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Meine liebsten Musik-DVDs: "Concert for George"

Samstag, 22. August, 2009

cfg2Weiter geht’s mit meinen Lieblings-Konzert-DVDs. Heute: „A Concert for George“, dem Tribut-Konzert für den im Jahre 2001 verstorbenen Beatle George Harrison.

Ich habe mir „A Concert for George“ letztes Jahr in Großbritannien gekauft und war positiv überrascht darüber, dass man für wenig Geld (damals knapp 10 Pfund bei günstigem Wechselkurs) sogar zwei DVDs und eine ansprechende Verpackung geliefert bekommt. Die erste DVD bietet das komplette Konzert mit meines Wissens allen Songs, die an jenem Abend aufgeführt wurden. Disc 2 enthält eine Spielfilm-Fassung mit den Highlights des Konzerts plus Interviews und Making-Of-Szenen.

Am 29. November 2002 kamen in der Royal Albert Hall in London eine Reihe von George Harrisons Weggefährten sowie einige hundert Zuschauer zusammen, um ihn und sein Lebenswerk zu feiern. Das Konzert ist in drei Abschnitte unterteilt: Eric Clapton leitet durch den Abend und stellt zunächst den indischen Künstler Ravi Shankar und seine Tochter Anoushka Shankar vor, die George Harrisons Faszination für indische Musik repräsentieren und die ersten vierzig Minuten füllen. Die Klänge indischer Musik mögen für westliche Ohren doch recht ungewohnt sein, aber die Kunstfertigkeit, mit der die Musiker ihre Instrumente spielen, ist aber auf jeden Fall beeindruckend.

George Harrison war auch ein großer Fan der legendären Monty-Python-Comedytruppe und so lassen es sich die Mitglieder der Truppe nicht nehmen, zwei ihrer bekanntesten Skits aufzuführen und sorgen für ein bizarres Kontrastprogramm zum vorangegangenen seriös-bedächtigen Teil des Konzerts. Michael Palin und Co. präsentieren zunächst das legendäre „Sit on my face“ (mit einem spektakulären Abgang), gefolgt vom nicht minder famosen Lumberjack-Song. Ein großer Moment für Python-Fans.

Aber danach geht es erst richtig los mit dem Hauptteil des Konzerts. Ein All-Star-Team der Pop-Rockmusik führt die größten Hits von George auf, nicht nur aus seiner Beatles-Zeit, so zum Beispiel „If I Needed Someone“, „Taxman“, „Here Comes the Sun“ und natürlich „While My Guitar Gently Weeps“ sowie „My Sweet Lord“. (Komplette Tracklist).

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Mit dabei sind neben Eric Clapton auch Gary Brooker, Jim Capaldi, Ringo Starr, Jim Keltner, Henry Spinetti, Jools Holland, Chris Stainton, Billy Preston, Paul McCartney, Jeff Lynne, Tom Petty, Joe Brown, Albert Lee, Marc Mann, Andy Fairweather-Low sowie Georges Sohn Dhani Harrison und viele mehr.

Die Stimmung in der Albert-Hall erreicht ihren Höhepunkt, wenn Ringo Starr seinen früheren Bandkollegen Paul McCartney ankündigt, aber das Konzert ist mehr als nur ein Best-of-Konzert der verbliebenen Beatles. Eigentlich sind alle Songs absolute akustische Leckerbissen, zuweilen stehen bis zu sieben(!) Gitarren- und Bass-Spieler auf der Bühne, dazu drei Schlagzeuger, Perkussionisten, diverse Background-Sängerinen und ein kleines Orchester. Jegliche Furcht, dass so viele Köche den Brei verderben, ist allerdings unbegründet: Noch selten klangen Georges‘ Lieder so gut. Man hört und sieht die Spielfreude aller Beteiligten. Der DTS-Mix ist makellos und ganz großes Ohren-Kino. Das in HD gefilmte (aber meines Wissens noch nicht auf Bluray verfügbare) Bildmaterial ist exzellent.

Einzelne Highlights herauszupicken ist eigentlich unmöglich, jeder der 20 Songs sind kleine Kunstwerke. Aber spätestens wenn Joe Brown dann nach über zwei Stunden Konzert-Dauer zur Ukulele greift und vor einem andächtig lauschenden Publikum „See you in my dreams“ intoniert, ist Gänsehaut garantiert.

Fazit: Ein grandioses, einmaliges Tribut an das einzigartige Lebenswerk eines großen Beatle. Eine DVD, in die ich eigentlich nie „nur mal kurz“ reinschauen kann — mittendrin losreißen ist unmöglich. Beatles-Fans haben die DVD eh sicherlich schon seit Jahren im Regal stehen, aber auch anderen Freunden klassischer Rocksongs kann man diese in jeglicher Hinsicht perfekte Konzert-Doppel-DVD nur ausdrücklich empfehlen. 10/10

Offizielle Website: concertforgeorge.com.

