Archiv des Jahres 2005


*srrr*patsch*klirr*

Donnerstag, 29. Dezember, 2005

Just for the record: Die gerade in einem empirischen Echtzeit-Versuch festgestellte Lebensdauer für eine Lampe des Heimkino-Projektors Sanyo PLV-Z3 beträgt knapp 800 Stunden im ECO-Modus (Herstellerangabe: realitätsfremde 2000 Stunden). Wenn eine solche Lampe mit einem mehr als unangenehmen Geräusch implodiert spürt man regelrecht sofort das Geld für das Ersatzteil aus den Händen rinnen (ca. 280 Euronen werden wohl demnächst den Besitzer wechseln). Natürlich passiert sowas streng nach Murphy nur, wenn ich Urlaub und somit Zeit hätte, um Filme zu schauen…

TV Moments 2005

Mittwoch, 28. Dezember, 2005

Das Jahr neigt sich zu Ende und überall werden die traditionellen „Best Of“-Listen und Jahresrückblicke gemacht. Da liegt es nahe, auch eine Liste der „besten“ TV-Serien-Momente aus 2005 zusammenzustellen. Hm. Da wäre nur ein Problem: Wie will man sich innerhalb von einer knappen halben Stunde am 28. Dezember 2005 alle 100+ Stunden an TV-Episoden zurück in Erinnerung holen, die man in den letzten 12 Monaten so konsumiert hat? Eigentlich ein hoffnungsloses Unterfangen. Vielleicht sollte ich mir 2006 da etwas konsequenter Notizen machen 😉 …

Ich probier’s halt mal — hier ist die Top Ten meiner Lieblingsmomente/-episoden aus 2005:

#10: How I Met Your Mother: Episode 10 (Season 1) „The Pineapple Incident“. Quasi stellvertretend für die komplette erste Hälfte dieser überraschend gut gelungenen neuen CBS Comedy. So wie diese Episode ist auch die ganze Show: Unkonventionell erzählt, mit überraschenden Wendungen und Bon Mots, die in den USA teilweise schon in den alltäglichen Sprachgebrauch geschafft haben („Lemon Law of Dating“). Der Cast harmoniert wunderbar, endlich Rollen für „Willow“ Allyson Hannigan und „Doogie Howser“ Neil Patrick Harris, die sie zeigen lassen, dass auch andere Charaktere in ihnen stecken. Die einzige neue Show der Season 05/06, die es in diese Auflistung geschafft hat. Die Episode rund um die mysteriöse Ananas lässt sich übrigens derzeit via Yahoo anschauen, wenn man eine US IP-Adresse hat.

#09. Battlestar Galactica: Episode 6&7 (Season 2) „Home“. Mit „Home“ wurde eines der ersten großen Story Arcs der Show abgeschlossen — die Crew um Cmdr. William Adama findet endlich einen stichhaltigen und gleichzeitig mystischen Hinweis auf die Existenz der Erde. Mit „Galactica“ hat das Science Fiction Genre im TV den Sprung ins 21. Jahrhundert geschafft. Kein Wunder, dass die Absetzung von „Enterprise“ dann doch recht schnell vergessen war.

#08. Gilmore Girls: Season 5, Episode 14 „Say Something“. Normalerweise hinken Episoden aus der Feder von Daniel Palladino in kreativer Hinsicht den Produktionen seiner Ehefrau Amy um einiges hinterher. Aber diese Episode mit dem ersten großen Streit zwischen Luke und Lorelai ist von A bis Z perfekt und toppte aus meiner Sicht sogar die mit großem Tamtam beworbene Episode #100. Eine klassische „Gilmore Girls“ Episode, die an die „guten alten Zeiten“ der ersten Staffeln erinnert.
Lorelai (crying): He could have been the one.
Rory: I know.

#07. Medium: Season 2, Episode 3: „Time Out of Mind“. Eine wunderbar verschachtelte Episode mit „Twillight Zone“ Qualitäten. Allison träumt davon, dass sie eine Frau ist, die 1959 in einer psychiatrischen Anstalt eingewiesen wurde. Vieldeutige Sprünge zwischen Realität, Illusion, Vergangenheit und Traum machen diese Episode zu einem Highlight der Serie. Patricia Arquettes Performance ist exzellent.

