Archiv vom März 2005


Carnivàle: Entscheidung über Zukunft wohl erst im Juni

Donnerstag, 31. März, 2005

Die letzte Episode der zweiten Staffel der Drama-Serie „Carnivàle“ wurde auf HBO bereits letzte Woche ausgestrahlt, aber der Pay-TV Sender hält sich mit Äußerungen zur Zukunft der Show noch zurück. Die Quoten waren in dieser Season (12 Episoden) zunächst deutlich schlechter (etwas über 1 Million Zuschauer) als im Vorjahr, konnten aber ab März durch das Lead-In „Deadwood“ (5 Millionen Zuschauer, gerade um eine weitere Staffel verlängert) deutlich zulegen (bis zu 2 Millionen Zuschauer). Free-TV Sender würden eine Serie bei solchen Quoten wohl absetzen — HBO setzt als Bezahlsender jedoch andere Kriterien an. Vor einigen Wochen wurde das von Kritikern hochgelobte Krimi-Drama „The Wire“ bei HBO um eine Season verlängert; diese Serie hat noch niedrigere Quoten als „Carnivàle“.

Autor Daniel Knauf hat in der Vergangenheit erwähnt, dass er gerne sechs Staffeln der Serie produzieren würde: Er plante „… this story as a trilogy, and every two seasons makes up one part of the trilogy.“

Für Unruhe sorgte derweil die Bekanntgabe des Konkurrenten ShowTime, dass Daniel Knauf die Pilot-Episode einer möglichen neuen Drama-Serie bei ShowTime produzieren wird. Noch hat diese neue Serie allerdings keine komplette Serien-Order.

HBO will derweil wohl bis Juni 2005 mit einer Entscheidung über „Carnivale“ warten, so werden „Show-Insider“ in Fankreisen jedenfalls zitiert. Solange habe das Network vertragsrechtlich Zeit, um die Show zu verlängern… oder auch nicht.

TIME wählt die sechs besten TV-Dramen

Dienstag, 29. März, 2005

Aus der kommenden Ausgabe des Magazins TIME (4.April 2005): Die angeblich sechs besten (aktuell laufenden) TV-Drama-Serien: The Shield, Deadwood, Lost, Battlestar Galactica, Veronica Mars und House.

Joh, keine schlechte Wahl. Obwohl mich das Fehlen der „Housewives“ schon wundert.

Arrested Reality

Montag, 28. März, 2005

Brilliant wie die Jungs von „Arrested Development“ die Kürzung der Episodenorder in die jüngste Folge „The Sword of Destiny“ eingebaut haben. Erstaunlich, dass die Episode so schnell nach der FOX Entscheidung onair kam — ich könnte mir gut vorstellen, dass da die Sendereihenfolge etwas umgeworfen wurde. Mit der „Häuser-Episoden“-Analogie gab’s auch noch eine nette Beschwerde in Richtung „Powers That Be“, dass die Planung für diese Staffel wegen des „Cut-Backs“ durcheinandergewirbelt wurde … oder auch nicht :-). Auch die nervenden FOX „Family Guy“ Pop-Ups, die in den letzten Wochen öfters mal AD-Episoden zuklatschten, bekamen ihre eigene „Würdigung“. Und „Tony Wonder[1]“ kam wegen „Use Your Illusion“ in rechtliche Schwierigkeiten mit einer Musikband — das hat „Arrested Development“ auch schon hinter sich.

Jetzt hoffen wir mal, dass das „Happy End“ der Episode umgekehrt auch auf das „Real Life“ übertragbar ist…

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[1] TonyWonder.com hat übrigens im Quellcode eine Referenz auf thesimpsons.com…

Der Krieger und die Kaiserin

Montag, 28. März, 2005

Tom Tykwers „Der Krieger und die Kaiserin“ gehört zu den Filmen, die ich schon seit Ewigkeiten sehen will, aber immer wieder kommt was dazwischen. Am Donnerstag um 23 Uhr kommt der Streifen nun in der ARD. Bin mal gespannt, was diesmal schief läuft…

So what's Janeane Garofalo doing these days?

