Archiv der Kategorie 'Entertainment'


Emmys 2004

Dienstag, 21. September, 2004

Nö, zu den Emmys hab ich nicht viel zu sagen. Kam ja fast alles wie erwartet (wenn auch nicht wie erhofft). „Arrested Development“ hat seinen Emmy und das war das Wichtigste. („Gilmore Girls“ hat übrigens auch einen)… Die kompletten Listen gibts auf den diversen anderen Websites, ich empfehle die offizielle Quelle emmys.tv, dann vermeidet man die Übersetzungsversuche gewisser deutscher Websites ( à la „Bestes Klassenprogramm“).

Hoffnung für Quality TV: Zwick & Herskovitz sind zurück bei ABC

Donnerstag, 16. September, 2004

Stolz verkündete ABC via Presseerklärung diese Woche, dass das Erfolgs-Duo Marshall Herskovitz und Ed Zwick eine neue Twen-Drama-Serie für das „Alphabet“-Network produzieren wird. Aus der Hand der beiden Hollywood-Erfahrenen („Shakespeare in Love“, „Traffic“, „The Last Samurai“) stammen solche wegweisenden TV-Klassiker wie „thirtysomething“, „My So-Called Life“ und „Once and Again“, die alle auf ABC liefen.

Auch diesmal nehmen die beiden eine spezielle Altersgruppe in der neuen Serie unter die Lupe: Die twentysomethings. Die Serie, die derzeit unter dem Arbeitstitel „1/4life“ entwickelt wird, soll von 7 Freunden in Chicago handeln, die nach dem Collegeabschluss mit der berüchtigten „Quarterlife-Crisis“ zu kämpfen haben und nach einem Sinn und Ziel in ihrem Leben suchen. Sozusagen „Friends“ mit Niveau. Zurecht darf man hohe Ansprüche an diese neue Show haben – Zwick und Herskovitz haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie exzellente Dramaserien auf höchstem Niveau produzieren können.

ABC hat nun den Auftrag für die Produktion einer Pilot-Episode gegeben.

Produziert wird die Show von Zwick/Herskovitz eigener Firma „The Bedford Falls Company“ in Kooperation mit Touchstone. Ein Starttermin ist noch unbekannt, ABC betont allerdings, dass sie ebenfalls wie die anderen Networks aus dem Fall/Midseason Konzept ausbrechen und zum round-year Schedule wechseln wollen. „1/4life“ könnte somit starten, sobald ABC grünes Licht für die Produktion weiterer Episoden gibt und einen freien Sendeplatz findet.

Der Anfang vom Ende von "Tru Calling"?

Mittwoch, 15. September, 2004

Das kam aus heiterem Himmel – FOX hat laut Variety vorgestern angekündigt, den Start der zweiten Season von „Tru Calling“ auf Anfang 2005 zu verschieben. Gleichzeitig wurde die ursprüngliche 13-Episoden Order erstmal auf 6 Episoden gekürzt. Das bedeutet nicht zwangsweise, dass die zweite Staffel nur 6 Episoden haben wird, aber ein gutes Zeichen ist das sicherlich nicht.

Interessant ist auch die Begründung der Verschiebung: Variety beruft sich auf „Insider“, die davon sprechen, dass FOX mit der Qualität der ersten beiden Episoden der zweiten Staffel sehr zufrieden sei. Das Problem seien jedoch die hohen Kosten – angesichts eines bereits ziemlich vollen Programmschemas von FOX für das restliche Jahr, habe man sich dazu entschlossen, das quotenmäßig bisher nur mittelmäßig erfolgreiche „Tru Calling“ erstmal auf die lange Bank zu schieben. Sowas ist aber nie nur eine finanzielle Entscheidung, man sieht wohl keinen langfristigen Erfolg der Show:

But there’s also evidence senior News Corp. management believes that „Tru“ may simply be too narrow in its appeal, and that the skein will never be able to break out.

Ein neuer Starttermin für die Serie ist bisher nicht bekannt, Variety berichtet von Gerüchten, nach denen der berüchtigte Friday-Night-Death Slot („Wonderfalls“, anyone?) eine Möglichkeit wäre.

