Archiv vom März 2006


Das Aus für "Arrested Development"

Mittwoch, 29. März, 2006

„The fans have been so ardent in their devotion and in return … I’ve given everything I can to the show in order to try to live up to their expectations,“ Hurwitz told Daily Variety on Monday in a telephone interview from Gotham. „I finally reached a point where I felt I couldn’t continue to deliver that on a weekly basis.“

[…]

He also hinted that while „Arrested“ may have run its course as a TV show as far as he’s concerned, he would be interested in reviving the franchise as a feature film.

[…]

It doesn’t help that one of Hurwitz’s key deputies, exec producer Jim Valleley, also says he won’t do the show without his boss. „We couldn’t do the show without Mitch Hurwitz, and I wouldn’t want to be the guy who tried.“

Via Variety.

Veronica Mars ab Samstag im ZDF

Mittwoch, 29. März, 2006
„A long time ago, we used to be friends
but I haven’t thought of you lately at all…“

Veronica Mars -- TM / (c) Warner Brothers

Yes, I’m still alive. Es sieht so aus als würde das sablog auf eine Art ungeplante Sommerpause zusteuern — eine Dissertation schreibt sich überraschenderweise doch nicht von alleine ;-).

Aber kann es einen besseren Abschluss dieser sablog-Saison geben als den Start von „Veronica Mars“ am kommenden Samstag (1. April) im ZDF? Nach den Monaten der Propaganda hier im Blog braucht’s hoffentlich auch keine Review mehr (die Suchfunktion dürfte auch genügend Material liefern) und ich kann stattdessen den Platz mit einem Traffic saugenden Foto füllen… kurzgefasst: Die Serie ist in meinen Augen eine der besten derzeit laufenden TV-Serien, mit brilliantem Cast, exzellenten Autoren, weit weg von dem üblichen Highschool-Soap-Einerlei. Durch die Synchro geht wieder ein wenig an Atmosphäre verloren, aber wer Synchros gewohnt ist, dem wird das egal sein. Der Rest kauft sich eh die US-DVDs.

In den USA hat sich die Serie bisher leider rein zahlenmäßig nicht durchsetzen können. Die Quoten sind miserabel. Als Konsequenz testet man nun in Übersee schon mal ein indirektes „Gilmore Girls“/“Veronica Mars“ Pairing. Gut, die beiden Shows laufen noch auf unterschiedlichen Networks, aber nach den katastrophalen Quoten der letzten Wochen hat sich UPN dazu entschlossen, „Veronica Mars“ ab sofort auf den Dienstag um 21 Uhr zu verlegen. In dem Slot zuvor um 20 Uhr läuft „Gilmore Girls“ auf theWB. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man bei „Vroni“ händeringend auf den Start des neuen UPN+WB=CW Networks wartet und nur noch irgendwie diese Staffel über die Runden bringen will — ohne diesen Network-Zusammenschluss hätte die Show wohl 2006/07 keine Chance mehr.

Aber zurück in Deutschland haben diese schwachen Quoten aus den USA wohl auch ihre Auswirkungen: Das ZDF verheizt die Show (wohl sicherheitshalber) auf einem vollkommen unangebrachten Sendeplatz (Samstags um 14:15 Uhr), aber in diesem Timeslot dürften Quoten wirklich kaum eine Rolle spielen. Das ist wohl das einzig positive daran: Man kann annehmen, dass alle 22 Episoden der ersten Staffel in einem Rutsch ausgestrahlt werden, egal wieviele Zuschauer einschalten. Dennoch der obligatorische Hinweis an die Leser vom Mainzer Lerchenberg: Mit den richtigen Promos (und einer Portion Mut) hätte man die Show auch mittwochs um 19:25 platzieren können, wenn das Volk nach „Türkisch für Anfänger“ von der ARD flüchtet. „Veronica Mars“ ist keine reine Teenie-Serie. Aber leider zeigt die Vergangenheit ja, US-Serien-Material kann/will man bei den Öffentlich-Rechtlichen nicht in der (Access-)PrimeTime unterbringen. Vor allem wenn es in den USA auch nicht gerade mit exzellenten Quoten verwöhnt wird.

