den Besserwisser raushängen lassen und es einfach loswerden: Es heisst „Feet“, nicht „Feed“. „Feet“ = plural von engl. „foot“ = „Fuß“, (Maßeinheit), „Feed“ = engl. „Fütterung, (Ein-)Speisung“. „Six Feet Under“ = 1,80 Meter unter der Erde, keine sechsfache Armen-Speisung. Ach ja, und „Standard“, nicht „Standart“.

Und nun zurück zum sablog, already in progress…

Die Quoten für „Six Feet Under“ auf VOX sind mehr als zufriedenstellend – für solch einen späten Sendeplatz jedenfalls. Das Experiment „SFU“ dürfte also als „gelungen“ bezeichnet werden. Da, schaut genau hin, ZDF, so funktioniert das. Staffel 4 startet am 13. Juni in den USA auf HBO.

(jetzt werde ich wahrscheinlich dutzende Nörgelmails mit Hinweise auf meine eigenen Rechtschreibfehler bekommen — naja, that’s life ;-))

Wird Carsey-Werner verkauft?

Mittwoch, 26. Mai, 2004

Huh, scary. Letzte Woche erwähne ich hier im Blog noch, dass Carsey-Werner sich nur noch mühsam an wenigen Produktionen festhält und beinahe als eine Art Bestätigung gibt es jetzt schon die ersten Übernahme-/Verkaufsgerüchte. Die L.A. Times berichtet, dass das Produktionsstudio („The Cosby Show“, „Roseanne“, „3rd Rock From the Sun“, „That 70’s show“) erste Anstrengungen auf der Suche nach potentiellen Käufern unternommen habe. Der Wert der Firma werde derzeit auf 500 Millionen bis 1 Milliarde US-Dollar geschätzt, sie beschäftigen 75 Mitarbeiter.

Die drei Inhaber (Marcy Carsey, Tom Werner und Caryn Mandabach) haben in einer Erklärung allerdings betont, dass man derzeit nur auf der Suche nach neuen strategischen Allianzen sei.

Naja, hoffen wir mal für das „relativ“ kleine Independent-Studio, dass sie es schaffen, ihre Eigenständigkeit zu behalten. Sonst ist es bald endgültig vorbei mit der Vielfalt auf dem Programmmarkt.

Wonderfalls DVD Update

Mittwoch, 26. Mai, 2004

Heute beschränke ich mich mal auf Zitate … und hier haben wir ein Goodie von Tim Minear aus dem buffistas.org Forum:

„Okay, some tiny good news — looks as though 20th is going to go through with „Wonderfalls“ DVDs. The folks on the DVD marketing side love the 13 episodes and see great potential. We’re talking about extras and commentary and all that good stuff. December/Holiday release was mentioned.“

Ferner erwähnt er noch, dass die Musik Lizenzen „impossible expensive“ seien und daher vermutlich der Soundtrack ausgetauscht werden müsse. Offenbar sind DVD-Musikrechte heutzutage immer noch ein Problem, obwohl doch eigentlich alle neuen Shows automatisch auch die DVD-Verwertungsrechte von Songs „im Voraus“ sichern. Tim Minear hat aber angedeutet, dass die gleichen Leute, die auch schon den Soundtrack für die originalen Episoden ausgesucht hätten, nun die „billigere“ Songlist zusammenstellen würden.

quote of the day

Mittwoch, 26. Mai, 2004

von zap2it:

We can’t wait for the episode where there’s a murder in New York City and the casts of „Law & Order,“ „Law & Order: Special Victims Unit,“ „Law & Order: Criminal Intent,“ „Without a Trace“ and „CSI: NY“ all converge around a corpse and argue about jurisdiction for an hour.

Die Zukunft des TVs

Dienstag, 25. Mai, 2004

Neben TV auf T-Shirts gibt es auch erfolgversprechendere Ausblicke auf die Zukunft des Fernshens.

Der NJ Business Ledger hat einen solchen Ausblick gewagt.

we’ll have a personalized lineup of shows that will be downloaded to the home entertainment server
[…]
If you want to see the first ‚Tonight Show with Johnny Carson,‘ for maybe $2.99 it can be downloaded to your server and watched on any of your TVs
[…]
That stuff is out there, but it’s not likely to be ready within the next 10 years.

Naja, mit Ansätzen wie TiVo und VDR geht die technologische Entwicklung aber schon mit riesen Schritten auf diese Zukunftsmalereien zu. Hauptsächlich die Programmproduzenten, die Networks, sind aber dienjenigen, die sich gewaltig umorientieren müssen. In dem Zusammenhang kommen dann wohl auch wieder „direct-to-DVD“ TV Shows zur Sprache – vielleicht werden die „Upfronts“ in 10 Jahren nicht mehr die Werbekunden sondern die Zuschauer addressieren? In einer großen Werbeveranstaltung bekommen die Zuschauer Trailer, Promos und andere Infos zu neuen, geplanten Serienproduktionen vorgestellt und gleich im Anschluss können sie per TiVo die neue Show (gegen Bezahlung versteht sich) buchen. Wenn sich genügend Käufer finden, wird jede Woche eine Episode produziert und in den heimischen TiVo-Server der Abonennten gestreamt – weltweit.

