Archiv der Kategorie 'Filme'


Zach Braff will neuen Film über Kickstarter finanzieren

Mittwoch, 24. April, 2013

Das hat nicht lange gedauert: Im Fahrwasser der überaus erfolgreichen Crowd-Finanzierung des „Veronica Mars“-Spielfilms (deutlich über 5 Millionen $ von mehr als 90.000 Fans) wollen nun auch andere Filmmacher die Kickstarter-Plattform als Weg zur Realisierung ihres Projekts beschreiten. Dazu zählt auch Zach Braff („Scrubs“), der mit seinem Regie-Debut „Garden State“ vor neun Jahren nicht nur mich begeisterte. Seit „Garden State“ und dem Ende von „Scrubs“ hat sich seine Filmkarriere jedoch nicht bedeutsam weiterentwickelt. Doch nun will er es nochmal versuchen und es wird spannend zu sein, ob er den Überraschungs-Erfolg von „Garden State“ wiederholen kann.

Dazu hat er bereits mit seinem Bruder ein Drehbuch für eine Film namens „Whish I Was Here“ geschrieben, das er nun mit der Hilfe von Fans via Kickstarter zu realisieren hofft.

Ich bin gespannt. „Garden State“ hatte mich seinerzeit auf eine (sehr geschickte) Art hauptsächlich durch die Story und den wohl grossartig zusammengestellten Soundtrack begeistert (und ich weiss, dass es auch viele Leute gibt, die den Film nicht sonderlich mögen). Ob dieser positive Effekt allerdings zu wiederholen ist, bleibt abzuwarten. Aber ich bin schon mal ein „Backer“, soviel Kredit hat er noch durch die „Garden State“-Zeit, dessen Soundtrack ich immer noch gerne höre 🙂
Dass er den Finanzierungswunsch von $2 Mio schafft, scheint mir nach dem Erreichen von $500’000 innerhalb weniger Stunden eigentlich sicher. Aber während Rob Thomas mit dem „Veronica Mars“-Kickstarter fast 1 Jahr in Vorbereitung verbrachte, versucht Zach das nun innerhalb von einem Monat auf die Beine zu stellen. Hoffentlich unterschätzt er den damit verbundenen Aufwand nicht. Aber es wäre zu wünschen, dass dieses Modell zumindest für einige (bekanntere) Independent-Filmmacher zukünftig eine veritable Finanzierungs-Alternative sein wird.

Kickstarter: Whish I Was Here

Leider noch ohne Powerlaces

Freitag, 9. September, 2011

Submarine (2010)

Dienstag, 16. August, 2011

Wie? Was? Schon gleich der nächste Eintrag? Jahau, das alles erklärende Zauberwort heisst „Urlaub“ 🙂

Aber in guter alter sablog-Tradition wollte ich die Gelegenheit auch mal wieder nutzen, um einen Filmtipp loszuwerden. Und in ebenfalls guter alter sablog-Vorliebe steht eine Teenager-zentrierte Produktion im Mittelpunkt: „Submarine“ ist ein bezauberndes Regiedebut von Richard Ayoade (ja, genau, Maurice Moss aus „The IT-Crowd“) basierend auf der Romanvorlage von Joe Dunthorne (welche ich -noch- nicht gelesen habe). Der Film ist jedenfalls eine herrliche Gratwanderung zwischen „zum Schreien komisch“ und tiefgründigem Coming-of-Age-Drama. Weitere passende Attribute wären die üblichen Teenage-Dramedy-Wörtchen „süss“, „peinlich“, „amüsant“, aber „Submarine“ ist sicherlich alles andere als die typische Guy-falls-in-love-with-girl-Schmonze.