In diesem Sinne: Einschalten! ZDF, 01.04.06 14:15 Uhr. Weitersagen!

Seriously.

Stardust

Montag, 20. März, 2006
„There was once a young man
who wished to gain his Heart’s Desire.“

Neil Gaimans bekannte Fantasy-Erzählung/Comic „Stardust“ (ich glaube im Deutschen unter dem Titel „Sternenwanderer“ erschienen) wird in diesen Tagen verfilmt (Drehbeginn ist am Samstag) und was mich besonders freut: Claire Danes übernimmt eine der Hauptrollen. Sie spielt Yvaine, die Sternschnuppe. Wenn man sich den Charakter von Yvaine über den Verlauf der Novelle vor Augen führt, ist das wahrhaft eine ideale Besetzung. In weiteren Rollen sind Robert DeNiro (als Kapitän der Perdita) und Michelle Pfeiffer als böse Hexe zu sehen. Der eher unbekannte Charlie Cox („Casanova“) spielt die Hauptrolle des Tristan.

Vor einigen Jahren hätte ich noch große Zweifel gehabt, ob es möglich ist, diesen Stoff werkgetreu zu verfilmen. Schließlich spielt die ganze Erzählung in einer reich ausgestatteten Phantasiewelt mit eigenartigen Wesen und magischen Vorkommnissen. Aber seit den „Lord of the Rings“ und „Harry Potter“ Verfilmungen stellt das heutzutage wohl kein ernsthaftes Problem mehr dar. Dennoch bin ich sehr gespannt, wie „Stardust“ von Matthew Vaughn („Layer Cake“) auf der großen Leinwand umgesetzt wird, Neil Gaiman scheint ja recht zufrieden mit dem Script (ebenfalls aus der Feder von Matthew Vaughn) zu sein. Vaughn sollte eigentlich bei X-Men 3 Regie führen, machte aber einen Rückzieher. Das Drehbuch gehörte letztes Jahr wohl schon zu einer eilitären Liste der vielversprechendsten Drehbücher in Hollywood.

Sicherlich wird „Stardust“ kein gigantischer Box-Office Hit, aber Hoffnung auf einen formidablen Fantasy-Film darf man schon haben, vor allem da er nicht in den USA nach Blockbuster-Strickmuster 08/15 gedreht wird, sondern in erster Linie auf britischem Boden. 2007 kommt der Film in die Kinos, wohl gefolgt von einigen anderen Neil Gaiman / Terry Pratchett – Verfilmungen, die derzeit bereits auch in Pre-Production sind. Ganz wohl ist mir aber ehrlichgesagt bei dem Gedanken an eine Flut von Terry Pratchett – Filmen nicht. Wenn man sich anschaut, was Disney mit Adams‘ „Anhalter“ angestellt hat…

Funkstrom

Freitag, 17. März, 2006

So sieht’s derzeit unter meinem Büro-Schreibtisch aus:

IMG_2267.jpg

Die Putzfrau macht gottseidank mittlerweile einen großen Bogen darum ;-). Und nein, ich blicke da auch nicht mehr durch. Funkstrom wäre wirklich ‚was praktisches.

Star Wars Serie in 2008?

Freitag, 17. März, 2006

SciFiWire meldet unter Berufung auf ein BBC Interview mit Rick McCallum dass die geplante „Star Wars“ TV-Serie voraussichtlich im Jahre 2008 auf die Bildschirme kommen soll. Die Serie soll in über 100 Episoden (lol, da hat wohl jemand reichlich Optimismus gefrühstückt) die zeitliche Lücke von 19 Jahren zwischen den Spielfilmteilen III („Revenge of the Sith“) und IV („A New Hope“) schliessen. Wie und wo die Serie genau on-air kommen soll ist noch unklar — wer weiss, wie die TV-Landschaft im Herbst 2008 aussieht…

Shoppen in Kanada wird teurer

Donnerstag, 16. März, 2006

Schlechte Zeiten für DVD-Importe aus Kanada: Der kanadische Dollar befindet sich seit Monaten in einem Höhenflug. Stand er Anfang 2005 noch auf 0,6 Euro, ist er mittlerweile „rauf“ auf Werte um 0,75 Euro — so hoch war er zuletzt Mitte 2001.