Irgendwie schade. Die erste Season war nicht gerade der Bringer, aber auf Season 2 hatte ich durchaus einige hohe Erwartungen gesetzt — denn mit den richtigen Autorenteam hat die Show Potential. Jetzt werden bestimmt an allen Ecken und Enden wieder endlose Petitionen auftauchen… 😉

Premiere goes HDTV

Freitag, 10. September, 2004

In wenigen Tagen startet die Internationale Broadcaster Messe IBC in Amsterdam und wie üblich gibt es um diese Zeit oftmals neue Anküdigungen und Präsentationen zu technischen Neuerungen von den europäischen Sendern. Nicht erst seit diesem Jahr ist „HDTV“ dabei eines der Buzz-words von dem sich Hardware-Industrie und Sendeanstalten in der nächsten Dekade einen deutlichen Schub für den Absatz ihrer Produkte erhoffen.

Premiere-Chef Kofler hatte ja bereits 2003 angedeutet, dass 2005 ein oder mehrere HDTV-Kanäle bei dem Münchner PayTV-Sender starten sollen. In einer Presseerklärung hat Premiere gestern nun offiziell den Starttermin für das hochauflösende Fernsehen bekanntgegeben: 1. November 2005. Ausgestrahlt werden die neuen Programme zunächst nur über die ASTRA-Satelliten – ich nehme mal an, dass Premiere da neue Transponder anmieten muss, die derzeitige Bandbreite dürfte wohl für mehrere HDTV-Kanäle nicht mehr ausreichen. (Astra.lu/SES hat übrigens die gleiche PR online). Angekündigt sind zunächst drei HDTV-Kanäle (Sport, Film, Dokumentationen). Es ist wohl davon auszugehen, dass diese Kanäle jeweils eine Auswahl des jeweiligen regulären Programms (soweit in HDTV Auflösung verfügbar) zeigen – vielleicht ja auch US-Serien, die in den USA zu einem großen Teil bereits in HDTV und Dolby 5.1 produziert werden. Spätestens zur Fußball-WM 2006 dürfte dieser HDTV-Kanal den Absatz von hochauflösenden LCD/Plasma-Bildschirmen nochmals ein gutes Stückchen steigern – und hoffentlich somit auch zu fallenden Preisen beitragen.

"Veronica Mars"

Mittwoch, 8. September, 2004

Da das zum sablog gehörende Forum ja noch etwas an mangelnder Beachtung kränkelt, mache ich mal mit einem extra Posting auf eine Review der neuen UPN-Serie „Veronica Mars“ von „mb“ im Forum aufmerksam. Sofern sich das letztjährige „Jake 2.0“-Debakel (so schlecht war die Serie doch gar nicht!?) nicht wiederholt, könnte das UPN näher an WB heranbringen.

Link: „Veronica Mars“-Review im Forum

"Wonderfalls" in den Niederlanden

Montag, 6. September, 2004

Die erste komplette Ausstrahlung in Europa der von FOX vor einigen Monaten abgesetzten Serie „Wonderfalls“ findet gerade in unserem Nachbarland Holland statt. Der private FreeTV Sender „Yorin“ zeigt seit gestern(!) jeden Sonntag um 17 Uhr alle 13 Episoden der köstlichen Serie rund um die ambitionslose 20something Jaye Tyler, die plötzlich mit sprechenden (Stoff-)tieren konfrontiert wird, die ihr seltsame Aufträge geben. Damit ist „Yorin“ erst der zweite Sender überhaupt, der alle Episoden zeigen wird – FOX Latin America zeigt bereits seit Juli die Serie. Yorin zeigte wohl Anfang des Jahres auch schon „Dead Like Me“, die andere Serie aus der Feder von Autor Bryan Fuller. Nutzen tut das Zuschauern in Deutschland leider eher weniger, „Yorin“ ist meines Wissens auch im deutsch-niederländischen Grenzbereich nicht im Kabel eingespeist (dafür aber ein paar andere belgisch/niederländische Kanäle) und über Satellit (Astra) ist der Kanal verschlüsselt.

[Überhaupt zeigen die niederländischen Kanäle, worin der Vorteil der Untertitelung anstatt Synchronisation liegt: Aktuelle US-Serien starten meist bereits wenige Monate nach dem Start in den USA und durch die wöchentliche Ausstrahlung enden sie oftmals auch nur ein bis zwei Wochen nach dem Ende in den USA. Sei es „The O.C“, „Charmed“, „Angel“, „Everwood“ oder „Enterprise“, die letzten US-Staffeln all dieser Serien liefen bereits oder laufen zur Zeit in den Niederlanden, während man hierzulande noch mühsam mit der „Verschlimmbesserung“ der Serien durch die Synchronisation beschäftigt ist…]

