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"Lostathon" Season 3 – Teil 2

Sonntag, 3. Februar, 2008

Weiter geht’s im Lost-Marathon.

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3×08: „Flashes Before Your Eyes“
Auch wenn die Flashbacks der anderen Charaktere eigentlich zuletzt nur noch repetitive Zeittotschläger waren und wenig zum großen „Lost“-Arc beitrugen, so muss das ja nicht für die neuen Charaktere gelten. Diese Episode rund um Desmond zeigt, dass immer noch reichlich Potential in dem „Lost“-Universum liegt und in dieser Folge zündet auch endlich mal wieder dieser faszinierend-rätselhafte Mystery-Plot, der zwar nicht viele Fragen beantwortet, aber stattdessen einige neue interessante Verknüpfungen aufzeigt. Endlich wieder „Wow!“-Momente! Daher gibt auch diesmal eine „sehr gut“: Note 1-.

3×09: „Stranger in a Strange Land“
Und von einem Höhepunkt geht’s gleich wieder ab in den Keller. Wir lernen ein paar Details über den Ursprung von Jacks Tatoos in Thailand, aber insgesamt dümpelt die Story in einem gähnend langsamen Tempo vor sich hin. Das störrische Herumgezicke zwischen Sawyer und Kate ist mittlerweile auch eher nervend. Note: 3.

3×10: „Tricia Tanaka is Dead“
Eine hübsche Fun-Episode mit einem überragenden Jorge Garcia als Hurley. Ein Beispiel dafür, dass auch Episoden, die nicht unbedingt den globalen Arc wesentlich voranbringen, durchaus unterhaltsam sein können und immerhin einiges zur Charakterentwicklung beitragen können. Note: 2.

3×11: „Enter 77“
Okay, ich gebe es zu, diese Episode hat mich fast schon ein wenig aggressiv gemacht. Auch wenn die Folge aus der Feder von Cuse und Lindelof stammte — da gab es einfach zuviele Sachen, die mich nervten. Die xte Background-Story um Sayid und seine grausamen Taten zu Kriegszeiten demonstrieren eher, dass sein Charakter in dieser Show mittlerweile schon reichlich überflüssig ist. Es wirkt fast schon etwas krampfhaft, wie er noch in die Story eingebunden wird. Und mag sein, dass John noch irgendeine eigene Agenda verfolgt, aber im Moment wirken einige seiner Aktionen wie aus der „Too Stupid To Live“-Schublade. Etwas positives hat die Episode immerhin: Ich Idiot habe endlich gemerkt, dass die Darstellerin der Danielle Rousseau ja Mira „Delenn“ Furlan ist. Manchmal bin ich halt etwas langsam ;-). Note: 3.

3×12: „Par Avion“
Ein durchaus interessanter Flashback in dieser „Flashback of the week“-Episode rund um Claire und ihren Vater — endlich werden die Gerüchte bestätigt, die sich schon seit der ersten Staffel hielten: Claire und Jack sind Geschwister. Eine souveräne Leistung von Emilie de Ravin. Leider hat auch ihr Charakter ansonsten zur Zeit nicht viel zu bieten: Sie ist eine der „Strandleute“, die mit der zentralen Action meist nichts zu tun haben und sich im Hintergrund aufhalten. Diese „Action“ gibt es in dieser Episode in der Form von der kleinen Expeditionstruppe in Richtung des Lagers der Anderen. Note: 2-

3×13: „The Man from Tallahassee“
Auch hier wieder gemischte Gefühle: Einerseits ein zunehmend packendes und sehr spannendes Psycho-Duell zwischen Ben und den Losties, aber der Locke-Flachback war eigentlich bis auf die finalen (und umso beeindruckenden) Szenen überflüssig. Also wieder so eine Episode, in der eigentlich viel passiert — aber irgendwie doch nicht. Immerhin kommt nun etwas mehr Bewegung in die ganze Jack/Juliet/Kate/Die Anderen-Story. Note: 2

3×14: „Exposé“
Einigermaßen passable Krimistory um zwei vollkommen uninteressante „Red Shirt“-Charaktere, die wohl allen Fans seit ihrem ersten Auftauchen ein Dorn im Auge waren. Das Problem ist: Solch eine extreme Füller-Episode hat in meinen Augen in „Lost“ einfach nix zu suchen. Vor allem wenn man bedenkt, wie haarsträubend klobig sie schon seit Beginn der Staffel eingefädelt wurde. Immerhin gab es noch einen netten Grusel-Twist am Ende. Note: 3.

3×15: „Left Behind“
Das Zusammenwerfen von Kate und Juliet war einfach eine brillante Idee. Die komplette A-Story dieser Episode ist ein nahezu perfektes Charakterdrama in der sogar das „Rauchwolke-Monster“ endlich mal wieder für Gänsehaut sorgen kann. Und auch Kates Flashback ist eine sehenswerter Einblick in ihre Backstory. Die B-Story um Sawyers „Wahlkampf“ fällt hingegen eher in die Kategorie „belangloser Spaß“. Sie demonstriert aber schön, dass Hurley ein immens wichtiger Charakter ist und viel mehr Fäden in der Hand hält, als ihm bewusst ist. Note: 2.