Einigermassen stabil ist hingegen der US-Dollar: Mit 0,82 Euro ist er zwar von den Rekordtiefständen von 2004 (0,73 Euro) eine gute Ecke entfernt, aber trotzdem noch auf einem (für Importeure) „erfreulich“ niedrigem Niveau.

Medium – Nichts bleibt verborgen

Dienstag, 14. März, 2006

medium_arquette.jpgGleich ein weiterer erwähnenswerter Serienneustart in Deutschland: „Medium“ auf Kabel Eins ab morgen (Mittwoch) um 20:15/21:15.

Diese Show kam um einen deutschen Beititel leider nicht herum, der Titel der Pilotepisode „Anwältin der Toten“ hätte mir notfalls noch besser gefallen, aber der ist ja schon durch andere Shows belegt.

Interessant ist die Wahl innerhalb der ProSieben Senderfamilie für „Medium“. Offenbar will man Kabel Eins unter anderem auch (weiterhin) in Richtung Mystery positionieren. Im Sommer wird Kabel 1 auch die neue CBS Serie „Ghost Whisperer“ mit Jennifer Love Hewitt zeigen (möglicherweise im Anschluss an den Durchlauf von „Medium“), vom Konzept sind beide Serien eng miteinander verwandt. Im Stil gibt es jedoch markante Unterschiede — wie vor zwei Jahren auch schon „Wonderfalls“ und „Joan of Arcadia“.

Wie gestern schon mit „Grey’s Anatomy“ will ich auch hier mit einer Inhaltsangabe wenig Zeit verlieren und bediene mich bei Kabel Eins:

Allison Dubois (Patricia Arquette) ist ein Multitalent: Mutter von drei Kindern, Ehefrau und Jura-Studentin, die in einem Anwaltsbüro in Phoenix arbeitet. Sie entdeckt, dass sie Gedanken lesen und mit Toten reden kann und in ihren Träumen die Zukunft sieht. Verständnis sucht sie bei ihrem Ehemann Joe (Jake Weber), einem Raumfahrt-Ingenieur, der langsam zu glauben beginnt, dass seine Frau die Wahrheit sagt.

Die große Herausforderung ist es, auch ihren Chef, D.A. Devalos Miguel Sandoval), davon zu überzeugen, dass ihre psychischen Fähigkeiten Unterstützung leisten können bei der Lösung von Kriminalfällen und schrecklichen Verbrechen …

Patricia Arquette und die echte Allison DuboisInteressant ist die Tatsache, dass die von Kelsey Grammer („Fraiser“) produzierte Show auf echten Personen und Geschehnissen basiert. Allison Dubois existiert wirklich, ihre übersinnlichen Fähigkeiten haben sie in den USA bereits recht bekannt gemacht, sogar das unvermeidliche erste Buch ist bereits auf dem Markt. Ihr familiäres Umfeld wurde ebenfalls in der Serie 1:1 kopiert, inklusive ihrer drei Töchter (die laut Allison ihre Fähigkeiten geerbt haben) und Ehemann Joe. Die „echte“ Allison taucht auch in den Credits von „Medium“ als Beraterin auf.