Er handelt von dem 15jährigen Oliver Tate, der in gewisser Weise ein verwöhnter und überheblicher Typ ist, der sich für ‚was Besseres hält und unverstanden fühlt. Als er sich in eine Klassenkameradin verliebt, überanalysiert er jeden Aspekt der Beziehung und schafft es durch eine Reihe von typischen „Überforderter-Teenager“-Entscheidungen einen Pfad von Chaos in seinem Leben zu hinterlassen. Wie in vielen anderen Indie-Regiedebuts wird da einiges an ungewöhnlicher Kameraführung und Schnitttechnik ausprobiert, was stellenweise etwas zu aufdringlich ist, aber eben auch zu recht sehenswerten Einstellungen führt.

Kann ich wirklich empfehlen, wenn man auf etwas schräge Indie-Produktionen steht.

Der erstklassig passende und sehr hörenswerte Soundtrack des Films (nicht des Trailers, also nicht abschrecken lassen ;-)) stammt aus der Feder von Alex Turner (Arctic Monkeys).

"Wilder Westen inclusive"

Montag, 12. Juli, 2010

Es gab eine Zeit, in der waren Fernsehfilm-Mehrteiler verlässlich große Ereignisse im deutschen TV. Inzwischen wurde es um diese Form der Fernsehproduktion etwas ruhiger, auch wenn diverse Sender um vermeintlich aufwändig produzierte Event-Movies hin und wieder großes Brimborium veranstalten. Aber ebenso wie es generell kaum noch Straßenfeger-Sendungen gibt, ist die Ära der großen Fernsehfilm-Mehrteiler wohl ebenfalls vorbei.

Das war an Weihnachten 1988 noch anders. Die WDR-Produktion „Wilder Westen inklusive“ war seinerzeit ein richtig großes TV-„Event“. Der WDR hatte zuvor noch nie so viel Geld in eine TV-Produktion gesteckt und bis in die Nebenrollen ein damaliges Who-is-Who der TV-Gesichter verpflichtet. TV-Legende Dieter Wedel schrieb das Drehbuch.

Im Mittelpunkt von „Wilder Westen inklusive“ steht Bruno Küssling (Peter Striebeck), ein geschiedener TV-Wetteransager aus der Hochzeit des öffentlich-rechtlichen TV, viele Jahre vor Kachelmann & Co. Er trifft im regnerischen Hamburg seinen alten Schulfreund Manfred (Manfred Zapatka) wieder, der eine große USA-Reise plant. Manfred ist ein typischer Lebemann, der seine Ehefrau ohne große Gewissensbisse mit einer attraktiven Geliebten (Gudrun Gabriel als Ingeborg) betrügt. Das imponiert dem frustrierten und hoffnungslosen Bruno mächtig. Denn der hatte nach seiner Scheidung fast schon resigniert und blickt eifersüchtig auf das vermeintlich glückliche Familienleben seiner Ex-Frau Marianne (Krystyna Janda) und deren Lebensgefährten. Bei Marianne lebt auch die gemeinsame Teenage-Tochter Carolin (Katja Studt). Um die Bindung zu seiner Tochter wieder aufzufrischen kommt Bruno das Angebot seines Freundes nur recht: Einfach samt Tochter auf die große USA-Reise mitkommen und als cooler Dad dastehen. Doch natürlich läuft alles anders als geplant — sein alter Freund muss krankheitsbedingt absagen und schließlich endet Bruno irgendwie mit Tochter und Ex-Frau(!) sowie mit der Geliebten seines Schulfreundes in den USA. In direkter Nähe zu einer Pauschalreisetruppe voller deutscher Touristen-Stereotypen. Und dann geht das Chaos erst richtig los.

„Wilder Westen inklusive“ gehört zu meinen großen TV-Kindheitserinnerungen wie auch die typischen ZDF-Weihnachtsmehrteiler wie „Anna“ und „Silas“, „Patrik Pacard“. Gut, ich war seinerzeit gerade mal zwölf Jahre und viele Scherze und gesellschaftskritische Anmerkungen gingen deutlich über meinen Kopf. Aber „Wilder Westen inklusive“ war als Familienunterhaltung geplant und so fanden selbst wir Teenies gewissermaßen eine Identifikationsfigur vor: Die seinerzeit dreizehnjährige Katja Studt als verwöhnte Tochter Carolin bot auch für die jüngeren Jahrgänge einen attraktiven Zugang zum Mehrteiler.