3×16: „One of Us“
Endlich mal wieder eine Episode, die mich von Anfang bis Ende in Atem hielt. Exzellent orchestrierte Flashbacks um den herrlich mysteriösen „Juliet“-Charakter und ihre Aufnahme ins Strandlager machen diese Folge zu einer hochspannenden Angelegenheit. Elizabeth Mitchell hat den doppeldeutigen eiskalten Pokerblick geradezu perfektioniert. Note: 1-.

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So, hier ist erst mal ’ne Pause angebracht. Morgen gibt’s dann das große Finale.

"Lostathon" Season 3 – Teil 1

Samstag, 2. Februar, 2008

So, nach über einem Jahr Pause habe ich mich wieder meiner „Hassliebe“ „Lost“ zugewandt. Ende 2006 hatte ich ja frustriert über den mangelnden Fortschritt in der Show das Handtuch geworfen und mich von der Serie verabschiedet.

Schon damals hatte ich mir vorgenommen, irgendwann alle Episoden in einer Marathon-Sitzung anzuschauen. So ärgert man sich auch nach einer schwachen Episode deutlich weniger, weil man eben nicht wieder eine ganze Woche warten muss, sondern man kann alle Höhen und Tiefen in einem zusammenhängenden Block durchstehen. Der Start der vierten Staffel in den USA ist wohl eine gute Gelegenheit, um endlich mal diese „Serien-Bildungslücke“ zu füllen und der Show (mal wieder) eine Chance zu geben. Um mein Gedächtnis auch etwas aufzufrischen, fange ich auch noch mal bei der ersten Episode der dritten Staffel an. Und nach der ersten „Lostathon“-Sitzung muss ich sagen: Die Show macht „an einem Stück“ wirklich deutlich mehr Spaß.

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Kurze Eindrücke zu den Episoden:

3×01: „A Tale of Two Cities“
(Flashbacks von Jack)
Eine sehr solide Eröffnungsepisode: Der Flugzeugabsturz aus Sicht der „Anderen“ ist eine herrliche „Lost“-typische Überraschungssequenz. Mit Jack&Juliet und Sawyer&Kate haben wir zudem die Grundlage für zwei wesentliche Story-Arcs dieser Staffel. Note: 2+

3×02: „The Glass Ballerina“
(Flashbacks von Sun)
Ganz nette Flashbacks von Sun, welche die Beziehung zu Jin etwas klarer machen. Sawyer und Kate kommen sich näher, was diese ganze Arbeitslager-Nummer soll, ist aber noch unklar. Note: 2

3×03: „Further Instructions“
John rettet Eko vor dem Polarbären. Eine ausgesprochen zähe Episode, zudem war der John-Flashback auch eine reichlich laue Nummer. Der Tiefpunkt war dann aber die Einführung der „neuen“ Losties. Shark Jumping, anyone? Note: 3

3×04: „Every Man for Himself“
Dass Sawyer ein „Con Man“ ist, wussten wir ja schon, insofern war sein Flashback schon fast ein prozedurales „Random Backstory of the Week“-Element (immerhin mit der neuen Info um Sawyers Tochter). Ein deutliches Beispiel dafür, dass bei vielen etablierten Charakteren das „Flashback“-Potential weitestgehend ausgereizt ist. Als kleines J.J.Abrams-Casting-Trivia gab es aber „Javier“ aus „Felicity“ zu entdecken. Note: 3+

3×05: „The Cost of Living“
Da Adewale Akinnuoye-Agbaje die Produzenten um die Auflösung seines Vertrages gebeten hatte, waren die „Lost“-Autoren in der unangenehmen Situation, mit Eko einen der interessantesten Charaktere aus der Serie schreiben zu müssen. Das endete in einer recht ungelenken und schwachen Episode, die man wohl lieber schnell vergisst. Note: 3

3×06: „I Do“
Das große Herbst-Finale mit einem vermeintlich fetten Cliffhanger. Schade nur, dass die bisherigen fünf Episoden fast auf der Stelle traten und der Cliffhanger den Frust somit (zumindest bei mir) noch mehr erhöhte. Aber „I Do“ brachte zumindest einen unterhaltsamen und emotionalen Flashback mit Kate (und Nathan Fillion) sowie ein durchaus spannenden Psycho-Krimi zwischen Jack und Ben. Daher Note 2.

3×07: „Not in Portland“
Juliet ist spätestens seit dieser Episode eine der faszinierendsten Charaktere der Show — man kann sich nie sicher sein, auf welcher Seite sie steht. Flottes Tempo, spannende Story und einige wichtige Puzzelstücke zum „Lost“-Rätsel machen diese Episode zu einer der besten Folgen seit Beginn der dritten Staffel. Note: 2+

Soviel für heute, morgen geht’s weiter.

Lost: Nur 48 Stunden

Montag, 7. Mai, 2007

Achja, Eddie Murphy und Nick Nolte, 1982. Das war noch richtig großes Kino :-).