Genau dort liegt die Stärke der Show: Trotz des phantasievollen Sujets hat die Serie ihre Füße im Vergleich zu anderen Serien des Genres überraschend fest am Boden der Realität, die Charaktere und ihre Macken sind absolut glaubwürdig gezeichnet. Die Art und Weise wie Allison versucht, ihren stressigen Alltag trotz ihrer ungewöhnlichen und anstrengenden Gabe zu bewältigen, ihre aufgeweckten Kinder im Zaum zu halten und ihre Ehe interessant zu gestalten, wirkt nachvollziehbar und „echt“. Es gibt die aus vielen Familien bekannte morgendliche Hektik, Streitigkeiten zwischen den Eltern, Diskussionen darum wer die Kinder zur Schule bringt und so weiter…

Die Schauspieler profitieren offensichtlich sehr davon, ihre Charaktere von realen Personen ableiten zu können und von ihnen inspiriert zu werden. Patricia Arquette liefert (ebenso wie Jake Weber) eine exzellente Performance ab und hat daher auch zu Recht 2005 den Emmy für die beste Hauptdarstellerin in einer Drama-Serie erhalten. Die heimlichen Stars der Show sind die drei Kiddies der Familie Dubois, da hat man ein paar Goldstücke ausgegraben. Insbesondere Maria Lark als zweitälteste Tochter Bridgette ist einfach zum Knuddeln goldig und das Comedy-Highlight der Show — wie erwartet geht jedoch davon in der Synchronisation fast alles verloren (Im Übrigen halte ich die Synchro aber für recht gelungen und unauffällig).

medium_family.jpgDie Übereinstimmungen mit der Realität hören verständlicherweise bei den jeweiligen Mystery-Storylines der Woche auf, da ist viel künstlerische Freiheit im Spiel. Aber diese „künstlerische Freiheit“ wird vernünftig eingesetzt, die Serie ruht sich nicht auf „sicheren“ Konzepten aus, jede Episode verläuft etwas anders, so wie jeder Fall auch seine Eigenheiten hat. Der Zuschauer wird oftmals geschickt auf einen falschen Pfad geleitet und mit überraschenden Storytwists konfrontiert. Nicht umsonst hat es eine Episode aus der zweiten Staffel auf meine „Best of 2005“-Liste geschafft (“Time Out of Mind”). Gleichzeitig gibt es auch übergeordnete Story-Arcs … oder besser „Themen“, wie beispielsweise Allisons Sorge um die Fähigkeiten ihrer Kinder, die oft in B-Stories verarbeitet werden. Da verzeiht man der Show auch schon mal solche Publicity-Stunts wie eine spezielle 3D-Episode, die mit und ohne 3D-Brille besser ignoriert werden sollte.

Fazit: „Medium“ gehört in meinen Augen zu den derzeit besten Full-Hour Serien, und ohne Zweifel zu den letzten Rettungsankern von NBC. Die werden sich hüten, die Serie nicht für eine dritte Staffel zu verlängern. Wen dürfte diese Serie interessieren? Natürlich in erster Linie Mystery/Fantasy-Fans — zwar gibt es hier keine Aliens oder weltweite Verschwörung a la „X-Files“, aber die Serie nimmt interessante Anleihen an Shows wie „Twillight Zone“ und „Outer Limits“. Im gewissen Sinne ist es auch gleichzeitig eine erwachsene Version von Serien wie „Joan of Arcadia“. Dazu eine spannende Krimiserie. Und nicht zuletzt auch eine realistische Familienserie. Auf der anderen Seite dürfte die ruhige, manchmal fast etwas weinerliche Darstellung von Patricia Arquette auf Dauer bei manchem Zuschauer auf wenig Gegenliebe stossen. Ebenso die kreativen Freiheiten, die man sich an einigen Stellen nimmt — da Allison bei einem Staatsanwalt arbeitet, ist der natürlich auch prompt Dreh- und Angelpunkt aller Ermittlungen, selbst Polizeiarbeit findet plötzlich beim Staatsanwalt statt. Aber das sind eher kleinere Schönheitsfehler.

Kabel 1 zeigt die 16 Episoden der ersten Staffel. Diese Woche kommt eine Doppelfolge, ab nächster Woche läuft die Serie dann um 21:15, nach „Best of Formel Eins“. Die DVD der ersten Staffel erscheint im Mai in den USA auf DVD.