Ich habe mittlerweile alle 13 Episoden von „Wonderfalls“ gesehen und die Absetzung der Show ist auch nachdem man nun einen Eindruck der gesamten Mini-Staffel hat, mehr als zu bedauern. Die Serie hatte das gewisse „Etwas“, das sie von anderen Shows abhob und sehenswert machte. „Wonderfalls“ erzählte interessante Geschichten mit einem ungewöhnlichen Stil und einem netten sarkastischen Unterton. Sicherlich war sie nicht der heilige Gral des TVs oder die Neuerfindung des Genres, aber die Show funktionierte – und hätte sicherlich problemlos noch einige Seasons mit Material füllen können. „Wonderfalls“ wurde zeitgleich mit „Joan of Arcadia“ produziert, doch aus unbekannten Gründen hielt FOX die Serie bis Januar 2004 zurück – worauf „Wonderfalls“ dann bei vielen Zuschauern auf den ersten Blick als JoA-Kopie abgetan wurde. Sicherlich trug der „Friday Night Death Slot“, den die Serie bei FOX bekam, auch nicht gerade zu einem Erfolg bei.

So heisst es nun warten – auf die DVDs, die voraussichtlich am 7. Dezember erscheinen sollen – offensichtlich auch mit reichhaltigem Bonusmaterial, wie man auf savewonderfalls.com nachlesen kann. Denn „Wonderfalls“ ist – wie ich finde – ein „Muss“ in der DVD-Sammlung eines TV-Serienfans, insbesondere wenn man eine Vorliebe für Serien wie „Dead Like Me“, „Six Feet Under“ oder auch „Joan of Arcadia“ hat.

"The Mountain" Preview offiziell im Internet

Montag, 6. September, 2004

Laut einem Artikel in der heutigen New York Times wollen 19 Lokalstationen des WB-Networks zwischen dem 13. und 20.September die komplette erste Folge des Soap-Dramas „The Mountain“ im Internet der Öffentlichkeit als Stream zur Verfügung stellen. Die Serie startet am 22. September im TV. Ob die Streams auch von Deutschland aus abrufbar sein werden, ist unbekannt. Bereits letzte Woche wurde eine Preview von „Jack and Bobby“ über das Internet offiziell vom WB angeboten, allerdings exklusiv nur für AOL-Breitband Kunden.

Die Webangebote der so genannten Affiliates wie beispielsweise dem New Yorker WB11 unterscheiden sich oftmals in Umfang und Schwerpunkten gegenüber den offiziellen Network-Websites, da die lokalen Angebote in Eigenregie erstellt werden. So gibt es beispielsweise bei WB11 das (zugegebenermassen inhaltsmässig sehr dürftige) WB Magazine, das sonst eigentlich nur als Beilage in US-Magazinen erhältlich ist.

Interessante Ressourcen bei der Writers Guild of America

Montag, 6. September, 2004

Via tvbarn, eine ganze Latte von neuen Informationen auf der Website der „Writers Guild of America“ (WGA, vereinfacht gesagt eine Gewerkschaft für Kreative, vor allem Autoren, im TV- und Filmbusiness).

Da gibt es einerseits eine Zusammenfassung von Autorenmeinungen zu den neuen Staffeln ihrer Serien wie LAX, Boston Legal, Alias, Lost, Everwood: Writers Herald the Upcoming TV Season

Ausserdem eine Kollektion von bisher unveröffentlichten Pilot und Movie Scripts, die nie verfilmt worden: Must Read TV.

Und wenn ihr schon immer mal eure eigene Serie in den USA an den Mann bringen wolltet – Hier gibt es einen kleinen Einstieg in die Materie.

Wer den genauen Unterschied zwischen „Teleplay by“ und „Written by“ in den Credits nie richtig verstanden hat — hier gibt’s die offizielle Guideline.

Und was sich natürlich schon immer lohnte – ein Blick in ausgewählte Artikel aus dem Magazin der WGA – „Written By…“. Dort findet man viele lesenswerte Goodies zum Thema „Schreiben für TV-Serien“.

"Father of the Pride" Review

Montag, 6. September, 2004

Nö, ne ausführliche Review zu der Show brauche ich wirklich nicht zu schreiben, Steve Robinson von TV Guide fasst alles wunderbar zusammen. Besonders dürftig ist wirklich die Darstellung von Siegfried und Roy – platt und nicht mal im Entferntesten amüsant.

This show needs writers. And John Goodman needs a better agent. But I wouldn’t mind if he put his „Viva Las Vegas“ on a CD. It’s much more entertaining than Father
of the Pride.