#06. Weeds: Season 1 Premiere „You Can’t Miss The Bear“. Endlich mal wieder ein Volltreffer von Showtime. Ich habe zugegebnermassen ein Faible für dysfunktionale Familien in TV-Serien, aber wie Nancy Botwin (Mary-Louise Parker) die scheinbar heile Welt des kleinen Everytown-Vororts Agrestic entlarvt, lässt wohl oftmals selbst die „Desperate Housewives“ erblassen. Eine ganze Kollektion von kaputten und doch liebenswerten Charakteren macht die Show einerseits zu einem Heidenspass und andererseits zu einem sarkastisch-überzeichneten Spiegel amerikanischer Vororte. „Bitch, I can eyeball an ounce from outer space with my glasses cracked.“

#05. Lost: Season 1, Episode 18: „Numbers“. Auch wieder stellvertretend für viele andere Momente und Episoden dieser höchst-irritierenden Serie, bei der man schon lange das Gefühl hat, dass auch die Autoren nicht wissen, wo sie mit der Story hinwollen. Aber dennoch gelingt ihnen immer wieder jede Woche ein kleiner kreativer Geniestreich. In der Episode „Numbers“ erfahren wir endlich mehr über Hurleys geheimnisvolle Zahlen und welche Geschichte diese Lottozahlen bereits hinter sich haben. Und schließlich fällt der Ausspruch, der alles wunderbar zusammenfasst: „This doesn’t make any sense“.

#04. Doctor Who (2005), Season 1, Episode 2: „The End of the World“. Wenn Rose und Dr. Who gemeinsam im Jahre 5 Million von der orbitalen Beobachterstation auf die implodierende Erde herabblicken, zeigt die BBC, was alles in dem neuen Doctor steckt: Humor, Tragik, gute Stories, alte Bekannte, ein exzellenter Cast und State-of-the-Art CGI-Effekte. Die wiederbelebte Show überzeugte nicht nur neue Zuschauer, sondern auch alte (und überlicherweise recht kritische) Hardcore-Fans. Christopher Eccleston ist wohl einer der besten Doctor-Darsteller. Sein Nachfolger David Tennant hat es da nicht leicht, vor allem nachdem in dem jüngsten Christmas-Special seinem Charakter eigentlich nur noch ein Handtuch und „Don’t Panic“ fehlte.

#03. Arrested Development, Season 2 Episode 15: „The Sword of Destiny“. Selbst aus der damals bereits drohenden eigenen Absetzung wussten die Autoren dieser unvergleichlichen TV-Comedy noch Profit und eine Storyline zu schlagen und fertigten auch noch die nervigen Pop-Ups des Muttersenders FOX mit einer schnippischen Bemerkung ab. Gaststar Ben Stiller als legendärer Zauberer Tony Wonder zeigte mal wieder, dass die Show dank ihres exzellenten Casts eigentlich gar kein Stunt-Casting braucht.
„I need a tea to give my dingle less tingle. Me quick want slow. Wait, that’s Indian.“

#02. Veronica Mars, Season 1, Episode 21: „A Trip to the Dentist“. Eine Woche vor dem großen Finale der ersten Staffel werden die ersten großen Geheimnisse dieser Season gelöst. Wir erfahren, was in jener rätselhaften Nacht auf Shelly Pomroys Party wirklich passiert ist und wer Veronica vergewaltigte. Eigentlich ist es unfair, nur eine einzelne Episode aus der ersten Staffel von „Veronica Mars“ besonders hervorzuheben, denn alle Episoden überzeugten durch herausragende Drehbücher und engagierte Darsteller. Umso erfreulicher, dass die Show in der zweiten Staffel sogar noch zugelegt hat (wenn man mal die arg unterdurchschnittliche Episode „One Angry Veronica“ ignoriert) und laut Rob Thomas eine dritte Staffel schon so gut wie in trockenen Tüchern ist.