In Deutschland sind Musik-DVDs meist recht teuer, daher rate ich zum Einkauf bei unseren Freunden von der Insel (Amazon Partner-Links).

"Across the Universe" (2007)

Sonntag, 3. August, 2008

Ich will es gar nicht leugnen: „The Beatles“ führen meine „Most Played“-Rangliste seit Jahren mit souveränem Abstand an. Ich habe ganz einfach festgestellt, dass ich mit den Fab Four im Hintergrund am besten arbeiten kann. Dabei bin kein eingefleischter Raritäten- und Japan-Editionen-Sammler, so bin ich beispielsweise erst nach „I am Sam“ auf eher selten gespielte Songs wie „You’ve Got To Hide Your Love Away“ aus dem „Help!“-Album oder das kuriose „And Your Bird Can Sing“ aus „Revolver“ aufmerksam geworden.

Jedenfalls ist es somit wohl verständlich, dass ich auch auf das Beatles-inspirierte Musical „Across the Universe“ neugierig war, insbesondere da in einer der Hauptrollen das Schauspieltalent Evan Rachel Wood („Once and Again„) zu sehen (und zu hören) ist. Nun bin ich auch trotz dem jüngsten „Dr. Horrible“-Event alles andere als ein Musical-Fan — sobald jemand in einem Film anfängt zu singen, wende ich mich gerne mit Grausen ab. Insofern war ich schon gespannt, ob ich die volle Film-Lauflänge durchstehen würde vor allem da der Film nie in die deutschen Kinos gekommen war, nicht unbedingt ein gutes Zeichen.

Beatles-Fans können schon mal prüfen, wieviele Referenzen sie alleine in meiner nachfolgenden kurzen Zusammenfassung finden: „Across the Universe“ spielt in den späten 1960ern und handelt von dem Sohn einer Arbeiterfamilie aus Liverpool namens Jude (Jim Sturgess, „21“), der auf der Suche nach seinem Vater nach New York reist. Dort macht er die Bekanntschaft mit dem aus reicher Familie stammenden Maxwell (Joe Anderson) und dessen jüngerer Schwester Lucy (Evan Rachel Wood). Gemeinsam finden sie in einer WG in New York eine Unterkunft. Dort machen sie unter anderem Bekanntschaft mit den Musikern Sadie (Dana Fuchs wandelt auf den Pfaden von Janis Joplin), JoJo (Martin Luther als Jimi-Hendrix-Hommage) sowie Prudence (T.V. Carpio). Prompt verliebt sich Jude in Lucy und die beiden beginnen eine intensive Beziehung, die allerdings auf eine schwere Bewährungsprobe gestellt wird, als Lucy sich zunehmend in der Anti-Kriegs-Bewegung engagiert, um eine „Revolution“ gegen den Vietnam-Krieg anzustiften.

Daraus sollte schon klar sein: „Across the Universe“ ist im Bezug auf die Story in erster Linie ein typischer Liebesfilm, gemixt mit vielen zeitgeschichtlichen Referenzen an die späten 1960er — also „Hair“ mit Beatles-Songs. Insbesondere im Mittelteil des Films, in denen die Protagonisten auf bunten Hippie-Pfaden wandeln und so manche Szene in psychedelische Traumsequenzen ausartet, zeigt der Film durchaus einiges an kreativen Erfindungsreichtum und demonstriert auf zuweilen kuriose Weise, was dabei herauskommen kann, wenn man Beatles-Texte allzu wortwörtlich auslegt. Der Film hat seine Stärken dann auch insbesondere in den ungewöhnlichen Adaptionen der vertrauten Beatles-Songs, insgesamt 31 Stücke wurden als neue Interpretationen in den Film eingebaut.

Doch da enden natürlich die Referenzen an das „Beatles“-Œuvre nicht — die entsprechenden (umfangreichen) Trivia-Sektionen in der Wikipedia und der IMDb helfen bei der haarkleinen Analyse des Films weiter.

Die Gesangsqualitäten aller Darsteller sind mehr als in Ordnung, Evan Rachel Wood kann zwar ihre beeindruckende Stimme erneut unter Beweis stellen (ihre Version von „Blackbird“ ist erstklassig), wirkt aber doch desöfteren deplatziert. Auch der Rest des Noname-Cast kann mit sehr guten Stimmen überzeugen. Highlights setzen aber auch in köstlichen Kostüm-Gastauftritten „echte“ Stars wie Bono, Eddie Izzard und Joe Cocker sowie Salma Hayek.

Kurz: Wer immer automatisch mitsummt, sobald ein Beatles-Song im Radio läuft und auch gegen eine vorhersehbare Lovestory auf der Leinwand nichts einzuwenden hat, der wird bei „Across the Universe“ zwei Stunden gute Unterhaltung vorfinden. Ich hatte zwar keine sonderlich hohen Erwartungen, aber die wurden dann doch deutlich übertroffen. DVD und Soundtrack.