„Wilder Westen inklusive“ war Dieter Wedels Aufarbeitung der typisch deutschen Tourismus-Klischees in den 1980er Jahren — ein Jahrzehnt, in denen es den Deutschen so gut ging wie lange nicht mehr und Fernreisen in die weite Welt endgültig etwas Alltägliches wurden. Gleichzeitig bemüht er sich um eine sozialkritische Aufarbeitung der vielschichtigen und kontrastreichen Verhältnisse in den USA in den Reagan-Jahren. Aus heutige Sicht wirken diese gesellschaftskritischen Einschübe oftmals etwas ungelenk und sperrig — in gewisser Weise trifft das auf viele Teile des Mehrteilers zu, zwanzig Jahre gehen nun mal auch an TV-Produktionen nicht ohne Spuren vorbei.

Doch auch nach zwanzig Jahren sind manche Zitate und Szenen aus der Produktion unvergessen: Alle, die den Mehrteiler in ihrer Jugend gesehen haben, können sich an viele klassische Momente und Dialoge erinnern: „Der Koffer war niegelnagelnew with so red stripes“, „early piece“ („Frühstück“), my wife is a woman and has her days“: Fernsehmomente, die inzwischen TV-Kult sind. Tony Careys Titellied „Room with a View“ assoziiert man auch heute noch automatisch mit dem Film.

Auch wenn es wie eine abgedroschene Phrase erscheint: „Wilder Westen inklusive“ ist TV aus einer vergangenen Zeit. Heute wäre solch ein Mammut-Projekt mit einer Laufzeit von über 400 Minuten und seiner gemächlichen Art des Storytellings unrealisierbar. Der Mehrteiler nimmt sich viel Zeit für seine Charaktere und stattet sie mit viel Leerlauf aus. Viele Bildmontagen und eine ruhige, geduldige Erzählweise zeugen von einer anderen Fernsehwelt, als TV-Produktionen noch nicht bis ins letzte Detail und in endlosen Testverfahren auf Zuschauerbindung ausgerichtet waren.

Auch wenn der Mehrteiler in einigen Aspekten nicht gut gealtert ist und zeitweise ein paar Längen hat und auch gelegentlich in allzu platte Situationen abgleitet, ist „Wilder Westen inklusive“ nach wie vor ein großartiger Eckpunkt deutscher TV-Geschichte. Sechs Stunden Dieter Wedel „at his best“ mit vielen Legenden deutscher TV-Fernsehhistorie, die große Unterhaltung bieten. Trotz seiner Länge in seiner Qualität auch bis heute nur selten erreicht. Die DVDs sind von der Bildqualität jedoch nur aus der Kategorie „mittelmäßige VHS-Kopie“ – auch angesichts des Alters der Produktion noch ungewöhnlich schlecht.

Temple Grandin: Ein Emmy für Claire Danes!

Donnerstag, 8. Juli, 2010

Wer dieses Blog schon länger kennt, der weiß, dass ich seit nunmehr 15 Jahren ein Auge auf die Karrieren der ehemaligen „My So-Called Life“-Darsteller geworfen habe. Viel gibt es leider von den meisten nicht zu berichten. So hat A.J. „Rayanne“ Langer in eine britische Adelsfamilie eingeheiratet und ist zweifache Mutter, Devon „Brian“ Gummersall ist in kleineren TV-Gastauftritten sowie als Indie-Film-Autor unterwegs, Devon „Sharon“ Odessa besitzt eine kleine Schauspielschule für Kinder in L.A., Wilson „Rickie“ Cruz ist ein engagierter Kämpfer für die Rechte der LSGB-Gemeinde und ist ebenfalls noch als Schauspieler aktiv und Lisa „Danielle“ Wilhoit hat sich ganz ihrem Hobby/Beruf als professionellen Pole-Tänzerin mit gelegentlichen TV-Miniauftritten gewidmet.