Großes Kino ist/war auch „Lost“ … zumindest in der ersten Staffel. Danach schienen die Autoren etwas das große Gesamtkonzept aus den Augen zu verlieren, über ihre eigenen Storyfäden zu stolpern und viele Fans wurden ungeduldig. Ich habe den Großteil der dritten Staffel noch nicht gesehen, daher enthalte ich mich mal einer Meinungsäußerung zu den jüngsten Episoden aber was ich so im Vorbeigehen aufschnappe, klingt doch mal recht positiv.

Insbesondere in Staffel 2 und zu Beginn von Season 3 machte die Show öfters den Eindruck, als wüssten die Autoren nicht mehr, wo sie mit dieser Show hinsollten. Es gab zwar immer noch die großen „Oha!“-Momente, aber man verlor als Zuschauer das Gefühl, dass der Kapitän wirklich noch das Steuer fest in der Hand hält oder sich eben nur von Hafen zu Hafen rettet. Ob dem wirklich so war oder ob das alles nur Teil eines lange ausgeklügelten Plans war, wird man wohl erst in ein paar Jahren erfahren.

Positiv ist in meinen Augen (trotz Unkenntnis von Season 3) aber auf jeden Fall die jüngste Ankündigung von ABC, ein festes Ende für die Show bereits jetzt ohne Wenn und Aber festzulegen. Demnach werden nach dem Finale der aktuellen Season 3 definitiv nur noch 48 weitere Episoden produziert, jeweils 16 pro Season. Ausführlich stellt der Artikel in Variety das neue Konzept vor, zu Wort kommen da auch die wichtigsten kreativen Köpfe hinter „Lost“. Und da im TV-Business ja spätestens seit „7h Heaven“ und „Sopranos“ die Bedeutung des Begriffs „definitiv“ durchaus Interpretationsspielraum bietet, haben „Lost“-Produzenten Lindelof und Cuse jeglichen Spekulationen gleich einen Riegel vorgeschoben. Nein, zur „Sopranoitis“ wird es bei „Lost“ nicht kommen, im Mai 2010 ist Schluß mit lustigmystik, auch Spin-Offs stehen nicht zur Diskussion.

„There will be no extensions or enhancements. That number (48) is absolute,“ he said. And „once you begin to see where we’re going, I think the idea of sequels and spinoffs will completely go away.“

ABC zieht damit die Konsequenz aus den bröckelnden Quoten von „Lost“ und gibt dem monatelangen Drängen des Kreativ-Teams hinter „Lost“ statt. Nun können die Autoren einen festen Drei-Jahresplan ausarbeiten und müssen damit nicht mehr „auf Zeit spielen“, um 22 Episoden pro Season zustande zu bringen. Zu diesem Zweck hat ABC mit den Showrunnern nun auch langfristige Verträge geschlossen, um sie mindestens bis zum Ende der Show 2010 ans Network zu binden.

Das ist natürlich ein interessanter Paradigmen-Wechsel, den man in der Presseankündigung auch immer wieder demonstrativ als Neuerung verkaufen will: Ein Trend hin zur „Event-Serie“. Von vorneherein zeitlich festgelegte Produktionen, bei denen der Zuschauer weiß, auf was er sich einlässt. Jedenfalls, solange das Network die Show nicht vorher absetzt. Man kennt dieses Prinzip eigentlich schon von den Telenovelas, die im Gegensatz zu den Soap Operas bereits von Beginn auf eine begrenzte Laufzeit ausgelegt sind und eine vorher klar definierte Geschichte erzählen.

Dazu kommen in dem ABC-Konzept nun aber auch weniger Episoden pro Season, ähnlich wie bei den PayTV- und Cable-Networks, die auch eher dem Prinzip „Klasse statt Masse“ folgen. Die werden dann „an einem Stück“ ohne Wiederholungen ausgestrahlt, auf „Teufel komm raus“ promotet und als Must-See-TV propagiert. Man verliert in diesem Zusammenhang bei den Networks langsam die „Syndication“-Verwertung aus dem Blick und will die neuen Potentiale aus Online-Downloads und DVD-Verkäufen abschöpfen, für die man eben nicht mehr auf Biegen und Brechen 200+ Episoden braucht. Sicherlich ist dieses Konzept mal einen Versuch wert und einen besseren Kandiaten als „Lost“ gibt es wohl nicht. Den Fans wird diese 16-Folgen-pro-Season aber wohl weniger gefallen, insbesondere nachdem man sich an 22-Episoden-Staffeln gewöhnt hat.

Das wirft jetzt allerdings auch ein paar Fragen auf: Werden die DVD-Boxsets dann auch billiger? Werden die 48 Episoden nun am Stück vorproduziert? Schafft man es, einen „Lost“-Seasonfinale-Cliffhanger mehr als sieben Monate (von Mai bis Januar) ohne Anfälle von Selbstverstümmelung zu überleben? Soll ich mit meinem Lost-Marathon doch lieber bis Weihnachten (und auf die DVDs) warten? Sollte man nun auch einen Fünf-Jahres-Plan für „Heroes“ fordern?

ABC verlängert sieben Dramen

Donnerstag, 22. März, 2007

Auch wenn draußen noch Schnee fällt: Die Upfronts und das Ende der Pilot-Season werfen ihre langen Schatten voraus. Nun bringen die Networks mit ein paar vorzeitigen Renewals ihre ersten Schäfchen ins Trockene.

