Sneak Preview: JOAN OF ARCADIA (Herbst 2003, CBS)
Donnerstag, 17. Juli, 2003
Barbara Hall ist Produzentin der Erfolgsserie „Judging Amy“ und hat für den Herbst einen Deal für eine neue PrimeTime-Show bei CBS erhalten: „Joan of Arcadia“ soll den Freitagabend zum CBS-Fernsehabend für die ganze Familie machen. In der full-hour Show darf neben Film-Urgestein Joe Mantegna („Godfather III“) auch Oscar-Gewinnerin Mary Steenburgen („Back to the Future III“, „Philadelphia“) die Casting-Liste veredeln. Im Mittelpunkt steht aber die 20jährige Amber Tamblyn („The Ring“) als 16jährige Joan Girardi.
Worum geht’s? Man nehme das Grundprinzip von „Touched by an Angel“, gebe eine Prise „Columbo“ hinzu und mische das gut mit einer beliebigen Teenage-Highschool-Angst-Serie. Fertig ist „Joan of Arcadia“. Joan Girardi ist eigentlich ein Mädchen wie viele andere in ihrem Alter. Sie steht morgens stundenlang vor dem Spiegel auf der Suche nach ‚was vernünftigem zum Anziehen, sie hasst die High-School und sie spricht auch hin und wieder mit Gott. Einziges Problem: Gott antwortet. Und das kann einen Teenager ganz schön aus dem Tritt bringen. So ist Joan, Tochter des Polizeichefs des LA-Stadteils „Arcadia“ und gerade erst seit 6 Monaten in dieser Nachbarschaft, auch ordentlich durcheinander, als Gott sich ihr plötzlich in verschiedensten Lebensformen offenbart und sie darum bittet, ihm ein paar Gefallen zu tun. Natürlich kann man Gott solch eine Bitte nur schwer abschlagen und somit beginnt Joan kleine Aufgaben zu übernehmen, die „zufälligerweise“ öfters mit den Kriminalfällen zu tun haben, mit denen sich gerade ihr Vater herumschlagen muss. Nicht umsonst drängt sich schon vom Titel eine Ähnlichkeit zu „Johanna von Orleans“ auf. Doch das sind nicht Joans einzige Probleme: Ihr kleiner Bruder ist ein computerfixierter Technik-Geek, ihr älterer Bruder sitzt seit einem Autounfall gelähmt im Rollstuhl und findet sich wie seine Eltern nur schwer mit seiner Lage als Behinderter ab und in der Schule (übrigens die Schul-Location, an der auch schon „My So-Called Life“ gedreht wurde) hat Joan einige Probleme mit ihren Freundinnen. Somit werden die Storylines in der nahen Zukunft erstmal nicht ausgehen…
Wie isses? Die Serie hat einige Probleme, den Spagat zwischen erwachsener Krimi-Serie und lockerer Teenager-Serie zu schaffen. Zu inkompatibel sind die Storylines, zu offensichtlich und abgedroschen sind die Stereotypen (der kleine Bruder als Technik-Freak; der überarbeitete Vater, der kaum noch Zeit für seine Familie hat; der behinderte Bruder, der arge Selbstzweifel hat). Aber die Serie hat einen gewissen „Touch“ – immerhin vermeidet sie zumindest im vorläufigen Piloten das religös-triefende Pathos von „Touched by an Angel“ – und kann zudem durch einen überraschend spritzigen Humor aufwarten. Während die Darsteller der Eltern und Geschwister in meinen Augen nicht sonderlich überzeugen (was aber auch an der Vorhersehbarkeit ihrer Charaktere liegen kann), so sticht Amber Tamblyn umso mehr hervor. Sie hat eine sehr natürliche Art und kann den leicht subtilen Humor der Serie hervorragend herüberbringen. Damit haben wir die Höhepunkte der Serie aber schon abgehandelt. Während die Storyidee eigentlich noch recht originell ist, lässt das Drehbuch dann doch etwas zu wünschen übrig. Dennoch dürfte die Serie, wenn man nach dem Erfolg von „7th Heaven“ und ähnlichen „familientauglichen“ Serien in den USA urteilt, durchaus große Chancen auf einen Quotenerfolg haben, vor allem da die Konkurrenz auf diesem Sendeplatz eher mäßig ist.
Wo gibt’s mehr Infos?