Und nun Trommelwirbel … {wo ist David Letterman wenn man ihn braucht?} … my favorite TV moment of 2005:

#01. Six Feet Under, Finale: „Everyone’s Waiting“. Okay, das ist nun wirklich ein einzelner TV-Moment, um den es hier geht. Wie die Fisher Familie in den letzten fünf Minuten der Serie ihr Farewell gibt, gehört zu den eindrucksvollsten Szenen der gesamten Serie und zu den besten Serien-Finales überhaupt. Ein kleines Meisterwerk von Autor Alan Ball, das allen SFU-Fans einen angemessenen Abschied von ihren Lieblings-Charakteren ermöglichte. Wenn sich auch die Serie in den letzten beiden Seasons öfters durch kreative Trockenzeiten kämpfen musste, so war die Show immer ganz groß bei den wirklich wichtigen und einschneidenden Szenen. Der Abschied von Nate Fisher war eine andere große Szene dieser finalen Staffeln, die es eigentlich auch verdient hätte, hier unter den 10 besten Szenen separat gelistet zu werden.
„You can’t take a picture of this, it’s already gone.“

Honorable Mentions: Robot Chicken (so wunderbar schräg, anders, un-PC), Jeopardy (in unseren Breiten wenig beachtete britisch-australische Kinderserie mit einem interessantem Touch Sci-Fi), Monk (mit Staffel 4 endlich wieder zurück auf altem Niveau).

So, und nun seid ihr dran: Was hab‘ ich vergessen?

Weihnachten in TV-Serien

Donnerstag, 22. Dezember, 2005

Während in den Staaten ja mittlerweile darüber gestritten wird, ob die politisch korrekte Tilgung des Begriffes „Christmas“ aus jeglichen Werbekampagnen noch mit dem neuchristlich-konservativen Geist der Bush-Administration konform gehen kann (die ganze Diskussion ist aus meiner Sicht genauso lachhaft — aber typisch amerikanisch — wie die Bezeichnung eines Weihnachtsbaums als „Holiday Tree“), haben wir es in Deutschland dann doch etwas einfacher. „Weihnachten“ ist überall, Hanukkah oder gar Kwanzaa sind eher Randerscheinungen. Man hört hierzulande zwar auch immer öfter „Frohe Feiertage“, aber in der Regel steht kein Drang nach PC-Konformität dahinter.

Aber zumindest in US TV-Serien schwappen diese ganzen Trends dann wieder zu uns herüber. Bin mal gespannt, wann hierzulande in bester OC-Tradition das erste „Chrismukkah“ gefeiert wird 🙂 Aber generell scheint es immer weniger Christm^WFeiertagsepisoden in US-Serien zu geben. In Comedies gibt es diese Episoden noch häufiger, bei Dramen ist es aber zurückgegangen. Das WB macht beispielsweise mittlerweile bei vielen Shows von Ende November bis Mitte Januar einen Seasonbreak, Weihnachten bei den „Lost“-Überlebenden passt auch nicht so recht in die Timeline — und wer schaut überhaupt noch an Weihnachten TV? Bei all dem Einkaufsstress?

Doch dazu gibt es ja das DVD-Archiv. Die klassische Weihnachtsepisode von „My So-Called Life“ (Danielle: „Do we have to keep talking about religion? It’s Christmas.“) gehört zu meinem Weihnachts-TV-Pflichtprogramm ebenso wie Frank Capras Spielfilm „It’s a Wonderful Life“. Naja, okay, vielleicht auch South Parks „Mr. Hanky“ Episode ;-). „West Wing“ hatte in den ersten Staffeln auch sehr gute Episoden, die zumindest um die Weihnachtszeit herum spielten. Ich erinnere mich auch noch dunkel an eine unterhaltsame Weihnachtsepisode von „Popular“. Ansonsten fällt mir momentan aber keine weitere gute X-Mas Episode ein, was sich sicherlich ändert, sobald ich bei diesem Beitrag auf „Veröffentlichen“ geklickt habe. Welche sind eure Lieblings-Weihnachtsepisoden?

