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CBS: "The Class" und "HIMYM" tauschen die Plätze

Mittwoch, 4. Oktober, 2006

Kommando zurück à la CBS: Nachdem man bei den Upfronts zunächst die neue Sitcom „The Class“ um 20:30 hinter „How I Met Your Mother“ (20 Uhr) platzierte, wurde diese Kombination einige Tage später umgedreht. Aus meiner Sicht schon damals höchst unverständlich. Hoffte man ernsthaft, dass die unbekannte Newcomer-Sitcom am Montag bessere Quoten als das einigermassen etablierte „HIMYM“ ziehen würde?

Wie auch immer, die Quoten von „The Class“ waren dem Niveau der Show entsprechend unterdurchschnittlich während „HIMYM“ sich formidabel schlug und deutliche Zugewinne gegenüber seinem neuen Lead-In verbuchen konnte. Gestern machte CBS nun die Rolle Rückwärts und kündigte den erneuten Tausch der beiden Shows an. Zukünftig wird „Mother“ als Lead-In für „Class“ fungieren. Das könnte wiederum den Quoten von „Mother“ erstmal einen Dämpfer versetzen, da die Fangemeinde nun eine halbe Stunde füher einschalten muss.

Könnte aber auch von kurzer Dauer sein, denn CBS hat ja noch eine (finale?) Staffel „King of Queens“ in der Hinterhand, das vermutlich bessere Quoten als „The Class“ einfahren könnte. Im November sind Sweeps, dann wird wohl auf allen Networks einiges umgeräumt — warten wir mal ab, wie sich die Quoten bis dahin entwickeln.

Bei ABC hat man wiederum das eigenwillige Comedy-Projekt „Knights of Prosperity“ erstmal auf die lange Bank geschoben. Offiziell heisst es, man habe keinen Sendeplatz und keine Promo-Ressourcen frei. Inoffiziell würde ich aber auch darauf tippen, dass die Show bei Testzuschauern ein bestenfalls durchwachsenes Ergebnis hatte (ich fand sie reichlich irritierend) und ABC nun kalte Füße bekommt, da wohl auch das Hauptzugpferd der Show, Mick Jagger, angedeutet hat, dass er auf absehbare Zeit für die Serie nicht zur Verfügung stehe.

The Class

Dienstag, 25. Juli, 2006

Inhalt in einem Satz: Sitcom um das Aufeinandertreffen ehemaliger Grundschulkameraden nach 20 Jahren. CBS.

Leichte Spoiler voraus.

theclass.jpgQuick Review: Oh mein Gott, geht mir Jason Ritter auf die Nerven. Das mag auch an dem fürchterlich unterdurchschnittlichen Script für „The Class“ liegen, aber das wird noch einige Zeit dauern, bis er bei mir den gleichen Beliebtheitsfaktor innehat wie sein viel zu früh verstorbener Vater. Vielleicht soll er auch lieber bei den ernsteren Rollen bleiben – in „Joan of Arcadia“ war er ja noch einigermassen erträglich. „The Class“ wird jedenfalls nicht das neue Highlight auf seinem Lebenslauf sein. Sofern nicht noch fundamentale Änderungen an der Show vorgenommen werden, wird die TV-Season ohne „The Class“ zu Ende gehen. Erstmal ein nervender Laugh-Track aus der Dose. Dazu mäßig laue Gags (die auch schon allesamt in den Previews verheizt wurden) und dazu typisch sitcom-mäßige überzeichnete Charaktere. Letzteres mag seinen Ursprung darin haben, dass man bei acht Hauptdarstellern in einem 22-Minuten Format gar nicht genügend Zeit hat, um sorgsamer auf die einzelnen Rollen einzugehen. Das mag sich in den folgenden Episoden ändern, aber die Aufgabe einer Pilot-Episode ist es nun mal Interesse bei den Zuschauern zu wecken und damit ist nicht ein „hoffentlich wird’s nächste Woche besser“-Eindruck gemeint.Gut, da ist ein gewisser Faktor Ehrlichkeit in der Show, man versucht zumindest etwas Tiefgang anzudeuten, aber dann haut der nächste plumpe Gag die Stimmung gleich wieder ins Nirvana.

Fazit: Ja, ich weiss, von einer einzelnen Pilot-Episode sollte man insbesondere bei Komödien nicht zuviel Rückschlüsse auf den Rest der Show ziehen. Aber so wird das nix. Hie und da vielleicht ein paar Recasts könnten helfen — aber vor allen Dingen müssen die unoriginellen Sitcom-Allerweltswitzchen aus der Serie verbannt werden und die Story einzelner Episoden muss sich viel konkreter auf ausgewählte Charaktere konzentrieren. Wenn die Gags funktionieren, nervt auch der Laughtrack nicht mehr so stark. Die Grundidee hätte durchaus Potential, wenn man sie anders (weniger plump) umsetzen würde. Man will zwar allem Anschein nach irgendwie auf den „Mother“-Zug aufspringen, aber hat gleichzeitig noch „Friends“ als Zielvorgabe und verpeilt so den Trend um ein ganzes Jahrzehnt. Und nun soll diese Show auch noch als Lead-In funktionieren. Mir schwarnt Böses. CBS hat hoffentlich noch einen Plan B in der Hinterhand.