Grey's Anatomy

Montag, 13. März, 2006

Morgen (Dienstag) Abend startet auf ProSieben um 20:15 Uhr die neue Krankenhaus-Serie „Grey’s Anatomy“. Die Show dürfte man inzwischen berechtigterweise als den „No.1 Serien-Hit aus den USA“ vermarkten — die Serie hat in dem Post-„Desperate Housewives“ Slot auf ABC nach einem holprigen Start mittlerweile traumhafte Einschaltquoten.

grey's anatomy (c) Touchstone Television
Im Deutschen hat man interessanterweise darauf verzichtet, der Serie noch einen Beititel zu verpassen und belässt’s auch bei der amerikanischen Schreibweise mit Deppen-Apostroph. Dafür konnte man es sich aber nicht verkneifen, die Show mit dem unterirdischen Slogan „Wir sehen uns beim Doktor!“ zu promoten. Die Episodentitel werden hingegen ohne Bezug auf die Originaltitel ins Deutsche übersetzt, die netten Anspielungen auf Songtitel wollte der zuständige Redakteur dem deutschen Serienpublikum wohl dann doch nicht zumuten. Über die Synchro will ich nicht lästern — zuletzt habe ich bei „Vroni“ Mars bemerkt, dass ich mittlerweile Englisch lippenlesen kann, was beim Genuss von Synchro-Fassungen wirklich extrem irritierend ist und jegliche objektive Beurteilung von Synchronisationen wohl endgültig ad absurdum führt. Nur sei mir gestattet, an dieser Stelle zu bedauern, dass selbst die beste Synchro-Redaktion wohl die sexy Stimme von Hauptdarstellerin Ellen Pompeo nicht nachahmen könnte. (Hendrik Meyerhof hat für serienjunkies.de die Synchro professioneller unter die Lupe genommen)

Muss ich hier noch irgendjemandem erklären, worum’s in der Show geht? Nun, da ich den Eintrag absichtlich so getimed habe, dass er am Tag vor dem Deutschlandstart dem Zuschauer als „Einschalt-Entscheidungshilfe“ zur Hand geht, wäre das wohl nicht verkehrt. Aber da meine Zeit knapp ist, klaue ich die Beschreibung einfach mal von ProSieben:

Im Mittelpunkt von „Grey’s Anatomy“ steht die junge Ärztin Meredith Grey (Ellen Pompeo). Sie beginnt zusammen mit ihren vier Kollegen Cristina (Sandra Oh), Isobel „Izzie“ (Katherine Heigl), George (T.R. Knight) und Alex (Justin Chambers) ihr erstes Lehrjahr als Assistenzärztin der Chirurgie im renommierten „Seattle Grace Hospital“. Die fünf sind knallharte Konkurrenten und zugleich befreundet. Ehrgeiz und Unsicherheit, 48-Stunden-Schichten, medizinische Herausforderungen und quälender Liebeskummer bestimmen ihren Alltag. Jeder der jungen Ärzte geht auf andere Weise mit dem harten Druck um. Manche suchen Unterstützung, andere konzentrieren sich ganz auf die eigene Laufbahn. Für Meredith beginnt der erste Arbeitstag damit, ihren One-Night-Stand aus der Wohnung zu schaffen. Doch die Erlebnisse der letzten Nacht holen die junge Ärztin erschreckend schnell wieder ein: Ihre „schnelle Nummer“ ist ihr neuer Chef Dr. Derek Shepherd (Patrick Dempsey), was zu anhaltenden Komplikationen führt. Zu allem Überfluss sind ihre Kolleginnen und Kollegen im Praktikum genauso unerfahren wie sie. Zwischen Beinahe-Zusammenbrüchen und Erfolgserlebnissen schlagen sich Meredith und ihre Mitstreiter durch den harten Alltag. Sie haben nur ein Ziel: Den Tag überstehen, ohne einen Patienten umzubringen, oder in ihren eigenen Problemen zu versinken …