"ABC knows it must be slower to pull trigger this fall"

Samstag, 4. September, 2004

Die Headline aus diesem Artikel aus dem Fort Worth Star-Telegram habe ich einfach mal 1:1 übernommen, weil sie wirklich schön zusammenfasst, in welcher angespannten Situation sich ABC dieses Jahr befindet. Nur noch Platz 4 der Quotenrankliste der Networks nach der desaströsen 2003/04 Season. Lange sind die goldenen „The Millionaire“ Zeiten vorbei. Allerdings bietet sich nun auch ein gewisser Hoffnungsschimmer für die Kreativen im TV-Business an: ABC war früher eher dafür bekannt, schnell den Stecker zu ziehen („ABC has a history of finding really good shows and screwing them up“), doch dieses Jahr müssen sie aus ihren Fehlern gelernt haben, ansonsten kann auch „Lost“ und „Desperate Housewives“ ABC nicht retten.

ABC isn’t the only network to give good shows the ax early, of course. And it has stuck by some shows –„Alias“ being a good example — that aren’t necessarily ratings whoppers but have strong cult followings. But ABC has a longer than usual list of much-admired shows –„My So-Called Life,“ „Relativity,“ „Once and Again“ — that have died early deaths.

In dem Artikel wird auch auf Gründe für die letztjährigen Flops von dem eigentlich erfolgsversprechenden „Karen Sisco“ und den 2003er Flops „Veritas“ und „Miracles“ eingegangen. Überwiegend waren es miese Scheduling-Entscheidungen, um irgendwie auf den Reality-Zug aufzuspringen, die den Shows das Genick brachen.

„The problem ABC is having these days is getting people to find its shows. When you’re in fourth place, fewer people are watching your network, so fewer people are seeing the promotions for your strongest new series.“

Aber es sieht so aus, als hätte ABC-Entertainment Chef McPherson endlich nach vielen Jahren die Lektion gelernt, die Fans abgesetzter Serien schon seit Jahren predigen: „Being patient with shows that are great is what makes great television. It’s what made ‚Raymond.‘ It’s what made ‚Seinfeld.'“ Merkt’s euch gut, liebe Programmchefs … ach, hilft ja eh nix, spätestens wenn ABC wieder Nummer zwei oder gar Nummer eins ist, ist das alles wieder vergessen. Und dann gibt es ja noch das Definitionsproblem von „shows that are great“ — sobald die Quoten nicht mehr stimmen, sind die Serien halt nicht mehr „great“…

In das gleiche Horn bläst auch Scott Collins in einem anderen Artikel in der Los Angeles Times — wobei er noch auf eine interessante Tatsache in Hinsicht auf eine ungleiche Behandlung von Reality-Shows aufmerksam macht: In fact, in a rare outbreak of patience, TV executives have become downright nurturing of unscripted shows with even a hint of promise. Als Beispiel nennt er „Big Brother“, das in den USA ganz schwach anlief (kein Vergleich mit dem sensationellen Erfolg der ersten Staffel in Deutschland) und dennoch mittlerweile in der fünften Staffel bei CBS läuft. Für keine scripted Drama-Serie der Welt hätte CBS so viel Geduld gehabt.

Natürlich gibt es auch einen Grund dafür: Geld. “ While costs for reality shows have climbed sharply, they are still generally much less expensive to produce than scripted series, which routinely run more than $2 million per episode. Jerry Bruckheimer, an executive producer for „Amazing Race“ as well as TV’s No. 1 drama, „CSI: Crime Scene Investigation,“ says „Race“ costs less than half as much as „CSI.“ Wie wahr, wie wahr. Reality-Serien haben ein weitaus besseres „bang for buck“-Verhältnis, man kommt bei einem Erfolg schneller in die Gewinnzone und ein Flop ist schnell verkraftet. Nur sind das alles sehr kurzsichtige Betrachtungen, eine Reality-Show wird nur selten in Syndication gehen oder auf DVD erscheinen (okay, „The Apprentice“ ist eine bemerkenswerte Ausnahme).

Still, a handful of promising but low-rated scripted shows are bucking the trend and getting second chances from networks. Two examples are Fox’s „Arrested Development“ and „Tru Calling,“ which are coming back for the 2004-05 season, despite disappointing numbers in their first years.

Gott sei gedankt…

Der Artikel ist echt lesenswert, es gibt noch einige weitere Zitate von Drama-Autoren wie Marshall Herskovitz („Once and Again“) und Todd Holland („Wonderfalls“).

 

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