Achja, in diesem Sinne schonmal frohe Feiertage, immer zwei mal mehr wie du! 😉

Bundesliga nicht mehr auf Premiere

Mittwoch, 21. Dezember, 2005

Auf den ersten Blick ist das Thema reichlich offtopic. Ein tiefer Schlag in die Magengegend dürfte das für Premiere darstellen — schon der zweite innerhalb kürzester Zeit nachdem Ende November angeblich die Verschlüsselung geknackt wurde. Der Aktienkurs sieht fürchterlich aus. Premiere behauptet zwar jetzt eilig, dass sie nun mehr Geld in andere Sportarten investieren können. Aber wenn Premiere jetzt die Abozahlen wegbrechen (ein Großteil der SPORT-Abos wird wohl gekündigt, denn Champions League und Auslands-Fußball reicht nicht), steht der gerade in die schwarzen Zahlen gekommene Konzern wieder sehr wackelig da. Vielleicht investieren sie jetzt ja noch mehr in US-Serien und O-Ton-Sendungen … (irgendwie musste ich die ontopic-Kurve ja kriegen 😉

John Spencer gestorben

Samstag, 17. Dezember, 2005

Der 58jährige Schauspieler John Spencer, am besten bekannt durch seine Rolle als ehemaliger Chief of Staff in der US-Serie „West Wing“, ist am Freitag an einem Herzinfarkt gestorben. 2002 erhielt er einen Emmy für seine Performance in dieser NBC Drama-Serie und war in den Vor- und Folgejahren mehrmals für weitere Emmys und Golden Globes nominiert. Sein Leben wies einige Paralellen zu dem seines Charakters in „The West Wing“ auf, unter anderem war Spencer wegen seiner Alkohol-Sucht ebenso wie sein Charakter des Chief of Staff in Therapie.

Executive Producers Aaron Sorkin und Tommy Schlamme werden in einem NBC Statement wie folgt zitiert:

„We’re shocked and deeply saddened by the sudden death of our friend and colleague. John was an uncommonly good man, an exceptional role model and a brilliant actor. We feel privileged to have known him and worked with him. He’ll be missed and remembered everyday by his many, many friends.“

Kündigungen bei WB

Samstag, 17. Dezember, 2005

Der TV-Arm von Warner Brothers sieht sich mit schwierigen Zeiten konfrontiert. Wie die LA Times berichtet, verloren bei WB Televison innerhalb des letzten Monats etwa 40 Personen ihren Job — mehr als 15% der Beschäftigten. Auch bei der Muttergesellschaft Warner Brothers sind demnach in den letzten Monaten mehrere hundert Mitarbeiter entlassen worden. Als Gründe wurden bei Warner die gesunkenen Einnahmen aus DVD-Verkäufen und dem schwachen TV-Syndication Markt genannt.

Das TV-Network WB wird nach eigenen Angaben dieses Jahr 35 Mio US$ Verlust einfahren, verursacht durch zurückgehende Werbeeinnahmen, die wiederum durch sinkende Einschaltquoten bedingt wurden. Zudem starteten die neuen Shows im Herbstprogramm recht schwach.

the WB’s ratings are down 12% this season compared with a year ago in its target demographic of viewers 18 to 34 years old.
[..] The job cuts follow the disappointing launch of several new shows.

The WB spent millions of dollars promoting „Supernatural“ and „Related,“ but neither has emerged as a hit. The drama „Just Legal“ starring Don Johnson flopped.

To save costs, the WB last month trimmed its orders for episodes of established shows, including „What I Like About You“ and „One Tree Hill.“

Auch die Episodenorder für einige angekündigten Midseason-Shows wie „The Bedford Diaries“ wurden vor einigen Wochen gekürzt. Es sieht wohl wirklich so aus, als seien die goldenen Jahre des Networks, das durch Shows wie „Buffy“, „Dawson’s Creek“ und „Felicity“ beinahe ein eigenes Genre definierte, endgültig vorüber. Das Network ist in einer gewissen Zwickmühle: Einerseits bringen neue Serien nicht den gewünschten Erfolg, andererseits kosten die etablierten Erfolgsshows (Smallville, Gilmore Girls) zunehmend höhere Lizenzgebühren. Das WB benötigt dringend ein oder zwei neue Hits. Man versucht nun, die offensichtlich funktionierende „Supernatural“/“Smallville“ Schiene weiter auszureizen und hat zwei neue übernatürlich angehauchte Projekte in Auftrag gegeben („Pretty Little Liars“ und „Midnighters“). Aber ist zu befürchten, dass sich in der Season 06/07 allmählich ein Sci-Fi Übersättigungseffekt einstellt nach all den „Lost“-Clones in diesem Jahr.