TV Tome
CBS Info
Fansite joanofarcadia.com
NBC versucht dieses Jahr den Grundstein für das Programm der nächsten „Friends“ und „Frasier“-losen Jahre zu legen. Man tut dies mit einem üppigen Star-Aufgebot, neben Whoopi Goldberg, Rob Lowe und John Larroquette hat auch Alicia Silverstone eine eigene Serie erhalten. Als „Miss Match“ muss sie freitags um 20 Uhr gegen WB’s „Reba“, FOX‘ „Wanda at Large“ sowie CBS‘ neuer Show „Joan of Arcadia“ antreten.
Die in den USA nicht sonderlich erfolgreiche Action-Serie „Fastlane“ (FOX) startet jüngsten Insider-Informationen zufolge am Anfang September auf VOX. Jeden Dienstag um 20:15 zeigt der RTL-Group-Ableger eine Episode der Krimi-Serie rund um zwei hippe Undercover-Cops, die in einem Milieu zwischen schnellen Autos und sexy Frauen ermitteln. „Fastlane“ lief in den USA 22 Folgen lang von September 2002 bis April 2003 und wurde wegen schwacher Quoten und hoher Produktionskosten nicht um eine weitere Saison verlängert. Markantes Aushängestück der Serie ist Ex-Beverly Hills 90210-Sternchen Amber Tiffani Thiessen, die als Chef der beiden Undercover-Cops auftritt.
Basierend auf dem von Jennifer Lopez verkörperten Charakter eines taffen weiblichen US Marshals aus dem Box Office Hit „Out of Sight“ startet im Herbst 2003 eine neue Krimi-Drama-Serie auf ABC. Produziert von solch illustren Namen wie Barry Sonnenfeld und Danny DeVito soll die aufwändig in Szene gesetzte Serie das durch den „Millionaire“-Wahn vergangener Jahre in Probleme geratene Alphabet-Network wieder aus dem Quotenloch ziehen. Mittwochs um 22 Uhr muss die Show gegen die neue David E. Kelley Show „The Brotherhood of Poland, N.H.“ und vor allem das Urgestein „Law & Order“ bestehen. Sollte ABC nun endlich wieder eine gute Fiction-Serie im Portfolio haben?
Jerry Bruckheimer, der David E. Kelley des neuen Jahrtausends, hat derzeit ein ganzes Arsenal an Serien in den USA am Start. Neben „CSI“ und „CSI:Miami“ (beides CBS) ist der von „Black Hawk Down“ bekannte Produzent ausserdem verantwortlich für „Without a Trace“(CBS) und die neuen Serien „Fearless“(WB) sowie „Cold Case“ (CBS). Mit der für Herbst 2003 gebuchten Drama-Serie „Skin“ produziert er nun erstmals eine Serie für das FOX-Network. In der modernen Variante der zeitlosen „Romeo & Julia“ Erzählung geht es neben Liebe und Sex auch um dunkle Machenschaften, politische Intrigen und brutale Kriminalität. Aber kann „Skin“ gegen die Erfolgsserien „Everybody Loves Raymond“ (CBS) und „Everwood“ (WB) bestehen können oder wird NBCs „Las Vegas“ der neue US-Hit am Montagabend?
Nachdem Eliza Dushku nun doch nicht die Hauptdarstellerin einer möglichen „Buffy“-Spinoff wurde, gilt das Augenmerk vieler „Faith“-Fans ihrem neuen Serien-Projekt „Tru Calling“, das im September auf FOX starten wird. Die Show wird es schon alleine vom Sendeplatz her nicht einfach haben, in ihrem Timeslot muss sich die Serie gegen „Friends“, „Scrubs“ und „Survivor: Panama“ behaupten. Aber wird die Serie aus den Federn von Roswell/Dawson’s Creek-Autor Jon Feldman und Buffy-Alumni Doug Petri wenigstens zu einem Geheimtipp für Mystery- und Ex-Buffy-Fans?
Wie sind die Erfolgsaussichten? Die Show hat gute Chancen, das Erbe von „Dark Angel“ anzutreten und dank der eingefleischten Dushku-Fangemeinde mehr als eine Season zu überleben, aber dazu muss die Show gute Quoten einfahren und das wird angesichts des harten Konkurrenzprogramms alles andere als ein Spaziergang. FOX muss noch an ein paar Details feilen, damit die Show wirklich ein langfristiger Erfolg wird. Ansonsten könnte ein schnelles Ende drohen.