Montag, 28. März, 2005

In der gestrigen NY Times ist ein längerer Artikel über Janeane Garofalo erschienen. Garofalo dürfte vor allem aus „Reality Bites“ und der „The Larry Sanders Show“ bekannt sein, verschwand in den letzten Jahren aber fast vollständig von den Bildschirmen und hat sich derweil intensiv der Anti-Bush-Bewegung gewidmet. Derzeit steht sie wieder für eine Pilot-Episode einer WB-Sitcom vor der Kamera — ehrlichgesagt gebe ich der Show basierend auf der Kurzbeschreibung (sie spielt eine professionelle Poker-Spielerin) aber keine große Chance.

Man kann sie übrigens auch von Europa in der „liberalen“ Radioshow „The Majority Report“ auf Air America hören. Letzte Woche waren „Queens of the Stone Age“ als Live Gäste dort.

How to Succeed at Vampire Slaying and Keep Your Soul

Montag, 28. März, 2005

Die LA Times hat letzte Woche einen Artikel von Jane Espenson veröffentlicht. Darin referiert sie über die Rolle der Frau im US-Fernsehen. Im Artikel Slug wird quasi bestätigt, dass ihre (naja, eigentlich Tim Minears) neue Show „The Inside“ von FOX von Midseason in den Herbst Line-Up verschoben wurde.

Wo wir gerade bei „The Inside“ sind (wobei der Titel sich aller Wahrscheinlichkeit nach noch ändern wird) — Tim Minear hat das Konzept der Show inzwischen scheinbar komplett umgeworfen. Vom ursprünglichen „undercover agent in high school“ Prinzip ist nicht mehr viel übrig, Minear hat inzwischen eine vollkommen neue Serie daraus gebastelt, nur die Hauptdarsteller sind gleich geblieben. Und Fans, die ein paar Dailies und/oder Scripte von der Show sehen konnten, berichten nur positives.

Linda Cardellini in "ER"

Montag, 28. März, 2005

Dank VDR bin ich etwa ein halbes Jahr hinter den ER-Ausstrahlungen auf Pro7 „hintendran“ und hole nun in einem werbefreien „Marathon“ auf. Auch wenn ich 2003 die Meldung auf den „Freaks and Geeks“-Boards wohl mal gelesen hatte, war ich überrascht, Linda Cardellini nun in den Main Credits der 10. Staffel von „emergency room“ zu sehen. Die 29jährige spielt in der Serie die Rolle der jungen Mutter und Krankenschwester Samantha Taggart. Dankenswerterweise hat sie sogar die gleiche Synchronstimme wie zu F&G-Zeiten.

„ER“ ist wahrlich ein Phänomen — auch nach zehn Jahren ist die Show handwerklich exzellent gemacht, und der Exodus von Hauptdarstellern über die letzten Jahre hat der Serie weniger geschadet als ich im Vorfeld gedacht hätte. NBC hat die Show folgerichtig bis in die 14. Staffel 2007/08 verlängert. Dass im Wesentlichen seit zehn Jahren die gleichen Geschichten erzählt werden, stört wenig — allerdings gehört die Show aber auch nicht zu den Kandidaten, von denen ich mir DVD-Sets anschaffen würde.

Hex

Sonntag, 27. März, 2005

Mystery-Serien mit einer Teenagerin als Hauptfigur werden dieser Tage automatisch mit „Buffy“ verglichen — so auch im Fall der fünfteiligen britischen Produktion „Hex“, die im vergangenen Herbst auf Sky One ausgestrahlt wurde. Beide Shows stellen eine starke Hauptdarstellerin in den Mittelpunkt, die gegen das Böse in der Welt kämpfen während sie zeitgleich ein möglichst „normales“ Teenager-Leben führen. Doch darüber hinaus gibt es nicht viele Gemeinsamkeiten.