Gestern gab ABC bekannt welche ihrer Produktionen bereits jetzt für die kommende Season 2007/08 verlängert werden: Viele bereits im Vorfeld klar absehbare Entscheidungen sind darunter, aber auch ein paar frühere Wackelkandidaten.

Brothers & Sisters

Zählt für mich zu den besten neuen Serien dieser Season. Manche Storylines sind für meinen Geschmack etwas zu soapig, aber exzellente Schauspielerleistungen vor allem der weiblichen Hauptdarstellerinnen Sally Fields, Rachel Griffiths, Patricia Wettig und Calista Flockhart machen diese Show zu einem sehenswerten Highlight in ABCs Lineup. Einer der größten Schwachpunkte war die vermeintlich romantische Beziehung zwischen „Warren“ (Josh Hopkins) und „Kitty“ (Flockhart), die jedoch on-screen so gut wie keine Chemie hatten. Das Ersetzen dieser Storyline durch Rob Lowes neuen Charakter war daher ein klarer Gewinn für die Show. Ich kann nur hoffen, dass sie Lowe auch für Staffel 2 halten können. Das Polit-Business scheint wirklich seine Paraderolle (nach „West Wing“) zu sein. Ich hoffe jetzt nur noch auf ein paar versteckte „thirtysomething“ oder „Everwood“-Reunions — Emily VanCamp ist ja jetzt auch an Bord.

Ugly Betty

Habe ich seit den ersten paar Folgen nicht mehr gesehen. War mir ’ne Ecke zu „silly“.

Men In Trees

Wenn das keine „Chick-Show“ ist, dann weiß ich es auch nicht mehr. Ich hätte gedacht, dass es ein perfektes Pendant zu „Grey’s Anatomy“ ist, aber die Quoten im Post-GA-Slot waren ja dann doch nicht sonderlich überzeugend. Insofern war es wohl im Gegensatz zu „Brothers & Sisters“ und „Ugly Betty“ eine der Shows, deren Verlängerung nicht so klar vorhersehbar waren. „Men In Trees“ ist eine klassische „romantische Comedy-Soap“, die als Guilty-Pleasure-Show durchaus ganz nett anzuschauen ist. Eines ist aber auch klar: Ohne Anne Heche wäre die Show schon längst tot. Abraham Benrubi (als uriger Barmann) und Cynthia Stevenson (als klammernde Mutter) sind eine perfekte Ergänzung nicht nur für den Comedy-Anteil der Show. Aber jedesmal wenn James Tupper (als „Jack“) grummelnd in die Kamera grunzt will man(n) am liebsten eine Horde Eisbären auf seinen Charakter loslassen. Die weibliche Zuschauerschaft schmachtet an diesen Stellen jedoch meistens mit einem verklärten Blick in Richtung Bildschirm. Dazu habe ich wohl ein Y zuviel 😉

Boston Legal

Seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Wo die Show erfolgreich ist, hebt allerdings ABC genüsslich in ihrer Pressemeldung hervor: „The drama stands as the No. 1 TV show this season, based on the concentration of high income viewers in its young adult audience (Adult 18-49 index w/$100K+ annual income).“

Desperate Housewives

Nach der verkorksten zweiten Staffel war wohl der Gigant schon leicht am Wanken, doch in Staffel drei haben sich die „Hausfrauen“ wieder erholt. Daher war die Verlängerung wohl keine Frage.

Grey’s Anatomy

Auch hier wieder keine Überraschung. Die Show, die sogar CSI das Fürchten lehrte, ist einer der wenigen stabilen Quotentürme von ABC. Aber gegen Mitte der aktuellen Staffel wurden schon allmählich erste Stimmen laut: Did the show jump the shark? Dazu die unappetitlichen Ausfälle von Isaiah Washington, die in ein formidables PR-Desaster mündeten und wohl einiges über die Stimmung unter den Darstellern am Set aussagte. Nicht zu vergessen die an die Öffentlichkeit getragene Unbehaglichkeit mit der Casting-Entscheidung für die neue Spin-Off-Serie. Nicht jede(r) von ihren Kolleginnen scheint Kate Walsh („Dr. Addison“) die eigene Show zu gönnen. Auf der anderen Seite sind solche Gerüchte immer mit Vorsicht zu geniessen: Gerade die Boulevard-Blätter stürzen sich natürlich mit Vorliebe auf solche Geschichtchen und bauschen eine Non-Story gerne üppig auf — vielleicht auch mit inoffizieller Hilfe der Konkurrenz-Networks. Aber hier könnte ABC die Show wohl auch schon für die Season 2008/09 klarmachen, ebenso wie…

Lost

Die Serie ist zwar etwas unglücklich vom hohen Sockel des Mega-Hits gefallen, aber ist als Kult-Show immer noch ein ein fettes Pfund. „Lost“ ist eines der wichtigsten Markenzeichen für Buenavista/ABC und die werden den Teufel tun und sich von „Heroes“ die Butter vom Brot nehmen lassen. Daher rechne ich bereits jetzt trotz der etwas kühlen Quoten nicht nur mit einer vierten, sondern auch noch mit einer fünften Staffel. Ob die kreative Abteilung jedoch da noch mithalten kann, steht auf einem anderen Blatt.