Und generell stehen die Broadcast-Networks in immer größerer Konkurrenz zum Internet und zu Video-on-Demand Angeboten, die den kleinen Networks wie UPN und WB noch mehr Anteile am Werbemarktkuchen kosten werden. Noch ist die Einstellung des Sendebetriebs dieser Networks allerdings recht unwahrscheinlich — beide haben recht große und finanzstarke Medienkonglomerate im Rücken, die die Verluste einige Jahre lang auffangen können.

Zeitgleich hat übrigens auch die Produktionsfirma Spelling TV einige Stellenkürzungen bekanntgegeben. Das Studio, das einst die Soap-TV Welt wesentlich mitbestimmte (Dynasty, Love Boat, Beverly Hills 90210, Melrose Place, Savannah, Summerland, etc), hat zur Zeit im Grunde nur noch die beiden WB-Shows „7th Heaven“ und „Charmed“ on-air. Noch.

'Weeds' bekommt zweite Staffel

Donnerstag, 15. Dezember, 2005

Showtime hat offiziell die zweite Staffel einer der besten neuen Comedy-Serien des Jahres in Auftrag gegeben. Die neue Staffel der Comedy „Weeds“ mit Mary-Louise Parker soll im Sommer 2006 auf dem PayTV Network ausgestrahlt werden.

Interessanterweise kommt diese Ankündigung just zu einem Zeitpunkt, wo plötzlich handfeste Gerüchte um einen Wechsel von „Arrested Development“ zu Showtime an die Öffentlichkeit durchsickern. „Weeds“ und „Arrested Development“ würden sich wohl wirklich perfekt ergänzen, beide Shows sind einen Tick „anders“ als übliche Comedy-Produktionen.

Allerdings hat das TV Network FOX „Arrested“ immer noch nicht offiziell abgesetzt. Stand der Dinge ist nachwievor, dass die Show lediglich eine auf 13 Episoden reduzierte Order für die aktuelle dritte Staffel erhalten hat. Somit kann Schwesterfirma und Produktionsstudio 20th Century Fox die Show offiziell auch noch nicht an ein anderes Network verkaufen. Bisher sieht es auch so aus, als würde FOX all diese 13 Episoden auch ausstrahlen.

Neben Showtime soll dem Variety-Bericht zufolge auch ABC an der Comedy interessiert sein. So oder so dürften aber die üppigen Kosten der Show (im Gespräch sind 1,6 Millionen US$ pro Episode) für alle Interessenten ein sorgsam durchzukalkulierendes Wagnis darstellen.

Man kann nur hoffen, dass FOX nicht bis zu den Upfronts im Mai 2006 mit einer Entscheidung wartet. Berichte über das vermeintliche Interesse anderer Networks an abgesetzten Shows liest man ja regelmäßig nachdem beliebte Shows das Zeitliche segnen — aber nur in sehr seltenen Fällen wird daraus dann wirklich was. Diesmal scheint das Interesse von Showtime und ABC aber recht groß zu sein.

Jason Bateman wird auf jeden Fall noch in der TV-Season 2005/06 auf dem Schirm zu sehen sein — er hat eine Gastrolle in der NBC Comedy „Scrubs“ angenommen (und zahlt damit sozusagen den Gastauftritt von Zach Braff in „AD“ zurück).

TV Classics: "Newsradio"

Mittwoch, 14. Dezember, 2005

NewsradioEs gibt nur wenige Serien auf dem mittlerweile doch schon recht üppigen TV-Shows-on-DVD-Markt, die zu mehr als der Hälfte der Episoden auch Audio-Kommentare anbieten. Die Sitcom „Newsradio“ gehört auf jeden Fall zu den Shows mit einer Topquote: Auf die 29 Episoden der ersten und zweiten Staffel kommen immerhin 20 Commentary Tracks. Ferner ist das Set mit den beiden ersten Staffeln bei DVD Shops mitunter recht günstig erhältlich, DVDImport.com hat sie beispielsweise für umgerechnet etwa 19 Euro. Also vom Preis-/Leistungsverhältnis offensichtlich ein passables Schnäppchen.