Der Cast von Hex„Hex“ spielt in einem britischen Internat, weit draussen auf dem Land. Das Internat ist in einem alt-ehrwürdigen Schloss untergebracht, um das sich einige geheimnisvolle Erzählungen ranken. Auch die schüchterne und unbeliebte Cassandra „Cassie“ Hughes (Christina Cole, auf dem Foto zweite von links) geht hier zur Schule. Ihren Vater kennt sie nicht, ihre Mutter ist in einer psychiatrischen Anstalt. Eines Tages findet sie eine seltsame Vase und kurz darauf entwickelt sie ungewöhnliche Kräfte. Cassie entdeckt Parallelen zwischen sich und einem Mädchen, das vor einigen Jahrhunderten ebenfalls in diesem Schloß lebte und auf mysteriöse Weise ums Leben kam. Wenig später wird sie von dem auferstandenen Dämon Azazeal (Michael Fassbender) bedroht und ihr wird klar, dass sie Teil einer unheilvollen Prophezeiung ist, durch die nicht nur ihr Leben in größter Gefahr ist.

Während das grundlegende Storyprinzip der Show durchaus interessant und spannend ist, haben die fünf Episoden doch starke Defizite in der Realisation. Ausdrücklich wird in der Promotion für die Show das „sexuelle Erwachen“ der Hauptfigur in den Vordergrund gestellt, aber die Umsetzung schiesst meilenweit über das Ziel hinaus. Im Grunde scheint der Mystery-Plot nur ein notdürftiges Begleitwerk für den eigentlichen Fokus der Show zu sein: Sex (vielleicht daher auch der Titel „Hex“…). In der Pilot-Episode handelt fast jede Dialogzeile, jede Szene (auch zwischen Lehrern und Schülern oder Lehrern untereinander) in irgendeiner Form von Sex. In den restlichen vier Episoden wird es etwas in den Hintergrund gedrängt, aber da ist der „Schaden“ schon angerichtet. Beeindruckend, dass man damit sogar noch Charakterentwicklung betreiben kann. Die Macher scheinen ein sehr seltsames Bild von Sprache und Interessen von Jugendlichen in einem Internat der Gegenwart zu haben — sicherlich würde da keiner brave Stories à la Hassencamp’sche „Burg Schreckenstein“ Erzählungen erwarten — aber selbst die Lehrer in diese hormonell überladene Ebene der Serie einzubinden, wirkt unrealistisch, nervend und stumpft ab. Während „Buffy“ dieses „coming-of-age“ der Teenager noch gelungen geradezu in die „Meta-Ebene“ der Serie einbaute, wird in „Hex“ der Sex mit dem Dampfhammer plump durch den TV-Schirm gepresst.

Dazu kommen viele Plotholes und „Unerklärlichkeiten“, insbesondere im Zusammenhang mit Cassies bester Freundin Thelma (Jemima Rooper, auf dem Foto ganz links). Und auch die wohl unvermeidbaren Lockers für Bücher und sonstigen Krempel, die man vorwiegend aus amerikanischen High-Schools kennt, dürfen nicht fehlen — obwohl die in einem kombinierten Schul- und Wohngebäude eigentlich recht wenig Sinn machen, da die Zimmer der Schüler ja nur ein paar Treppenstufen entfernt sind. Überhaupt ist das vermeintliche Internat überraschend kostspielig ausgestattet – da stehen Vasen und andere Ziergegenstände bunt über Fluren und Gänge verteilt. Wie das angesichts der Hundertschaft von Teenagern lange gut gehen kann…

Wenn man sich aber mehr auf den mystischen Storyblock konzentriert, ist die Serie durchaus unterhaltsam. Dass die Show in nur 260 Minuten (1×80 min, 4x45min) einen kompletten Story-Arc unterbringen muss, zeigt Vorteile: Man hat keine Zeit für unwichtige Kleinigkeiten, sondern muss die Show voranbringen und Charaktere schnell entwickeln. Die Showidee ist nicht unbedingt originell, aber funktioniert — inklusive dem gelungenen Cliffhanger am Ende. Die Serie ist etwas düsterer als die ersten Buffy-Jahre und hat einen moderaten Anteil an mehr oder weniger gut gelungenen Special-Effects. Die Hauptdarsteller liefern eine solide Performance ab — die Nebencharaktere wirken hingegen etwas amateurhaft. Der Titelsong ist „#1 Crush“ von Garbage aus dem „Romeo & Juliet“ Soundtrack.