Ferner wurden verlängert

„The Bachelor“ (ugh), „Dancing With the Stars“ (ugh^2), „Extreme Makeover: Home Edition“, „Jimmy Kimmel Live“, „America’s Funniest Home Videos“, „Supernanny“ sowie „Wife Swap“.

Es fehlen (noch?)

„October Road“, „Six Degrees“ und „What about Brian“ sowie alle Comedies und die kommenden Midseason-Shows (wie bspw. „Traveler“). „What about Brian“ ist glaube ich mittlerweile fast eine komplett neue und „runderneuerte“ Show. Alle Hauptcharaktere haben in den zwei bisherigen Staffeln mindestens schon zwei 180°-Wendungen durchgemacht. In diesem Sinne ist Tiffani Thiessen ja geradezu eine ideale Ergänzung für den Cast.

Der Vollständigkeit halber fehlt auch „The Nine“, aber abgesehen von einer „Wegsendung“ der bereits produzierten Episoden im Sommer dürfte da nix mehr passieren. Ähnliches gilt für „Day Break“, das wirklich eine gute Show war und immerhin im Internet zu einem (akzeptablen) Ende gebracht wurde.

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it's the end of the world as we know it (and i feel fine)

Donnerstag, 9. November, 2006

Da endet die US-„Herbststaffel“ von „Lost“ mit einem vermeintlich hochdramatischen Cliffhanger, doch mir drängt sich im Grunde nur ein Gedanke auf: Interessiert mich das überhaupt noch?

„Lost“ entwickelt sich allmählich zu einem endlosen Mystery-Martyrium. Eigentlich sollte es ja mittlerweile jedem noch verbliebenen Zuschauer klar sein, dass bei „Lost“ das Prinzip „Der Weg ist das Ziel“ an erster Stelle steht. Nach knapp zweieinhalb Jahren Spannungsaufbau kann die „Lösung“ des allumfassenden „Lost“-Rätsels niemals mehr den Erwartungen gerecht werden. Daher müssen die einzelnen Episoden überzeugen — doch genau das tun sie in meinen Augen nicht mehr.

Die dritte Staffel konnte von wenigen Ausnahmen abgesehen kaum noch den „Gänsehaut“-Faktor früherer Episoden erreichen. Das Hatch ist weg, die Überlebenden der Rumpfsektion außer Bernhard alle tot (Wie konnte man nur Eko aus der Show schreiben!?), „The Others“ sind die meist gehassten fiktiven Personen im TV, die „Strandbewohner“ wurden zu Nebencharakteren degradiert, die Flashbacks sind redundant und weitestgehend ohne Belang (siehe die „Locke“ und „Kate“-Flashbacks). Derweil hängen mehrere unaufgelöste Cliffhanger wie eine ganze Herde rosa Elefanten im Raum. Der Zuschauer ist noch ratloser und frustrierter als am Ende der ersten Staffel. Und das liegt in dem fehlenden Pay-Off begründet. Ständig gibt es neue Rätsel, aber nur wenige Erklärungen — man verliert die Übersicht und das frustriert. „Der Weg ist das Ziel“ my ass — ich will endlich erfahren, was hinter dem ganzen Spuk steckt, erst dann kann ich mich wieder in die Charaktere investieren. Mir geht’s wie Jack: Ich will nur noch runter von der Insel.

Dem Zuschauer muss von Zeit zu Zeit einfach ein fetter Knochen hingeworfen werden, ansonsten wird er nun mal ungeduldig. Und spätestens mit der plötzlichen „Aktivierung“ von zwei Überlebenden des Flugzeugabsturzes kam die Show in unangenehme Nähe zu „Jumped The Shark“-Gewässern.

In gewisser Weise hat sich mittlerweile der Überraschungsfaktor bei „Lost“ abgenutzt, der Zuschauer hat sich an die unerklärlichen Geschehnisse gewöhnt. Die Karawane zieht weiter, zu „Heroes“.

Vielleicht sollte ich ja diese Winterpause dazu nutzen, ebenfalls ganz Abstand von der Show zu nehmen. In ein paar Jahren kaufe ich mir dann die restlichen Staffel-DVDs, genieße das „Lost“-Rätsel in überlangen Marathon-Sitzungen und spare mir den Ärger zwischendrin. Ich bin davon überzeugt, dass die „Lost“-Macher noch einige spektakuläre Überraschungen und grandiose Episoden parat haben. Die Frage ist nur, auf welche Länge sie diese Highlights strecken und ob es die „abgehärteten“ Zuschauer noch interessiert. ABC wird sicherlich darauf drängen, die Show möglichst lange on-air zu halten. Ob das auch eine korrekte kreative Entscheidung ist, steht auf einem anderen Blatt.

Alles hat mal ein Ende. Man sollte aber auch den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören nicht verpassen.

Ein paar "Lost"-Rätsel gelöst

Freitag, 15. September, 2006

Seit dem Ende der zweiten Staffel von „Lost“ lief/läuft in den USA und UK ein Online-Suchspiel mit dem Titel „The Lost Experience“. Dabei mussten sich die „Lost“-Fans unter anderem mühsam knapp 70 Codes aus verschiedenen Quellen zusammensuchen, die dann wiederum Zugriff auf Teile eines vermeintlichen DHARMA-Trainingsvideos freigaben.