Joh, das trifft die Sache inhaltlich eigentlich schon ganz gut. Sorry für den kleinen Spoiler, aber es hilft mir dazu überzuleiten, in welches Genre man „Grey’s Anatomy“ meiner Ansicht nach einordnen kann. Das klingt nicht nur in der PR nach Soap-Storylines, das sind wirklich einige. „Grey’s Anatomy“ ist primär eine Krankenhaus-Soap, aber eine gute. Wöchentlich dramatische Notfälle aus dem Kuriositäten-Kabinett der Chirurgie und dazu eine ganze Ansammlung von „Who’s sleeping with whom“-Storylines, aber eben auch gespickt mit einer wohldosierten Prise Humor und sympathischen und sorgfältig entworfenen Charakteren mit vielen Geheimnissen. Die Serie wird in erster Linie aus der Sicht von Meredith erzählt, teilweise mit der Hilfe von Voice Overs, die insbesondere am Anfang jeder Epsiode das „Meta-Thema“ der Episode vorgeben und am Ende wieder die Storyfäden verknüpfen und zusammenfassen.

grey's anatomy (c) Touchstone TelevisionDiese Voice-Overs sind aber ein zweischneidiges Schwert. Einerseits tragen sie sehr viel zum Tiefgang der Show bei und helfen immens dabei, dass die Show eben nicht in das typische 08/15-Soap-Einerlei abrutscht. Aber teilweise stellen sich bei den vorgetragenen hochphilosophischen Lebensweisheiten und Metaphern die Haare hoch — es sind einfach zuviele und zu dick aufgetragen („If there’s an upside to freefalling it’s the chance you give your friends to catch you.„). Aber worin die Show wirklich gut ist, ist die Verknüpfung vom ernsten Dramaelementen mit auflockernden Comedy-Szenen, in den Dialogen findet sich so mancher gelunge „snappy comeback“.

Was der zu aufdringlich gemixte Musik-Score vermurkst, gleicht der interessant gewählte Soundtrack wieder aus, schon der Themesong der britischen Combo „Psapp“ ist interessant „anders“.

Abschließend die versprochene „Einschalt-Entscheidungshilfe“ (obwohl das bei der hier versammelten Serienjunkies-Zielgruppe wohl etwas sinnfrei ist — ihr werdet eh alle reinschauen, oder?). Anyway, wem „emergency room“ (immer noch) gefällt, der sollte hier auch einschalten. Die Serie kommt zwar nicht an die Dramatik, den Realismus und das Storytelling von „er“ der ersten Jahre ran, es ist kein „House“, aber beides will die Show auch gar nicht. Freunde von „Will he get her or not?“-Beziehungsdramen kommen bei dieser Show wahrlich nicht zu kurz. Soap-Hasser und Leute, die eine tiefe Abneigung gegen offensichtliche Storytwists haben, sollten hingegen eher Abstand nehmen. Weitere Meinungen zur Serie gibt’s hier bestimmt in Kürze auch in den Kommentaren zu diesem Eintrag…

Wer nach der Pilot-Episode sich nicht über 45 Minuten vergeudete Lebenzeit aufregt, aber auch noch nicht richtig angebissen hat, dem sei geraten: Dranbleiben. Insbesondere in der zweiten Staffel kommt die Show mehr in Fahrt, der Cliffhanger in der Post-Superbowl Episode hat im Januar ja bekanntermaßen einige Wellen geschlagen. Man braucht sich auch keine Sorgen zu machen, dass man auf ein „totes Pferd“ setzt — eine dritte Staffel ist sicher (aber noch nicht offiziell AFAIK) und eine vierte würde ich bei den aktuellen Quoten auch bereits jetzt als gut möglich einstufen.

ProSieben zeigt dreizehn Episoden — das entspricht der ursprünglich geplanten ersten Staffel. ABC zeigte zunächst nur neun Episoden und den Rest zu Beginn der zweiten Season. Wiederholung auch Samstags um 17 Uhr und damit passenderweise im Soap-LineUp nach „O.C.“ und „Summerbeach“. ProSieben zeigt die Serie in HDTV (davon dürften OttoNormalverbraucher wohl derzeit immer noch nicht profitieren, es sei denn sie lassen sich in Hannover auf der CeBIT über Nacht einsperren).