Hex ist derzeit in der Produktion für eine zweite Staffel mit 13 Episoden, die im Herbst 2005 auf Sky One zu sehen sein wird. Eine DVD war für Januar angekündigt, wurde aber auf Oktober verschoben — vermutlich um den Start der zweiten Staffel zu promoten.

Fazit: Ganz nett, aber insbesondere im Vergleich mit „Buffy“ kann die Show (noch) nicht gewinnen.

The Office (An American Workplace)

Sonntag, 27. März, 2005

Es geschehen noch Zeichen und Wunder – NBC hat tatsächlich mal eine gute Kopie eines britischen Showkonzepts auf die Beine gestellt. Ich war jedenfalls von der Pilot-Episode recht positiv überrascht — angesichts meiner Erwartungshaltung gegenüber Kopien von britischen Formaten ist das durchaus eine Erwähnung wert.
The Office
NBC hat sich im Gegensatz zu dem letztjährigen „Coupling“-Desaster diesmal fast 1:1 an das Original gehalten, die Macher der BBC-Fassung Ricky Gervais und Stephen Merchant (zusammen mit „King of the Hill“ Autor Greg Daniels) außerdem gleich mit ins Boot genommen und ein gutes Händchen bei der Auswahl der Darsteller bewiesen. Herausgekommen ist eine leicht internationalisierte, aber weitgehend identische Kopie des Originals.

Teilweise sind Dialoge und Kameraeinstellungen wirklich detailgetreu von der BBC-Pilotepisode übernommen worden — das ist nicht gerade sonderlich einfallsreich, aber hey, es ist nunmal eine Kopie. Man hat zwar ein paar kleinere kulturelle Anpassungen in den Dialogen vorgenommen, aber verzichtete gottseidank darauf, eine große, bunte, typisch amerikanische Sitcom mit Laughtrack daraus zu machen. Zumindest die Pilot-Episode dürfte Freunden des britischen „Office“ daher wie ein 22minütiges déjà-vu vorkommen.
Was die NBC-Show für Kenner und Liebhaber der britischen Version dennoch interessant macht, ist der Cast. Steve Carell als selbsteingenommer und profilierungssüchtiger Chef Michael Scott („The Daily Show“) ist eine perfekte Wahl. Auch die anderen Darsteller (insbesondere Rainn Wilson („Six Feet Under“) als Arschkriecher Dwight Schrute) liefern eine gute Leistung ab, die den Original-BBC-Darstellern durchaus ebenbürtig ist.

Das einzige Problem das ich mit der Show habe: Es wirkt nicht wie ein amerikanisches Büro — eben weil es sich zu sehr an der britischen Fassung orientiert. Und bei solchen „Punk’d“-Experimenten würde dem Chef in den meisten US-Büros wohl am nächsten Tag eine Anzeige wegen Belästigung am Arbeitsplatz auf dem Tisch liegen…

Nach der Pilot-Episode würde ich zwar nicht soweit gehen wie Futoncritics Brian Ford Sullivan und behaupten, „NBC’s The Office absolutely rocks“ — aber für NBC-Verhältnisse ist das in der Tat durchaus gelungen und ich werde mal dabeibleiben, vor allem da der Kritiker der L.A. Times schrieb, dass die nächsten Episoden einen stärkere eigene Note entwickeln würden. Die Quoten für die Pilotepisode waren mit 11 Millionen Zuschauern recht gut, aber mal abwarten, wie die nächsten Episoden vom amerikanischen Publikum akzeptiert werden.

Einen Großteil der zweiten Episode „Diversity Day“ kann man übrigens online auf http://www.myspace.com/theoffice ansehen.

Eine gute Script-Idee müsste man haben…

Sonntag, 27. März, 2005

The Other Network TV Writing Contest gives you the chance to get your script read by top TV showrunners…

Now you can also submit one-hour scripts to the Other Network TV Writing Contest. The winners will receive script notes from — Winnie Holzman (creator of „My So-Called Life“, writer of „Wicked“), Bryan Fuller (creator of „Wonderfalls“ and „Dead Like Me“), and Amy Lippman (co-creator & Executive Producer of „Party of Five“).

http://www.uncabaret.com/tvcontest.html

 

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