Letzte Woche war ein weiterer größerer Abschnitt des Rätsel abgeschlossen und wie das im Internet so ist, war das komplette DHARMA-Video (das so genannte „Sri-Lanka-Video“) innerhalb weniger Stunden komplett im Internet verfügbar. Ideal also für solche faulen Fans wie mich, die sich nun quasi die Cliffnotes-Version anschauen können 🙂

Die interessante Frage ist nun: Sind das Spoiler? Im gewissen Sinne ja schon, denn sie verraten Hintergründe über die Entstehung der „Lost“-Insel. Auf der anderen Seite wurden sie ja absichtlich von den Machern der Show in Umlauf gebracht und bilden einen Teil des offiziellen „Canon“ der Show. Na, ich hab’s mir jedenfalls angeschaut und obwohl es ein paar Erklärungen für die Bedeutung der Nummern und die Entstehung der DHARMA-Initiative gab — große Teile der Show sind nachwievor unklar. Und noch ist das „Lost Experience“ ja wohl auch nicht vorbei.

Wer also nichts erfahren will, der sollte sich nicht das komplette Video auf YouTube anschauen oder das „Lost Experience Blog“ bzw. die Lostpedia anklicken und keinesfalls weiterlesen:

Die Nummern 4, 8, 15, 16, 23 und 42 sind Teil der so genannten Valenzetti-Gleichung. Diese Formel ermöglicht es, den genauen zeitlichen Ablauf des Untergangs der Menschheit zu errechnen — der Zeitpunkt, an dem sie sich selbst vernichten wird. Diese Zahlen sind aber offenbar veränderlich, sie repräsentieren wohl bestimmte Aspekte von aktuellen „Umweltbedingungen“. Solange sich die Ziffern nicht ändern, ist laut der (geheimen) Valenzetti-Gleichung die Selbstvernichtung der Menschheit unausweichlich.

Die Hanso Foundation gründete in den 70er Jahren die Dharma Initiative, um diese numerischen Faktoren der Formel zu ändern. Dazu wurden Wissenschaftler auf dieser Insel eingesperrt, um möglicherweise einzelne Umweltbedingungen und so die Zahlenwerte zu ändern. Doch das Projekt schlug fehl. Die Hanso Foundation ist aber auch heute noch aktiv: So startete der gegenwärtige Chef der Hanso Foundation, Thomas Mittelwerk, einen Plan, um ca. 30 Prozent der Bevölkerung der Insel(?) mit einem Virus zu töten und auf diese Weise sozusagen per „brute-force“ einen der Werte zu modifizieren.

Bei dem Namen des Chefs der Hanso Foundation muss ich seltsamerweise immer an den Ex-Chef von Bertelsmann denken: Thomas Middelhoff 😉

Lost Season 1 für 29 26,95 Euro

Donnerstag, 17. August, 2006

Endlich kommt mal etwas Bewegung in die Preise für die deutsche „LOST“-Box: Die komplette Season 1 gibt’s ab Freitag 18.8. beim MediaMarkt für 29 Euro (laut überregionalen Multimedia-Prospekt). Sind aber vermutlich fix vergriffen. Die Preise schienen ja monatelang bei 49 Euro eingefroren zu sein, bis sie sich nun in den letzten Wochen langsam an die 30 Euro-Grenze annäherten. Amazon.de verlangt noch 33 Euro. Fast soviel wird derzeit übrigens auch für die erste Hälfte(!) der zweiten Staffel verlangt.

Update: Amazon.de hat nachgezogen und den Preis auch drastisch gesenkt: Auf nun 26,95 Euro.

Oh, und Sid Meier’s Civilization IV für 20 Euro… aber ich hab doch gar keine Zeit zum Spielen… argh.

Warner und Paramount schnappen sich J.J. Abrams

Sonntag, 16. Juli, 2006

„We think J.J. is the next Steven Spielberg.“

Mit diesen Worten begrüßte Paramount Pictures Chairman Brad Grey gestern seinen neuesten Angestellten J.J. Abrams („Mission Impossible III“). Und den nächsten Spielberg lässt sich Paramount auch einiges kosten: $2,5 Millionen Dollar pro Jahr plus $5 Millionen für den ersten Spielfilm plus $2 Millionen für jeden Spielfilm, den er produziert. Dazu noch weitere Vergütungen im Erfolgsfall. Und das für mindestens fünf Jahre. Sein erster Spielfilm unter dem Dach von Paramount soll wohl aus der Wiederbelebung des „Star Trek“ Franchises bestehen, wie die L.A. Times berichtet.

Doch damit ist die Meldung noch lange nicht zu Ende – denn der deutlich überraschendere Coup d’État geschah wenige Stunden später bei Warner Brothers. Der TV-Zweig des Medienunternehmens sicherte sich in einer Nacht- und Nebelaktion nämlich ebenfalls die Dienste des „Bad Robot“ Chefs — in diesem Fall natürlich nur für TV-Produktionen. Mit dieser Entscheidung wurde Abrams bisheriger Arbeitgeber, die Disney Tochterfirma Touchstone, überraschend aus dem Rennen geworfen, obwohl viele Industrie-Insider eigentlich mit einer Vertrags-Verlängerung gerechnet hatten.