Wie auch immer: Es wird auf jeden Fall teurer werden für den einzelnen Zuschauer.

FOX: Arrested Development und Wonderfalls

Dienstag, 25. Mai, 2004

Was mich bei solchen Artikeln wie bei zap2it immer wieder quält, ist die Frage: Warum hat FOX das gleiche „Commitment“, dass sie gegenüber „Arrested Development“ zeigen, nicht auch gegenüber „Wonderfalls“ angewendet? FOX hat „Wonderfalls“ ja nicht mal den Hauch einer Chance gegeben. Und „AD“ wird verlängert, obwohl die Quoten mau sind (Versteht mich nicht falsch, ich bin schon froh, dass wenigstens eine Serie von den beiden „überlebt“ hat).
Naja, das sieht wohl stark nach persönlichen Vorlieben und Abneigungen (gegenüber bestimmten Personen) in den Entscheidungshierachien des FOX Networks aus.

TIME.com: What Do Guys Want?

Dienstag, 25. Mai, 2004

Nein, dieser Artikel auf TIME.com ist kein Ratgeber für Single-Frauen, die auf Partnersuche sind, sondern zeigt vielmehr die Problematik auf, welche die „good old broadcast networks“ derzeit plagt. Junge Männer wollen im TV vor allem derbe Action und da hilft es nicht gerade, dass man jedes unanständige Wort ausblenden muss oder Live-Übertragungen mit 5 Sekunden Verzögerung ausstrahlt. TIME zitiert jüngste Nielsen-Zahlen nachdem dieses Jahr 13 Prozent weniger Männer in der Alterszielgruppe 18-34 Jahre die network channels wie NBC und ABC eingeschaltet haben als noch im letzten Jahr. Nun wo gehen sie hin? Zu Videogames, Internet und Cable Networks (wie HBO, MTV etc.). Letztere scheren sich nämlich einen Dreck um die typisch amerikanische Konservativität hinsichtlich der „Sauberheit“ des TV-Programmes – da geht es um Sex, Gewalt, und Begriffe wie „fuck“ werden auch nicht ausgeblendet.

What do guys want that they can’t get from the networks? Sex, sure, but, more than that, danger and authenticity — the raw, unbleeped real deal, unpredictable and without a five-second delay

Schön und gut, aber der Gebrauch des Wörtchen „fuck“ allein kann ja nicht der Grund für den Erfolg der Cable Networks (oder den Misserfolg der Broadcast Networks) sein — die allgemeine Programmqualität ist bei den „Kleinen“ mittlerweile deutlich gestiegen während die „alten“ Networks auch aus Kritikersicht in den letzten Jahren nachgelassen haben.

TV’s biggest quandary is how to solve one problem without worsening the other.

Nunja, die Mischung macht’s. Der Superbowl wird niemals eine weibliche Zuschauerschicht ansprechen so wie 7th Heaven nun mal eine „chick show“ ist (Ausnahmen bestätigen die Regel ;-)). Dann muss man eben ein ausgeglichenes Programm präsentieren, und neben eine „chick show“ auch eine „guy show“ platzieren. Oder sich wie im Fall von UPN plötzlich trotz „WWE Smackdown“ und „Enterprise“ auf die weibliche Zielgruppe konzentrieren.

„Are you looking for the people who actually buy cars,“ he asked, „or the people who say, ‚Daddy, please buy me a car‘?“

LOL, da kommen wir langsam zur zentralen Frage, die die Werbeindustrie seit Jahren bewegt? Wer trifft denn die Kaufentscheidungen in den Haushalten? Sind es immer diejenigen, die das Geld verdienen?

women make most viewing decisions, so it’s best to create shows that women will seek out and men will tolerate […] What, after all, do most men want? To be in the good graces of a woman. She’s the one who has the remote.

Hehe 🙂 Dieser Satz hat Signatur-Qualität.

L.A. Screenings

Montag, 24. Mai, 2004

Der Hollywood Reporter bespricht ausführlich in einem Artikel die Änderungen auf dem TV-Rechte Markt in diesem Jahr. Aus Anlass der heute beginnenden „L.A. May Screenings“, die traditionell nach den Upfronts stattfinden, wurde der sich ändernde Markt unter die Lupe genommen. Besonders erwähnt werden die Einkäufer von BSkyB (UK), SBS (Niederlande) und Network Nine (Australien).

Interessanteste Punkte: Die internationalen Einkäufer sehen zunehmend Probleme durch die steigende Anzahl kurzer Serien (6-18), die entweder von vorneherein als „limited series“ ausgelegt sind, oder mitten in der Handlung abgesetzt werden, nachdem die Serie bereits eingekauft wurde. Und somit fehlt den Einkäufern das Programmmaterial.

Aber auch andere Probleme sind in den letzten Monaten deutlich geworden:

„This year, the big question was: Where had all the young men gone (from the television viewing audience)? To some extent, they had gone to video games and to their computers. We also have to look at (personal video recorders) and how that is going to impact the advertising market and how the advertiser is going to reach the consumer. On top of all of that, you have the phenomenon of nonscripted programming, which has a low repeat value.

Ausserdem hat der HR eine Übersicht über alle neuen Serien der Season – aber diesmal nach Produktionsstudio geordnet. Sehr nützlich.

 

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