Aber die großen Stars sind eigentlich Jared Leto und Claire Danes. Jared Leto vor allem wegen seiner eindrucksvollen Doppel-Karriere als Schauspieler und Musiker („30 Seconds To Mars“), was in dieser Kombination und mit diesem Erfolg nicht viele schaffen.

Viel zu ruhig ist es hingegen um die frühere Teen-Schauspielhoffnung Claire Danes gewoden. Sie hat sich aus dem Scheinwerferlicht weitesgehend herausgehalten, viele sehr unterschiedliche Schauspielerrollen verkörpert, aber der ganz große Hollywood-Durchbruch blieb ihr bisher verwehrt. Das soll sicherlich nicht heißen, dass sie am Hungertuch nagen muss, sie besitzt ein 1-Mio$-Loft in New York, aber es fehlt nunmal die große Anerkennung, und die wird in Hollywood in der Maßeinheit „Oscar“ gemessen. Es liegt nahe, dass sie diesen Durchbruch aber auch nicht „mit allen Mitteln“ erlangen will, sie sucht sich ihre Angebote in der Regel sorgsam aus. Sie ist keine neue Cameron Diaz geworden, hatte aber auch keinen Lindsay-Lohan/Winona-Ryder-Total-Absturz.

So schien es fast unvermeidlich, dass auch sie früher oder später wieder den Weg zurück von der Leinwand auf den kleinen Bildschirm finden würde, weil dort heutzutage oftmals die besseren (in diesem Kontext: künstlerisch interessanteren) Angebote vorliegen.

So geschehen dann auch im vergangenen Jahr: Die inzwischen 30jährige und verheiratete Claire Danes unterschrieb für einen TV-Movie für HBO. Inhalt: Die Verfilmung der spannenden Biographie über eine Frau mit Autismus, die internationale Karriere machte und ausgerechnet die Abläufe in der amerikanischen Viehzucht(!!) revolutionierte. Von der oberflächlichen Beschreibung aber nicht unbedingt ein Ereignis, das man sich automatisch dick in der TV-Zeitung anstreicht.

Doch der Film „Temple Grandin“, benannt nach der Protagonistin, zählt zu den besten Biographie-Verfilmungen, die ich je gesehen habe. Klaro, ich sehe ihre Filme natürlich in gewisser Weise durch eine Fan-Brille, selbst „The Mod Squad“ habe ich bis zum Ende durchgestanden. Aber „Temple Grandin“ ist so brillant umgesetzt, dass man beim Gedanken an Sandra Bullocks Oscar-Gewinn für „The Blind Side“ noch ein etwas flaueres Gefühl im Magen bekommt als zuvor. Absolut bestechend ist dabei in erster Linie die Performance von Claire Danes, die in ihrer Verkörperung von Temple Grandin wahrlich überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen ist. Es ist eine atemberaubende Transformation in eine vollkommen andere Persönlichkeit, mit einer selbstbewussten und von der ersten Sekunde an glaubhaften Darstellung, die zu keiner Zeit als profanes „Award-Grabbing“ künstlich dramatisiert scheint.

Aber der Film profitiert nicht nur von Claires beeindruckender Performance, auch die Nebenrollen sind mit Julia Ormond als engagierte Mutter und Catherine O’Hara als sorgsame Tante exzellent besetzt. Richtig gelungen ist aber auch die visuelle Repräsentation von Temples Autismus. Mit behutsam und geschickt eingesetzten visuellen Effekten wird Autismus auch dem Zuschauer ohne thematisch tiefgehende Vorkenntnisse verständlich veranschaulicht. Man beginnt zu verstehen, wie Menschen mit Autismus die Welt erfahren, ohne dabei von einem überdimensionierten CGI-Effekt erschlagen zu werden. Dieser Film könnte Pflichtprogramm für alle von Autismus indirekt oder direkt Betroffenen werden. Aber auch „Unbeteiligte“ dürften von der Qualität der Darstellung der Thematik fasziniert sein.

