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Straczynskis "Star Trek"-Konzept

Mittwoch, 7. November, 2007

Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere, vor mehr als zwei Jahren geisterte nach der Absetzung von UPNs „Enterprise“-Serie kurz mal der Vorschlag durch’s Netz, dass „Babylon 5“-Erfinder J. Michael Straczynski (JMS) eine Neuauflage des „Star Trek“-Franchises konzipieren könnte. Die Idee stammte sogar von ihm selbst und er postete seinerzeit auch ein paar Sätze dazu in der Babylon 5-Newsgroup. Gemeinsam mit Autoren-Kollege Bryce Zabel wollte er einen kompletten „Reboot“ der „Star Trek“-Geschichte durchführen und den Grundstein für eine neue Serie legen. Doch schon nach wenigen Stunden nahm er damals sein Angebot zurück, als er von Paramount signalisiert bekam, dass das Studio das „Star Trek“-Franchise für einige Jahre ruhen lassen wollte und kein Interesse an einer neuen Serie hätte.

Heute stieß ich nun zum ersten Mal bei IESB.net auf detailliertere Angaben zu JMS‘ damaligen Konzept für diese neue Star Trek-Serie. Da „Babylon 5“ immer noch recht weit oben auf meiner Liste der besten TV-Serien steht, musste ich da natürlich genauer hinschauen (und so gibt es heute halt noch einen Blog-Eintrag, das ist ja geradezu eine Inflation ;-).

Demnach hatte JMS im Grunde ein Remake der Original Star Trek-Serie aus den 1960er Jahren vor den Augen, allerdings auf dem Niveau moderner Fernsehproduktionen des 21. Jahrhunderts. All die Charaktere der Ur-Serie stünden auch diesmal wieder im Mittelpunkt, also Kirk, Spock und McCoy ebenso wie Uhura, Scotty und Sulu. Der Haupt-Twist der neuen Serie würde allerdings bei einer bis dato ungeklärten Fragestellung der Original-Serie ansetzen: Warum würde die Föderation ausgerechnet Kirk zum jüngsten Raumschiff-Kapitän ernennen und ihn mit dem modernsten und teuersten Raumschiff auf eine ziellose Expedition durch das Weltall schicken? JMS hatte in diesem Kontext die Idee, dass Kirk in Wirklichkeit einem Geheimauftrag der Föderation nachging: Das Auffinden einer lang verschollenen Ur-Rasse, die den Ursprung für alle „modernen“ Rassen bildete, seien es die Menschen, Klingonen oder sogar Vulkanier. Von Perry Rhodan bis Erich von Däniken dürften da einige aufhorchen ;-). Am Schluß wird JMS regelrecht philosophisch:

In the re-booted Star Trek universe, there is a “Prime Directive” but it is not about noninterference in the matters of other races. This Prime Directive states simply that it is the mission of the Starship Enterprise is to do whatever is necessary to find this long-lost race, and discover the truth about the common origin of all life forms everywhere, the truth that will unite a galaxy.

Who are we? Why are we here? Are we special? Are we tools? Cannon fodder? Or are we being prepped for something…amazing? Over the next five years, we’ll offer up the answers.

Ich muss sagen, dass mir dieses Konzept (oder zumindest JMS‘ euphorische Beschreibung davon) auf den ersten Blick wirklich gut gefällt. Überhaupt wäre eine „Ehe“ von Straczynski und „Star Trek“ wohl eines der interessantesten Experimente im SciFi-TV gewesen. Schade, dass es nicht dazu kam.

Bleibt die Hoffnung auf eine vernünftige Wiederbelebung des Franchise durch J.J.Abrams, der gerade mit dem Dreh zum elften „Star Trek“-Film begonnen hat (Dezember 2008 in den Kinos). Auch er geht zurück an die Wurzeln des Mythos „Star Trek“ und widmet sich erneut Kirk & Co. Doch nach all den mittelmäßigen TV-Flops des vermeintlichen Wunderkinds („Six Degrees“, „What About Brian“) bin ich etwas skeptisch. Aber vielleicht ändert sich meine Einstellung ja nach dem 18.1.08.

 

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