Dabei hatte Disney/Touchstone doch alles getan, um Abrams an das Unternehmen zu binden. Touchstone verkaufte alle jüngeren „Bad Robot“-Serien innerhalb der Unternehmensfamilie an die Disney-Tochter ABC, die wiederum die Serien bereitwillig ins Programm nahm und selbst das nach objektiven Maßstäben gefloppte „What About Brian“-Projekt für eine zweite Staffel verlängerte. Abrams war laut L.A. Times jedoch aus mehreren Gründen nicht mehr glücklich bei Disney/Touchstone. Einerseits sei er eben gerade darüber verärgert gewesen, dass Touchstone alle seine Serien an ABC verkaufte. Ich versuche diese Begründung gerade nachzuvollziehen — welches Problem kann ein Produzent damit haben, dass all seine Serien auf einem einzigen Network laufen? Eigentlich nur eines: Er ist ganz in der Hand von Disney. Vielleicht hätte ja auch ein anderes Network für seine neue Show „Six Degrees“ mehr gezahlt, wovon natürlich auch Abrams profitiert hätte. Bei Warner Brothers ist das jetzt jedenfalls kein Problem mehr — denn Warner hat ja keine eigenes TV-Network mehr, sondern muss alle Produktionen zwangsweise an andere Networks verkaufen.
Und als zweites Argument für Abrams‘ Wechsel zur Konkurrenz wird das finanziell schwächere Angebot von Disney aufgeführt. Abrams hätte nicht in diesem Umfang vom Erfolg seiner Serien profitieren können wie Warner es ihm nun ermöglicht. Wir reden hier übrigens von sieben- bis achtstelligen Beträgen… Es wird spekuliert, dass Abrams und sein Label „Bad Robot“ aus den beiden neuen Paramount- und Warner-Verträgen nun insgesamt über die sechsjährige Laufzeit gesehen zwischen 50 und 68 Millionen US-Dollar einnehmen wird.

Was bedeutet das nun für die ABC-Serien „Lost“, „What About Brian“ und „Six Degrees“? Die Serien bleiben weiterhin bei Touchstone und Abrams bleibt auch weiterhin für die gesamte restliche Laufzeit Ausführender Produzent. Man kann sich aber wohl an einer Hand abzählen, dass Abrams nun bei weitem nicht mehr soviel Engagement in die ABC-/Touchstone Produktionen investieren wird.

Obwohl der Deal für Abrams aus finanzieller Sicht selbst für Hollywood Standards ein großer Erfolg ist und Abrams nun in die Topliga der Topverdiener Hollywoods aufsteigt, soll der „Felicity“-Macher angeblich sogar noch höher gepokert haben. Ursprünglich hatten seine Manager den Studios einen kombinierten TV-und-Spielfilm-Deal angeboten, den das jeweilige Studio dann während der fünf- bis sechsjähigen Laufzeit in der Summe über $100 Millionen Dollar gekostet hätte. Das war den Studios allerdings dann doch zu kostspielig. Nun läuft es quasi auf eine Kostenteilung zwischen Warner und Paramount hinaus — und der Gewinner heisst ganz klar J.J. Abrams. Doch auf den kommt jetzt eine gewaltige Menge Arbeit zu: Er hat jetzt zwei millionenschwere Deals am Hals, die natürlich auch mit einer hohen Erwartungshaltung verknüpft sind. Es ist noch kein Spielberg vom Himmel gefallen.

Für Disney-Chef Bob Iger dürfte der 14. Juli aber eher ein schwarzer Tag gewesen sein. Und die langfristige Zukunft der Abrams-Serien „What About Brian“ und „Six Degrees“ wurde schlagartig ebenfalls um einiges düsterer.

Ich habe leise Zweifel, ob sich der „Lost“-Produzent da nicht zuviel aufgehalst hat. Seine letzte Serie „What About Brian“ blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück und die ersten Reviews zu „Six Degrees“ überschlagen sich auch nicht gerade mit Lobpreisungen. Und das „Star Trek“-Imperium rettet man auch nicht gerade mit links, während man gerade die Outlines für eine neue TVShow entwirft. Auf der anderen Seite hat Jeffrey Jacob Abrams mit „Felicity“, „Lost“ und „Alias“ drei TV-Produktionen auf den Schirm gebracht, die jedesmal in ihren ersten Staffeln eindrucksvolle Zeichen setzten und Trends schufen. Wer weiss, welche Trümpfe der Mann noch in der Hinterhand hat…

Still Lost.

Dienstag, 30. Mai, 2006

Meine Meinung zum Season 2 Finale von „Lost“?