„NewsRadio“ gehörte von 1995 bis 1999 zu den Kritiker-Lieblingen im Sitcom-Genre. Während den 97 Episoden aus 5 Seasons gewann die NBC-Show erwartungsgemäß auch eine respektable Stammzuschauerschaft, stand aber immer im Schatten anderer Comedy-Quotenbringer der 90er Jahre wie „Friends“ und „Frasier“. Im Laufe ihrer Geschichte musste „NewsRadio“ siebenmal den Sendeplatz wechseln, meist diente sie als Lead-Out in der zweiten Hälfte eines Full-Hour Comedy Slots — und wenn sie mal als Lead-In zum Einsatz kam, konnten ihre Quoten nicht genügend überzeugen. In der 97/98 Season war „Newsradio“ schließlich die quotenschwächste Sitcom auf NBC — und das zu einer Zeit, als die Hälfte des NBC Programms noch aus Comedies bestand.

Die Serie ist eine klassische Ensemble-Show mit acht Hauptdarstellern — eine im TV-Comedy-Bereich allerdings ungewöhnlich große Anzahl. Es ist eine typische „Office“-Comedy, es geht um Leute an ihrem Arbeitsplatz — in diesem Fall eine Gruppe von Arbeitskollegen bei WNYX, New Yorks fiktiver Nachrichten-Radiostation. Dave Foley („Kids in the Hall“) spielt den etwas überforderten Chef, Comedy-Urgestein Phil Hartmann spielt einen egozentrischen Radiosprecher, Khandi Alexander wiederum quasi sein weibliches Pendant. „ER“ Hottie Maura Tierney spielt die ehrgeizige Reporterin, Stephen Root den exzentrischen Besitzer der Radiostation (und Multimillionär). Der schlacksige Andy Dick ist perfekt gecastet als der etwas vertrottelte, aber symaptische Außenreporter (der aber nur einmal in der ganzen Serie wirklich für eine Aussenreportage unterwegs ist). Vicki Lewis als leicht verrückte Sekretärin und Joe Rogan („Fear Factor“) als Verschwörungstheoretiker und Tech-Genius/Elektriker vervollständigten den umfangreichen Cast. Zumindest sind das die Berufsbezeichnungen der Charaktere auf dem Papier — in den Episoden spielt das eher eine untergeordnete Rolle. Da endet der Elektriker auch mal vor dem Mikrofon…

In den einzelnen Episoden geht es um diverse amüsante (aber auch nachdenkliche) Gegebenheiten im Büroalltag dieser Truppe, beginnend an dem Tag, an dem der junge Dave Nelson (Dave Foley) als neuer Chef die Leitung der Redaktion übernimmt. Zwischen ihm und seiner neuen Kollegin Lisa knistert es schnell (wirklich keine lange „Wann kriegen sie sich“-Hinhalterei). Gleichzeitig muss er sich mit dem eingebildeten Nachrichtensprecher Bill McNeal (Phil Hartman) herumschlagen oder die seltsamen „Erfindungen“ des Elektrikers Joe (Joe Rogan) entschärfen. Wir haben hier die genre-typischen Office-Storylines, aber immer mit einem gewissen Twist. Wer mehr über die Show erfahren will, sollte sich mal das Essay auf NewsradioArt durchlesen — da steht wohl wirklich alles drin, was man über die Show auch nur im entferntesten interessant finden könnte. Das DVD-Set enthält die 7 Episoden der ersten Staffel und die 22 der zweiten Staffel.

NewsradioObwohl diese Comedy auf dem Papier wie eine typische Sitcom aufgebaut ist, so ist sie doch irgendwie anders als viele 08/15 Sitcoms vom Reissbrett. Sie ist etwas schräg, mit sympatischen und unkonventionellen Charakteren. Die Show ist kein „Sports Night“, aber auch kein schwache Zeitvergeudung à la „Veronica’s Closet“. „NewsRadio“ hatte die gewitztesten Skripte seiner Zeit und exzellente Darsteller. Ein Laughtrack gehört leider dazu, aber immerhin sind es keine Lacher aus der Dose, sondern die Show wurde komplett vor einem Live-Publikum aufgezeichnet. Im Laufe der Seasons wurde die Lautstärke des Tracks auch etwas zurückgefahren.