Um Claire diesen Emmy in sieben Wochen noch zu nehmen müsste wohl schon die unerreichte Meryl Streep höchstpersönlich einen TV-Film aus dem Ärmel schütteln. Fast mag man schon bedauern, dass das Budget nicht für eine aufwändigere Produktion und somit eine Kino-Veröffentlichung ausreichte, aber auf der anderen Seite hätte Claire dann auch vermutlich aufgrund ihres geringen „Marktwertes“ kaum die Titelrolle erhalten. So wird es nun hoffentlich „nur“ ihr erster Emmy (für „My So-Called Life“ war sie 1995 ebenfalls nominiert, verlor aber gegen Angela „Murder She Wrote“ Lansbury) — endlich. Denn dieser Film beweist erneut, dass Claire Danes eine überaus begabte Schauspielerin ist, die man viel zu selten in großen Produktionen sieht und von ihrer Klasse und Fähigkeiten eigentlich ganz oben in der Hollywood-Hierarchie zu finden sein müsste.

Heute wurden nun die Emmy-Nominierungen für „Temple Grandin“ bekannt gegeben: Die HBO-Produktion erhielt sagenhafte 15 Nominierungen, darunter David Strathairn für seine Rolle als fürsorgerischer Dr. Carlock, außerdem Julia Ormond und Catherine O’Hara, der Film als Ganzes sowie das Drehbuch und natürlich Claire Danes für die Hauptrolle. Ihre ärgste Konkurrentin im Rennen um den Emmy wird die hochgelobte Hope Davis als Hillary Clinton in der weiteren HBO-Produktion „The Special Relationship“ sein. Dennoch, ich setze mein Geld auf Claire.

„Temple Grandin“ erscheint am 17. August in den USA auf DVD.

Update 30.8.10: Es kam dann tatsächlich so wie erhofft: Insgesamt sieben Emmy-Auszeichnungen erhielt „Temple Grandin“ und war damit der Abräumer des Abends. Darunter gab es auch den Preis für die beste Hauptdarstellerin in einem Fernsehfilm für Claire Danes und den Emmy für den „besten Fernsehfilm“ des Jahres.

Roads? Where we're going, we don't need roads.

Dienstag, 6. Juli, 2010

Gestern ging beinahe das Internet kaputt, weil ein Photoshop-Fake der Zeitmaschine aus „Back to the Future“ über Twitter und Blogs weltweit unaufhaltsam die Runde machte. Auch heute sind noch die Schockwellen in den Trending Topics auf Twitter zu spüren und das wird wohl auch noch einige Tage so weitergehen.

Auch wenn es ein Fake war, das erinnert doch auch wieder daran, welch großartiger Film der erste Teil von „Back to the Future“ war und welch große Popkultur-Bedeutung er auch noch nach exakt 25 Jahren besitzt — ein wunderbares Beispiel für die Hochzeit des Sommer-Popcorn-Kinos in den 1980ern. Interessant übrigens auch die damalige Review von Roger Ebert, in der er Parallelen zu Frank Capra zieht:

[..] „Back to the Future“ was directed by Robert („Romancing the Stone“) Zemeckis, who shows not only a fine comic touch but also some of the lighthearted humanism of a Frank Capra. The movie, in fact, resembles Capra’s „It’s a Wonderful Life“ more than other, conventional time-travel movies. It’s about a character who begins with one view of his life and reality, and is allowed, through magical intervention, to discover another. Steven Spielberg was the executive producer, and this is the second of the summer’s three Spielberg productions (it follows „Goonies“ and precedes „Explorers“), and maybe it’s time to wonder if Spielberg is emulating the great studio chiefs of the past, who specialized in matching the right director with the right project. This time, the match works with charm, brains and a lot of laughter.

Ende Oktober 2010 erscheint die Trilogie auf BluRay — das wäre ja eine gute Gelegenheit, meine 2002er Box (mit falschem Widescreen-Framing) auf’s Altenteil zu schicken.