Herrlich & Fürchterlich. (Spoiler für das Seasonfinale voraus)

Allmählich baue ich zu „Lost“ eine Art intensive Hassliebe-Beziehung auf. Es werden eine Handvoll Antworten gegeben … nur um dann gleich doppelt soviele neue Fragen zu stellen. Man erfährt soviel mehr … und dennoch ist man anschliessend noch ahnungsloser als vorher. Aber ich liebe es. Keine andere Show schafft es, mich auf eine solch verrückte Achterbahnfahrt zu schicken. Es überwiegt zwar das frustriert-irritierte „What the hell?!“ oder in Anlehnung an die Sesamstrasse: „Wer? … Wie? … Was? … Wieso? … Weshalb? … Warum? …“, aber gerade deshalb ist es immer noch „a hell of a ride“. Der Weg ist das Ziel.

Immerhin war das Season 2 Finale etwas aufschlussreicher als das Finale der ersten Staffel und zunehmend bildet sich aus all dem abstrusen Story-Durcheinander der letzten 45 Episoden ein ungefähres Gesamtbild ab. Nachdem ich eine halbe Stunde lang die Lostpedia durchforstet hatte um meine Gedanken zu sortieren (und nachträglich all die Details zu entdecken, die ich beim Anschauen verpasst habe, wie bspw. ein gewisser Busengrabscher) habe ich schließlich eine Formulierung einer Theorie für das Seasonfinale (und den Rest der Show) gefunden, die sich weitesgehend mit meiner deckt:

I think the island maybe a modern day Philadelphia Experiment. Desmond said it was like being in a snowglobe. So I am guessing that no one can get out of this magnetic field unless they know where the porthole is and no one from the outside can see the island. This is why they don’t care if Michael and Walt leave. If they told anyone, they would never be able to find it, unless it was during a system failure. In its‘ invisable state, it is a very convinient place to run top secret experiments. I am also guessing that Penelope caught wind of desmond being there, but could not get the location out of her father.

Kurz, die „Lost“ Insel ist eine Art Bermuda Dreieck, deren natürliche „Magnetismus-Vorkommen“ und deren Auswirkungen auf den Menschen industriell erforscht werden sollten … bis etwas schief lief. Das ist meine „Arbeitstheorie“ für die nächste Zeit bis sie vermutlich in einer der ersten Episoden von Season 3 für unplausibel erklärt werden muss. Aber das wäre mir dann wohl auch egal.

So ist mir dann auch vollkommen schnuppe, ob die „Lost“-Autoren schon längst einen „Masterplan“ für die nächsten Jahre haben oder sich jede Woche irgendeine wirre Story aus den Fingern saugen. Wenn sie ihrem Stil treu bleiben, können sie das noch locker einige Jahre durchziehen. Und ich werde wohl oder übel dranbleiben müssen.

So oder so, eines hat die Show auf jeden Fall geschafft: Spoiler kommen mir nicht mehr unter die Augen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ana-Lucias und Libbys famoser Abgang so beeindruckend eingeschlagen hätte, wenn ich von dem bevorstehenden Unheil gewusst hätte. Das war eine wertvolle Lektion 🙂

Lesenswert

Sonntag, 26. Februar, 2006

In meiner Liste der Blogs von TV-Machern sind ja mittlerweile so einige Totgeburten darunter, insbesondere Schauspieler sind wohl alles andere als eifrige Blogger — liegt wohl auch in der Natur des Jobs. Autoren hingegen sitzen eh den ganzen Tag vor der Tastatur, kein Wunder dass sie auch in ihrer Freizeit davon nicht ablassen können.

Zu einem Highlight auf meiner Blogroll hat sich aber der/die/das junge Blog (hat der Duden schon ’ne Meinung zum Genus von „Blog“?) von Jane Espenson entwickelt — seit der Absetzung von „Jake in Progress“ postet sie fleißig fast jeden Tag einen Eintrag in ihr Online-Tagebuch. Sie widmet sich vor allem einem Thema: Screenwriting. Wie entwickelt man ein Script, wo findet man die A- und B-Stories, wo setzt man Act Breaks und all die Kleinigkeiten, die aus ihrer Sicht ein gutes Drehbuch für eine TV-Serie darstellen. Dazu gibt sie auch hin und wieder Ratschläge von ihren Showrunner-Kollegen wie Joss Whedon und Tim Minear wieder.

Auch wenn man keine Absichten hat, in das Screenwriter-Business einzusteigen (dürften wohl die meisten hier sein ;-)), erfährt man dort ein paar interessante Kniffe aus der Autoren-Trickkiste, die es uns als Zuschauern auch einfacher machen, zu verstehen, warum eine Episode gut funktioniert und andere nicht. Oftmals nimmt man ja vor allem die Kleinigkeiten kaum bewusst wahr.

Jane Espenson ist zwar nicht die einzige, die sowas macht (das Blog von John August sei hier besonders erwähnt) und einige Sachen sind auch keine wirklich sensationell großen „Tricks of the Trade“, aber insbesondere Buffyverse-Fans werden ihre Beispiele aus ihren eignen (Buffy-) Scripten interessant finden.

Elsewhere: Javier Grillo-Marxuach hat in seinem Blog den Rückzug vom „Lost“-Team bekanntgegeben:

the simple truth is my work is done. […] i have contributed everything i had to “lost” and now the time has come for other writers to step in and make their own contributions in their own voices.

Huuh, ich höre schon die ersten Stimmen à la „Das ist der Anfang vom Ende!“ und „Mit Linux wär das nicht passiert!“ — achne, falsche Site.

 

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