Das DVD-Set ist handwerklich ordentlich gemacht: Für eine Sitcom aus den späten Neunzigern ist die Bild- und Tonqualität akzeptabel. Highlight des Sets sind die bereits erwähnten 20 Commentary Tracks mit Cast und Crew. Man erfährt wirklich viele Details über die Show und ihren Kampf ums Überleben. Alle noch lebenden Cast-Mitglieder sind in verschiedenen Sessions zu hören, dazu kommen hin und wieder noch diverse Regisseure einzelner Episoden. Ungewöhnlich ist auch, dass der ehemalige NBC-Unterhaltungschef Warren Littlefield für eine Kommentar-Session ins Studio kam (und von Creator Paul Simms vor laufendem Mikrofon in die Mangel genommen wurde). In den anderen Tracks mit wechselnder Besetzung arbeitet Simms fleißig als Moderator und Fragensteller und so gelingt es ihm, die Audiotracks immer unterhaltsam und informativ zu halten. Die Inhalte der Diskussionen beschränken sich nicht nur auf das Geschehen auf dem Bildschirm, sondern gehen auch über die Ereignisse der ersten Staffeln hinaus, so wird auch die Ermordung von Cast-Mitglied Phil Hartman durch seine Lebensgefährtin kurz nach Abschluss der Dreharbeiten der vierten Staffel thematisiert.

Neben den Commentary Tracks gibt es noch ein kurzes Blooper-Reel mit schiefgelaufenen Szenen aus Staffel 2 und eine Featurette mit Original-Interviews mit Cast und Crew aus den späten 90ern. Die 3 Discs des Sets sind in zwei Slim-Cases in einem Schuber untergebracht. Ein Booklet gibt’s nicht.

Für eingefleischte Sitcom-Fans ist die Show ein Muss, insbesondere wegen der Commentary-Tracks und den damit verbundenen Blicken hinter die Kulissen. Alle anderen sollten wohl lieber mal ein paar Episoden der Show „probesehen“, bevor sie das Set ordern. Hier handelt es sich um eine kleine, aber feine und unterschätzte Sitcom, die wohl auch in den USA nie richtig wahrgenommen wurde. Kaum eine andere Sitcom dieser Zeit bot aber einen so hervorragenden und ausgewogenen Cast. Bei dem Preis kann man aber IMHO nicht viel falsch machen… (wenn man nicht gerade ein Sitcom-Hasser ist). Maura Tierney Fans können außerdem ihr Idol mal in einem frühreren TV-Projekt sehen.

Die Serie läuft derzeit sonntags, mittwochs (und Wdh donnerstags) abends soweit ich weiss auf dem neuen wiederbelebten Kanal „Nickelodeon“, ich glaube sie sind irgendwo in der zweiten Staffel. Allerdings ist die Bildqualität (und auch teilweise die Synchro) erschreckend mies.

"The O.C." best-selling DVD-Set in Deutschland

Dienstag, 13. Dezember, 2005

… laut einer Liste von mediacontrol, die bei Spiegel Online vor ein paar Tagen veröffentlicht wurde (Grafik im Flusstext des Artikels). Auf den Plätzen folgen „King of Queens“ und „Sex and the city“ — und die „Augsburger Puppenkiste“. Netter Kontrast 😉

Überrascht mich schon ein wenig, dass „The O.C.“ so gute Zahlen vorweisen kann. Auf der anderen Seite läuft „The O.C.“ in der PrimeTime und wurde bei einem Preis von deutlich unter 30 Euro für 7 DVDs ja wirklich geradezu verramscht. Die Veröffentlichung von „Lost“ und „Housewives“ letzte Woche dürfte die Statistik aber noch kräftig durcheinanderwirbeln…

Golden Globes Nominierungen

Dienstag, 13. Dezember, 2005

Die komplette Liste der TVSerien-Nominierungen findet sich im erweiterten Blog-Eintrag.

Wie üblich dominieren „Lost“ und „Housewives“ die Veranstaltung. Gibt’s denn wirklich keine besseren weiblichen Comedy-Darstellerinnen? Aber auch „Commander in Chief“ kommt überraschend oft zum Zuge. Verdienterweise auch einige Nominierungen für „Medium“, „Grey’s Anatomy“ und „Weeds“. Leider nix für „Veronica Mars“ oder eine sonstige UPN/WB-Serie jenseits von „Everybody hates Chris“.

Oh, und keine Nominierung für Claire Danes in der Best Actress (Film) Kategorie für „Shopgirl“. Grrr.

Preisverleihung: Live Telecast on NBC Television on January 16, 2006 at 8:00 p.m. EST.

Restlichen Eintrag lesen…. »