Scott Pilgrim vs. The World: "That was epic."

Donnerstag, 17. Juni, 2010

Pure awesomeness. Wenn der Film wirklich das hält, was der Trailer verspricht…

Robin Hood: Wie aus einem guten Script ein nicht so guter Film wurde

Sonntag, 23. Mai, 2010

Jetzt schiebe ich schon seit Tagen diesen Bookmark vor mir her und weiß nicht, ob/wie/wo ich ihn platzieren soll. Ach, dann nehmt es halt hier als eine Art Lesetipp: Auf seinem Blog „Sex in a Submarine“ diskutiert Autor William Martell die langwierige Genese der jüngsten Robin-Hood-Verfilmung mit Russell Crowe. In „Robbing From The Poor (Writer)“ zeichnet er sehr informativ die mehrjährige Geschichte eines hochgelobten Drehbuchs namens „Nottingham“ hin zu einem von der Kritik verschmähten Drama namens „Robin Hood“ nach. Ich hab‘ das 150-Minuten-Epos nicht gesehen, aber auch wirklich kein Interesse an noch einer Verfilmung des Lebens des „Rächers der Enterbten“ (aktuell mickrige 45% bei Tomatometer). Martells Zusammenfassung der Geschehnisse ist aber (sofern sie denn stimmen) ein aufschlussreicher Blick hinter die Kulissen der Hollywood-Film-Maschinerie, in welcher der (Star-)Regisseur immer Recht hat.

Link.

(500) Days of Summer

Sonntag, 25. Oktober, 2009

„This is a story of boy meets girl.“

Das Drehbuch eines Films vor dessen Kinostart zu lesen, ist oftmals nicht gerade die beste Idee. Man gönnt sich zwar beim Lesen ein kleines „Kino im Kopf“-Erlebnis, aber gleichzeitig beraubt man sich all der Überraschungselemente des Films und kann ihn später eigentlich gar nicht mehr unvoreingenommen genießen — kurz: Die typische Spoiler-Erfahrung eben. Dennoch war meine Neugier im Januar zu groß, als mir das Script zu „(500) Days of Summer“ von den beiden Jungautoren Scott Neustadter und Michael M. Weber in die Hände fiel. Damals war ich sehr begeistert von dem Script, welches dank einer originellen Story und einer ebenso ungewöhnlichen Erzählweise das typische und in den letzten Jahren schwer missbrauchte „Romantic Comedy“-Format ein wenig auf den Kopf stellte.

500-daysAber nachdem ich den Film nun endlich gesehen habe, bereue ich diesen Ausflug in die Spoiler-Welt eigentlich kaum noch, denn Regisseur Marc Webb hat die Seiten des Scripts in exzellenter Weise auf die Leinwand gebracht. „(500) Days of Summer“ ist eine wunderbare kleine Geschichte einer Beziehung zwischen zwei Menschen — keine Liebesgeschichte. Eine „RomCom“ auch für Männer, denn das ist keine Schokolade- und Klischee-triefende 08/15-Massenproduktion, sondern ein sorgsam erzählter und ehrlicher Film, der zeigt, dass es eben manchmal auch nicht klappt in einer Beziehung. Ein Film mit hohem Wiederseh-Potential — zumindest in meinen Augen eines der wertvollsten Prädikate für einen Film.

Tom (Joseph Gordon-Levitt) ist Grußkartendesigner, ein durchschnittlicher Mitt-Zwanziger in Los Angeles und glaubt fest daran, dass es sowas wie Schicksal gibt, dass man eines Tages die Richtige, die „große Liebe“ trifft. Er ist felsenfest davon überzeugt, dass er diese Person in Summer (Zooey Deschanel) gefunden hat, die gerade erst nach Los Angeles umgezogen ist. Obwohl Summer keine seiner Hoffnungen über Schicksal und Liebe zu teilen scheint, entwickelt sich rasch eine kleine, aber intensive Romanze zwischen den beiden. Sie finden einige Gemeinsamkeiten (unter anderem ihre Verehrung der „The Smiths“) und zunächst scheint ihre Beziehung auch ganz nach Plan für richtig schöne romantische Love-Stories zu laufen. Doch schließlich wird Tom schmerzhaft klar, dass Summer nicht die gleichen Gefühle für ihn hat, wie er für sie.