Ward 13

Montag, 13. März, 2006

Schneller Kurzfilm TV Tipp: „Ward 13“ aka „Station 13“ am Dienstag Nachmittag auf Arte.

Oscarnominierter Animation-Claymatic-Kurzfilm-Horror-Schocker Made In Australia.

Trailer gibt’s auf der offiziellen Homepage.

Eurovision: Der NDR hat aufgegeben

Samstag, 11. März, 2006

Wie man allen Ernstes Vicki Leandros und Thomas Anders für den deutschen Vorentscheid zum „Eurovision Song Contest“ nominieren konnte, obwohl es gerade in den letzten Jahren in Deutschland von jungen, vielversprechenden Nachwuchskünstlern nur so wimmelt, ist mir ein Rätsel. Logisch, dass man nach dem Gracia-Flop 2005 keine Risiken mehr mit DSDS-Hypestars eingehen will. Aber Thomas Anders!? Meine Güte. Von einem Extrem ins Andere.

Der NDR hat wohl gleichzeitig auch jede Hoffnung auf ein vernünftiges Showkonzept rund um die Eurovision-Gala aufgegeben. So verfolgten dann mehr als 5 Millionen Zuschauer am Donnerstag die konstituierende Sitzung der Selbsthilfegruppe für schwul & lesbische TV-Stars mit unter anderem Hape Kerkeling, Lucy Diakovska, Georg Uecker, Dirk Bach und einem hyperaktiven Thomas Hermans als Gründungsmitglieder. Diese überraschend große Zuschauerzahl und die knapp 800.000 Telefonvotes zeigen, dass der „Eurovision Song Contest“ auch in Zeiten von DSDS und nach dem letztjährigen GAU noch populär wie eh und jeh ist.

texaslightning.jpgSpätestens der mäßige Erfolg des wirklich guten „Max“ vor zwei Jahren zeigte jedoch, dass es beim „Grand Prix“ kaum noch um gute Stimmen und Songs geht. Die „Show“ und die Performance steht im Vordergrund — der Zuschauer hat gerade mal drei Minuten Zeit, um sich einen bestimmten Song zu merken. Balladen sind da schon mal grundsätzlich benachteiligt. Es haben ferner die Titel einen Vorteil, die bereits am Tag zuvor bei der internationalen Vorauswahl antreten mussten. Und natürlich all die Vertreter der (ehemaligen) „Bruderstaaten“, deren Bevölkerung im Zweifelsfall gleich mal für den Abkömmlung des Nachbarstaats anruft. Aber in Deutschland werden weiterhin in erster Linie wieder eintönige 08/15-„Don’t break my Heart“-Balladen an den Start geschickt… Und als wäre das nicht schon genug, drohte Joy Fleming dann auch gleich noch die eigene Rückkehr in den Wettbewerb an.

Vielleicht sollte der NDR endgültig die Segel streichen und RaabTV die Geschichte überlassen.

Aber immerhin kam mit der Nominierung von „Texas Lightning“ und „No No Never“ noch ein recht netter Song bei der ganzen Aktion heraus. Hätten Thomas Anders und Vicki Leandros am Ende nicht so verdattert in der Ecke gestanden, wäre die Vermutung nahegelegen, dass das alles von Anfang an vom NDR so geplant war. Amüsant, originell und mit Ohrwurmqualitäten könnte damit wieder der traditonelle deutsche Platz 5 am 20. Mai drin sein. Und Platz 1 in den Amazon.de-Albumcharts hat die Truppe nun auch erobert. Ich bin mir aber sicher, dass uns die Ostblockstaaten mal wieder zeigen werden, wie man peppige und durchchoreographierte Pop-Songs auf die Bühne befördert, die all die Teenies in Europa zum Abstimmen bringen…

 

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