500days_train
Zooey Deschanel kann eh nicht viel falsch machen, aber immerhin bietet „500 days“ ihr mal etwas mehr Spielraum für mehr als immer nur den gleichen emotionalen (wenn auch natürlich immer bezaubernden ;-)) Ausdruck. Doch Joseph Gordon-Levitt ist derjenige, der hier auf ganzer Linie überzeugt und den Charakter des hilflos über beide Ohren verliebten Romantikers mit einer faszinierenden Intensität und Glaubhaftigkeit spielt. Sein überragendes Zusammenspiel mit Zooey bringt erst richtiges Leben in diesen Film, umrahmt von den prächtigen Bildern von Los Angeles und einem überaus geschickt gewählten Soundtrack — möglicherweise der beste seit „Garden State“ hinsichtlich seiner Bedeutung für die Vermittlung der Emotionen im Film. Regisseur Marc Webb und Kameramann Eric Steelberg haben dazu viele visuell inspirierende Einstellungen gefunden, die eine Anschaffung des Films auf hochauflösender BluRay eine lohnenswerte Option erscheinen lassen, auch wenn „RomComs“ normalerweise nicht die Sorte Filme sind, bei denen ich für die Bildqualität tiefer in den Geldbeutel greife. Für eine Oscar-Nominierung für Cinematography dürfte es nicht reichen (aber vielleicht für „Original Screenplay“?).

500-days-of-summer-benchDie Parkbank bei „Angels Knoll“ in Los Angeles (W 4th St / Olive St) dürfte zukünftig ein beliebtes Foto-Motiv für L.A.-Touristen werden (jau, das hab ich hier nur ‚reingeschrieben, um mir irgendwo die Adresse zu merken ;-)).

Kurz: In jeglicher Hinsicht sehr zu empfehlen. Der Film läuft zur Zeit in den deutschen Kinos (mit den üblichen gewöhnungsbedürftigen Synchron-Stimmen, seufz). Die DVD/Blu-Ray erscheint am 22. Dezember in den USA, den Soundtrack gibt’s bereits im Laden (und auf Spotify mit drei Karaoke-Bonus-Tracks).

No Signal

Donnerstag, 24. September, 2009

Wie oft hat man das schon in Filmen (vornehmlich aus dem Horror-Genre) gesehen: Die verzweifelte Protagonistin will in höchster Not jemanden mit dem Handy anrufen … aber natürlich hat sie keinen Netz-Empfang. Oder der Akku ist leer. Oder es fällt ihr aus den zitternden Händen ins Wasser. Aber der Drehbuchautor brauchte verständlicherweise irgendeine Begründung dafür, warum die Hilfesuchende nicht einfach 911 wählt und dem Treiben (und der Story) schon nach wenigen Minuten ein Ende setzt. Wie allgegenwärtig das „No Signal!“-Konstrukt aber mittlerweile in Filmen (und Serien) ist, zeigt diese herrliche Zusammenstellung von Rich Juzwiak:

(via John August)

Als nächstes sollte man mal ein ähnliches Video zusammenstellen mit Szenen, in welchen der jeweilige Kriminalfall-Ermittler in ein popeliges VHS-Video zwanzigfach hineinzoomt und dadurch das Nummernschild des Mörders findet. Oder mal all die wundersamen Passwort-Cracker im Film-Universum sammeln … oder die sensationellen Power-Internet-Suchmaschinen, die gleich bei der ersten Suchanfrage genau die gesuchte Information anbieten … oder die spektakulären Computer-Viren, die sofort Totenköpfe auf Bildschirme zeichnen …